Das DRK macht Motocross sicherer


Starke Helfertruppe für das ADAC-Motocross-Rennen in Aichwald (Foto: DRK)Aichwald (DRK) – Mitte Juni lockte das internationale 50 ADAC-Motocross-Rennen tausende von Zuschauern. Während die Fahrer spektakuläre Sprünge und schnelle Rundenzeiten hinlegten, kamen auch die Helferinnen und Helfer des Roten Kreuzes auf Touren.

„In diesem Jahr hatten wir über 60 Einsatzkräfte an den Festzeltabenden und Renntagen im Einsatz“ berichtet der stellvertretende Bereitschaftsleiter des örtlichen Roten Kreuz, Sascha Heidenreich.

An allen kritischen Stellen der Rennstrecke standen Helfer bereit, um im Notfall schnell Hilfe leisten zu können. Auch waren jeden Abend sechs Einsatzkräfte am Festzelt parat um im Notfall schnell und professionell Hilfe leisten zu können.

Die Einsatzleitung für die größte sanitäts- und rettungsdienstliche Veranstaltung in der Region wurde durch erfahrenes Personal gebildet. Wie schon in den letzten Jahren koordinierten die Aichwalder Rotkreuzler Sascha Heidenreich und Peter Pfleiderer die Einsatzkräfte. Die Einsatzleitung war am DRK-Medical Center untergebracht. Von hier aus wurde der komplette Einsatz geführt. Über 200 fernmündliche Meldungen, sei es über Funk bzw. Telefon, mussten angenommen, bewertet, aufbereitet und abgearbeitet werden. Auch steht die Einsatzleitung im ständigen Kontakt mit dem Veranstalter, der Polizei, den Krankenhäusern und der Rettungsleitstelle. „Das Schlimmste ist, wenn alle Meldungen gleichzeitig eingehen und Rettungspersonal bzw. Rettungsmittels gezielt zu den einzelnen Notfallorten entsendet werden müssen; Ein wenig Hektik kommt da schon auf“ gesteht Heidenreich.

Zwölf Minuten vor Ende des letzten Rennens bewahrheitete sich leider diese Aussage. Zwei Schwerverletzte Rennteilnehmer mussten gleichzeitig gerettet und erstversorgt werden bevor diese mit den bereit stehenden Rettungswagen in die umliegenden Krankenhäuser transportiert werden konnten. Genau in diesem Moment wurde ein erheblich verletztes Kind im Wohngebiet Knäuleshof gemeldet. Auch hier wurde sofort der Aichwalder Helfer-vor-Ort von der Einsatzleitung alarmiert und zur primären Versorgung in den Knäuleshof entsendet.

Das Spektrum der medizinischen Hilfeleistungen reichte von der Behandlung mehrerer verunglückter Rennfahrer bis hin zur Versorgung von Kreislaufzusammenbrüchen. In den eigens errichteten Behandlungszelten wurde die Erstversorgung der Verunglückten vorgenommen. „Bei den Behandlungszelten des DRK handelt es sich um kleine Operationssäle. Kleinere Verletzungen werden von den Ärzten ambulant behandelt; so können die Rennfahrer sofort wieder auf die Strecke!“, gibt der leitende Rennarzt Dr. Max Podewils an.

Die Bilanz nach dem Rennwochenende: Insgesamt 42 Personen wurden von den Helfern des Deutschen Roten Kreuz während der Renndarbietungen behandelt. „Der Schwerpunkt unserer Hilfeleistungen waren in diesem Jahr nicht die Rennteilnehmer oder die Zuschauer. Die Meisten Hilfeleistungen erbrachten wir an den beiden Festzeltabenden!“ kommentierte Pfleiderer.

Über 32 Notfälle wurden im und um das Festzelt registriert. Hier handelte es sich vor allem um Schnittverletzungen und Kreislaufkollapse und leider um erheblich alkoholisierte Kinder und Jugendliche. „Der exzessive Alkoholkonsum macht unseren Einsatzkräften schwer zu schaffen. Da kommt es oft vor, dass man als Helfer beleidigt oder angegriffen wird!“ gibt Heidenreich nachdenklich an.

„Angesichts der vielen Zuschauer, Festzeltbesucher und der erheblichen Gefahr für die Rennfahrer fällt unsere Einsatzbilanz aber positiv aus!“ sagte Pfleiderer.

In seiner Abschlussrede überbrachte Dr. Podewils erneut das Lob des ADAC und des Veranstalters für die ehrenamtlich tätigen Rettungskräfte. „Die sanitätsdienstliche Betreuung dieser Motocross Veranstaltung ist einmalig in Deutschland und sucht im Rennsport seinesgleichen. Einen derartigen reibungslosen und professionellen Ablauf erlebe ich nur in Aichwald!“ lobte ein Sportkommissar des ADAC die Rotkreuzler.

Auch Rennleiter Andy Fischer, vom MSC Aichwald, ist von den Rettern begeistert: „Alles funktioniert reibungslos, schnell und professionell – Wir haben Deutschlands schönstes Motocross-Festzelt und Deutschlands beste Retter“ freute sich Fischer.

„Die Zusammenarbeit zwischen Einsatzleitung, Helfern, Ärzten, dem Rettungsdienst, der Polizei Plochingen und dem MSC-Aichwald hat hervorragend geklappt“ freute sich Pfleiderer.

Bedanken möchte sich die Leitung der Bereitschaft Aichwald besonders bei den Einsatzkräften der DRK Rettungsdienst Esslingen-Nürtingen gGmbH und bei den Bereitschaften aus Baltmannsweiler, Neuhausen, Stuttgart-Plieningen, Hildrizhausen, Reichenbach, Ostfildern, Winterbach, Wernau und Köngen! „Ohne die personelle Unterstützung dieser Bereitschaften wäre ein Einsatz in dieser Größendimension nicht zu bewältigen gewesen.“ gesteht Heidenreich.

Weiterhin bedanken sich die Rotkreuzler bei den Kräften des Polizeiposten Plochingen für die reibungslose Zusammenarbeit und bei Zelt-Service Jürgen Hees aus Reichenbach für die kostenlose zu Verfügungsstellung eines Verpflegungszeltes.

Besonders bedankt sich Heidenreich beim DRK-Organisationsteam, Iris Reichle und Peter Pfleiderer, für die monatelangen Vorbereitungen für dieses Großereignis in Aichwald.

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