Berlin plant freiwilliges Ersthelfer-System


Berlin (rd.de) – Der Chef der Berliner Feuerwehr, Wilfried Gräfling, plant die Einführung eines Ersthelfer-Systems. Dazu sollen Freiwillige in einer Kartei registriert werden. Bei Bedarf könnten sie dann als Ersthelfer zu einem Notfall alarmiert werden, in dessen Nähe sie sich befinden.

AED-Einsatz durch einen Laien. Symbolfoto: Markus Brändli

AED-Einsatz durch einen Laien. Symbolfoto: Markus Brändli

Hintergrund für diesen Vorstoß sei der demographische Wandel, berichtet „rbb“. Die immer älter werdende Bevölkerung führe dazu, dass der ohnehin schon ausgelastete Rettungsdienst mit steigenden Einsatzzahlen rechnen müsse. Dadurch könnte es zu Problemen bei der Einhaltung der Hilfsfrist kommen.

Damit das therapiefreie Intervall bei akuten Notfällen weiterhin möglichst kurz bleibt, sollen qualifizierte Ersthelfer alarmiert werden können. Möglich sei dies beispielsweise über eine App. Bereits in Erster-Hilfe ausgebildete Personen sollen auf freiwilliger Basis mitarbeiten können.

Feuerwehrgewerkschaft und Gewerkschaft der Polizei stünden dem Plan, der noch in 2016 umgesetzt werden soll, im Allgemeinen positiv gegenüber. Gleichzeitig warnen sie davor, dass so am ohnehin knappen Personal im Rettungsdienst weiter gespart wird. Das Ersthelfer-System könne allenfalls als Mehrwert, nicht aber als Ersatz für den Regelrettungsdienst betrachtet werden.

(12.02.2016)

5 Responses to “Berlin plant freiwilliges Ersthelfer-System”

  1. Mike on Februar 12th, 2016 14:17

    Ja, das ist schon etwas älter. Die Feuerwehr Berlin sollte sich mal mit http://www.mobile-retter.de in Verbindung setzen. Die haben bereits ein sehr gutes System entwickelt.

  2. FirstAidInstructor on Februar 12th, 2016 20:13

    Bevor man etwas unbedacht auf den Markt wirft sollte man vielleicht erstmal klären wie das Ganze rechtlich aussieht. Da das ja ein alamierter professioneller Helfer ist zieht der Schutz für Ersthelfer nicht…. Welche Ausbildung braucht der professionelle Ersthelfer? 9UE-Kurs? Sanitätshelfer? Wie definiert man in Seinem Bereich und wie koimmt er zur Unffallstelle? Bekommt der Ersthelfer einen Erste Hilfe Rucksack der regelmäßig befüllt wird? Bekommt der Ersthelfer eine proffesionelle PSA (Sicherheitsstiefel, Rettungsdienst bzw Warnschutzjacke)? Viele Fragen die der Initiator bitte doch erst mal erklären möchte……

  3. Michael Hoffmann on Februar 17th, 2016 13:02

    Lassen Sie doch einfach mal die Berliner Feuerwehr machen.
    Diese ewige“ Postmortalische Klugscheisserei“ bringt gar nichts. So. Wichtig für jeden Rettungsdienstmitarbeiter ist doch, daß hier „HILFE“ angeboten und organisiert wird, damit das „THERAPIEFREIE INTERVALL“ überwunden wird. Nichts anderes.
    Und der Rettungsdienst interpretiert dies immer damit, „Man Könnte uns ja etwas wegnehmen“.
    Der Grundgedanke ist vollkommen Okay.
    Hier in Köln sagt man immer: „ARSCH HUH!….Beweg Dich, und fang an.
    Dieses Kaputtgerede!!!!
    Dem gedachten System wünsche ich viel Erfolg. Und Danke für den Beitrag!

    Michael Hoffmann, Köln

  4. Fritz54 on Februar 17th, 2016 18:15

    # Michael Hoffmann: Bravo, sehr guter Kommentar, trifft den berühmten Nagel auf den Kopf !
    Das hauptamtliche Personal (zumindest die, die hier schreiben) hat tatsächlich Angst vor jeder „Konkurrenz“ , dieser Berufsstand hat kein bisschen Selbstbewusstsein , das wird auch nicht durch die neue Berufsausbildung zum Notfallsanitäter besser. Auch mit einer dreijährigen Lehre werden 80% der Transporte reine (qualifizierte) Krankentransporte sein und von den restlichen 20 % sind max. wieder nur 20 % wirkliche Notfälle bei denen es um „Leben und Tod“ geht, Gott sei dank!

  5. Jupp Posipal on Februar 18th, 2016 12:12

    Ja dauerhaft stabile Regelung zur -tatsächlichen- Verringerung des Zeitraums zwischen Notfallmeldungen und dem lokalen Eintreffen einer fachkundig organisiert ausgeführten Ersten Hilfe (unabhängig von weiterhin zufällig eingeleiteten Sofortmaßnamen durch Laienhelfer) ist zu begrüßen.

    Örtlich engagierte Hilfsorganisationen (HiOrgs jedweder Couleur) müssen sich allerdings bezüglich der geschilderten Denkmodelle fragen lassen, warum sie solche dauerhaft sinnvollen Aktivitäten dem hauptamtlich Beauftragten für den Regelrettungsdienst überlassen (müssen).
    Erstens ist es Teil des satzungsrelevant verankerten Selbstverständnis jeder HiOrg, auch medizinisch hilfebedürftigen Mitbürgern konkret helfen zu wollen.
    Zweitens ist es eine Frage der Qualifikation, was ab Sanitätshelfern aufwärts in entsprechend aufgestellten Einheiten z.B. für den Katastrophenschutz ja vorausgesetzt werden muss (über eine minimale und ständig aktualisierte EH-Grundausbildung hinaus). Entsprechende Helferzahlen sind für räumlich abgrenzbare Areale doch hoffentlich vorhanden?
    Drittens ist es eine Frage des sich nachhaltig Einbringen wollens; unabhängig wo sich die Vielzahl ehrenamtlicher Sanitätshelfer überwiegend aufhalten; bzw. lokal arbeiten, welche dann ortsspezifisch im Rahmen einer geklärten Ausrückordnung als nominierte Ersthelfer zur Verfügung stehen könnten.
    Über Funkmeldeempfänger, bzw. dem neuen BOS-Digitalfunk, und koordinierter Bereitschaftsdienstplanung dürfte eine nahezu lückenlose Alarmierung und das damit wirklich erreichbare Hilfeleistungspotential doch kein Problem darstellen. ODER?

    Wollen oder können hier bestimmte BOS-Organisationen nicht miteinander? Oder geht es eigentlich um weiterhin verbleibenden oder noch auszubauenden Einfluss, bzw. Selbstdarstellungen oder uneingeschränkte Gestaltungsallmacht?
    Nicht nur im Sinne des Steuerzahlers bzw. eines geordneten ehrenamtlich zivilen Engagements breiter Bevölkerungsschichten wären hierzu klare unmissverständliche Statements unverzichtbar, wo einzelne -auch potentielle- Organisationen außerhalb plakativer Lippenbekenntnisse tatsächlich stehen. Oder welche satzungsgemäßen Schwerpunkte sie hauptsächlich verfolgen!

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