Deeskalationstraining für Retter


Situationen richtig einschätzen und mit richtiger Kommunikation Aggressionen abbauen können – ein wichtiges Ziel des Deeskalationstrainings für Malteser Rettungskräfte im Bezirk Ostoberbayern. (Foto: Malteser)

Rosenheim (MHD) – 18 Mitarbeiter der Malteser Rettungswachen in Rosenheim und am Flughafen München setzten sich im Malteserhaus zwei Tage lang intensiv mit den Möglichkeiten der „Situationsorientierten Eigensicherung“ auseinander. Im Mittelpunkt standen Deeskalationsstrategien.

Unter der Leitung eines Rettungsdienstausbilders und zweier Polizisten befassten sich die Teilnehmer mit verbalen und nonverbalen Kommunikationstechniken, den Stufen der Aggression und den juristischen Aspekten von Eigenschutz und Notwehr. In zahlreichen Rollenspielen übten sie die Entschärfung aggressiver Situationen sowie Tricks und Handgriffe zur Abwehr körperlicher Attacken.

Die Selbstverteidigung im engeren Sinne spielte im Kurskonzept nur eine untergeordnete Rolle. „Wir haben in den vergangenen Monaten verschiedene Konzepte geprüft und uns bewusst für das umfassende Modell des Deeskalationsmanagements entschieden“, sagt Ernst Schütz, Leiter der Rettungswache Rosenheim und Verantwortlicher für den Malteser Rettungsdienst im Bezirk Ost-Oberbayern. „Vorrangiges Ziel unserer Bemühungen ist es, aggressive Tendenzen möglichst früh zu erkennen und eine Eskalation zu vermeiden“.

In diesem Sinne sensibilisierten die Kursleiter die Teilnehmer dafür, Konflikte im Anfangsstadium positiv zu beeinflussen und einer körperlichen Auseinandersetzung im Zweifelsfall lieber aus dem Weg zu gehen. In Gesprächen und Rollenspielen überzeugten sich die Rettungskräfte auch vom geringen Nutzen von Schutzwesten, Pfeffersprays und ähnlichem. „So schnell konnte meine Kollegin das Pfefferspray gar nicht aus der Tasche ziehen, wie sie im Rollenspiel überraschend angegriffen wurde“, berichtet Schütz und resümiert: „Ich wünsche uns allen, dass wir nichts von dem brauchen, was wir im Kurs gelernt haben. Im Fall der Fälle sind wir jetzt aber gut vorbereitet.“

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