Urteil: Entschädigung für Mehrarbeit muss versteuert werden


Münster (rd.de) – Das Finanzgericht Münster hat entschieden, dass die Entschädigungen für Mehrarbeit als Arbeitslohn zu werten sind. Damit sind sie steuerpflichtig und müssen in der Einkommensteuererklärung angegeben werden.

Wooden gavel barrister, justice concept, paragraph

Muss der Arbeitslohn für Mehrarbeit versteuert werden? Symbolfoto: fotolia/Sebastian Duda

Ein Angestellter der mehr als 48 Stunden in der Woche arbeitet, überschreitet damit die gesetzlich vorgegebene maximale Arbeitszeit. Der Arbeitgeber kann dafür Entschädigungszahlungen leisten. Bisher war unklar, ob diese Zahlungen steuerrechtlich als Arbeitslohn oder als Schadensersatz anzusehen sind.

Ein Feuerwehrmann erhielt für Mehrarbeit, die er in den Jahren 2002 bis 2007 leisten musste, Ausgleichszahlungen von zirka 14.500 Euro. Zwar gab er den Betrag in seiner Steuererklärung an, hielt ihn aber nicht für steuerpflichtig. Das Finanzamt sah das anders und versteuerte den Betrag. Dagegen klagte der Mann.

Wie das Portal „steuerberater.net“ berichtet, folgte das Finanzgericht dem Finanzamt in seinem Urteil (Akten-Zeichen: 1 K 1387/15 E) und bewertete die Zahlungen nicht als Schadensersatz, sondern als Arbeitslohn. Entscheidend sei nach Ansicht des Gerichts der Grund, warum die Zahlung erfolgte.

Im vorliegenden Fall sollte erbrachte Arbeitsleistung vergütet werden. Dass der Arbeitgeber damit eine Pflichtverletzung gegen das Arbeitszeit-Gesetz beging, als er die Mehrarbeit anordnete, spielte für die Bewertung als Arbeitslohn offenbar keine Rolle.

(05.02.2016)

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?