Kassen geben grünes Licht für Telemonitoring am Bodensee


Friedrichshafen (HealthTech Wire / News) – Die Krankenkassen DAK, Barmer Ersatzkasse, BKK ZF & Partner und BKK MTU Friedrichshafen werden die Kosten der telemedizinischen Überwachung von Patienten mit Herzinsuffizienz übernehmen.

Gemeinsam mit dem Klinikum Friedrichshafen, dem Hausärzteverein Friedrichshafen sowie dem Ärztenetz Bodenseekreis haben die Kassen einen Vertrag zur integrierten Versorgung herzinsuffizienter Patienten in der Region Bodensee/Oberschwaben abgeschlossen.

Gemeinsam wollen die Partner des neuen Gesundheitsnetzwerks künftig Patienten mit Herzschwäche auf Basis eines telemedizinischen Überwachungssystems versorgen. Das neue Versorgungsnetzwerk aus Haus- und Fachärzten sowie Krankenkassen kooperiert mit den Technologiepartnern Philips und T-Systems, die für die Versorgung der Patienten die telemedizinische Lösung „Motiva“ bereitstellen. T-Systems setzt Motiva bereits in einem Pilotprojekt in der T-City Friedrichshafen ein.

Höhere Lebensqualität für chronisch kranke Patienten

„Wenn wir frühzeitig erkennen, ob es einem akut kranken herzinsuffizienten Patienten schlechter geht, können wir seine Lebensqualität verbessern, in dem wir sofort entsprechende Behandlungsmaßnahmen ergreifen“, erklärt Jochen Wolf, stv. Geschäftsführer des Klinikum Friedrichshafen. Dafür sei auch die durchgängige Betreuung vom Hausarzt bis zum Herzspezialisten entscheidend. Daher wollen die beteiligten niedergelassenen Ärzte und Klinikmediziner künftig enger und intensiver als bisher zusammenarbeiten.

„Unser Ziel ist es auch, durch die Früherkennung Klinikaufenthalte soweit wie möglich zu vermeiden oder zu verkürzen“, sagt Peter Rowohlt, Leiter der Abteilung Krankenhausleistungen bei der DAK. „In Friedrichshafen hat sich gezeigt, dass allein das Gefühl unter ärztlicher Beobachtung zu stehen, den kranken Menschen mehr Sicherheit gibt. Daher suchen sie nicht sofort bei ersten Anzeichen einer Verschlechterung den Arzt auf.“ Damit steige die Lebensqualität der chronisch Kranken, was ebenfalls zur Genesung beitrage.

Motiva ermöglicht es den Ärzten, herzkranke Menschen in ihren eigenen vier Wänden zu betreuen. Per Fernseher übermitteln die Patienten dazu regelmäßig Daten wie Blutdruck, Herzfrequenz oder Körpergewicht an die Klinik. Ärzte können ihre Patienten also dank Datenfernübertragung lückenlos und kontinuierlich beobachten. Schwer kranke Menschen fühlen sich somit sicher, ohne dass sie jeden Tag zu Arzt oder in die Klinik gehen müssen. Zusätzlich wirkt sich die private Umgebung positiv auf das Wohlbefinden und damit auf die Genesung der Patienten aus. Für den Betrieb des Systems benötigen sie lediglich eine Set-Top- Box für das Fernsehgerät, einen Breitbandinternetanschluss, eine digitale Waage und ein Blutdruckmessgerät.

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