Retten macht Schule: Reanimation im Lehrplan


Winnenden (pm) – Künftig sollen an allen deutschen Schulen ab der siebten Klasse Wiederbelebungskurse fest im Schulstoff integriert werden. Das hat der Schulausschuss der Kultusministerkonferenz der Länder beschlossen. Die Björn Steiger Stiftung hat mit ihrem Projekt „Retten macht Schule“ zu dieser Entscheidung beigetragen.

03072014_Logo_RettenmachtSchule_4c_smallSchon seit 2007 werden im Rahmen dieser Aktion den Schulen die Übungspuppen und das notwendige Schulungsmaterial zur Verfügung gestellt. Zudem wurde die Forderung, dass Wiederbelebungskurse in den Lehrplan aufgenommen werden sollen, kontinuierlich an die Kultusminister der Länder herangetragen.

Die Kampagne wurde in den letzten Jahren wissenschaftlich von Dr. med. Gernot Rücker und seinem Team von der Universitätsmedizin Rostock begleitet. Hier wurde ermittelt, dass die Wiederbelebungskurse ab der siebten Klasse sinnvoll und die Handgriffe für die Schüler problemlos erlernbar sind.

In Mecklenburg-Vorpommern fand Anfang Juni die „Lebensretterwoche“ zum fünften Mal statt. Dank dieser Initiative der Björn Steiger Stiftung und dem Engagement der durchführenden Lehrer kann das Land mittlerweile 43.231 potentielle Lebensretter verzeichnen.

Statistisch betrachtet sterben in Deutschland jeden Tag zirka 274 Menschen am plötzlichen Herztod. Die Überlebenschancen bei der Durchführung von Wiederbelebungsmaßnahmen in den ersten fünf Minuten steigen um signifikante 10-20 Prozent. Die Rettungskräfte und der Notarzt können nicht so schnell vor Ort sein, um dem Betroffenen zu helfen.

„Wir möchten den Schülern die Angst und die Unsicherheit vor einer Notfallsituation nehmen und ihnen zeigen, dass ihr Handeln Leben retten kann“, erklärt Pierre-Enric Steiger, Präsident der Björn Steiger Stiftung. Entscheidend sei, dass schon in jungen Jahren Erste-Hilfe-Maßnahmen als selbstverständlich wahrgenommen werden, so Steiger.

Gleichzeitig setzt sich die Stiftung weiterhin für eine deutschlandweit flächendeckende Ausbildung im Umgang mit Laien-Defibrillatoren ein. Zum einen sollen diese an Plätzen mit hoher Besucherzahl, wie beispielsweise in Schulen, aufgestellt werden, damit im Notfall schnell optimierte Hilfe geleistet werden kann. Zum anderen soll die Nutzung dieser lebensrettenden Geräte selbstverständlicher und somit im Idealfall ebenfalls in jungen Jahren erlernt werden.

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