Flüchtlinge: Medi-Punkte sollen Rettungsdienst entlasten


Berlin (rd.de) – In den Flüchtlingsheimen Berlins gibt es kaum eine medizinische Versorgung. Der Rettungsdienst wird deswegen immer öfter in die Unterkünfte alarmiert. Medi-Punkte in den Unterkünften sollen den Rettungsdienst künftig entlasten.

Medi-Punkte in Flüchtlingsheimen sollen den Rettungsdienst entlasten. Foto: fotolia/Christian Müller

Medi-Punkte in Flüchtlingsheimen sollen den Rettungsdienst entlasten. Foto: fotolia/Christian Müller

3.787 Mal sei der Rettungsdienst zwischen dem 12.11.2015 und 12.02.2016 in die 185 Berliner Flüchtlingsheime gerufen worden, berichtet die „Berliner Zeitung“. Neben ernsthaften Notfällen waren die Alarmierungsgründe häufig einfache Beschwerden wie Bauch- oder Kopfschmerzen.

Aber auch Patienten mit solchen Symptomen würden laut Zeitung in die Krankenhäuser gebracht. Grund: Die Mitarbeiter des Rettungsdienstes wollten aufgrund von Verständigungsschwierigkeiten und schlechter Organisation in den Einrichtungen kein Risiko eingehen.

Dass es auch anders geht, zeigen Unterkünfte, in denen Ärzte ehrenamtlich die medizinische Versorgung vor Ort übernehmen. Hier habe sich die Zahl der Notrufe deutlich reduziert, schreibt die „Berliner Zeitung“. Nach ihren Informationen arbeite deswegen der Berliner Senat daran, dass für Einrichtungen mit mehr als 500 Bewohnern so genannte Medi-Punkte geschaffen würden.

An den Medi-Punkten sollen Ärzte bereitstehen und die Erstuntersuchung der Patienten vornehmen. Falls erforderlich, könne dann der Rettungsdienst alarmiert werden. Entsprechende Kooperationsvereinbarungen würden gegenwärtig mit den Berliner Kliniken ausgehandelt.

(15.02.2016)

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