Chaotisch: Landkreis rettet doch ohne Johanniter


Kommunaler Rettungsdienst Mansfeld-Südharz rückt nun doch aus. (Foto: Kreis Mansfeld-Südharz)

Kommunaler Rettungsdienst Mansfeld-Südharz rückt nun doch aus. (Foto: Kreis Mansfeld-Südharz)

Sangerhausen (pm) – Das Oberverwaltungsgericht Sachsen-Anhalts hat der Beschwerde des Landkreises Mansfeld-Südharz entsprochen und den Beschluss des Verwaltungsgerichtes Halle postwendend wieder kassiert. Damit wird der Eigenbetrieb Rettungsdienst des Landkreises ab sofort den Rettungsdienst sicherstellen.

Das höchste Verwaltungsgericht des Landes begründet seine Entscheidung damit, dass die Johanniter-Unfall-Hilfe mit ihrem Antrag die Vorwegnahme einer Entscheidung in der Hauptsache beantrage. “Eine Vorwegnahme der Hauptsache im einstweiligen Anordnungsverfahren ist grundsätzlich unzulässig”, heißt es in dem Beschluss der Magdeburger Richter.

Im Übrigen verweist das Oberverwaltungsgericht (OVG) darauf, dass ein Anspruch der Johanniter auch auf vertraglicher Grundlage nicht besteht. “Das OLG Naumburg hatte mit Beschluss vom 3. September 2009 rechtskräftig festgestellt, dass der zwischen der Antragstellerin und dem Antragsgegner geschlossene Vertrag über die Erbringung von Rettungsdienstleistungen nichtig ist und damit zwischen den Vertragspartnern keine Rechtswirkung entfaltet. Dieser Beschluss ist für die Antragstellerin und den Antragsgegner, welcher an dem Verfahren vor dem Vergabesenat als Beigeladener beteiligt war, bindend”, führt das OVG aus.

“Wir freuen uns über die Entscheidung. Der Bürger wird von den Veränderungen nichts spüren. Er darf darauf vertrauen, dass der Rettungsdienst genauso zuverlässig funktioniert, wie bisher”, erklärt der erkrankte Landrat Dirk Schatz, nachdem er von der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes erfuhr.

Der Landkreis hat in den letzten Wochen die Voraussetzungen für einen reibungslosen Übergang geschaffen. So erwarb der Eigenbetrieb Rettungsfahrzeuge und Medizintechnik im Wert von rund 1,5 Millionen Euro, zudem unterschrieben 38 von 40 Mitarbeitern der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. einen Arbeitsvertrag beim Eigenbetrieb Rettungsdienst des Landkreises.

Da die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. angekündigt hat, die Rettungswachen in Sangerhausen, Allstedt, Roßla und Schwenda trotz zum 31. Mai 2011 auslaufender Mietverträge nicht zu räumen, weicht der Landkreis vorübergehend auf andere Objekte aus. So nehmen die vorläufig eingerichteten Rettungswachen in Sangerhausen (Schartweg 7), Allstedt (FFW-Gerätehaus), Roßla (FFW-Gerätehaus) und Schwenda (gemeindeeigenes Gebäude in der alten Pfarrgasse 2) unverzüglich ihren Betrieb auf.

Die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. hatte das Verwaltungsgericht angerufen, um den Entzug der der Genehmigung für den Rettungsdienst ab dem 1. Juni 2011 zu verhindern. Dem gegenüber beabsichtigte der Landkreis, den Rettungsdienst ab dem 1. Juni 2011 in eigener Regie durchzuführen.

29 Responses to “Chaotisch: Landkreis rettet doch ohne Johanniter”

  1. napoleon on Juni 6th, 2011 10:05

    Ganz großes Kino, was die JUH dort wieder abliefert.
    Ein Kind im Buddelkasten, welchem gerade der Lolly geklaut wurde, könnte
    es nicht besser!

    Großes Lob an den LK, welcher trotz dieser Steine im Weg, den Schritt der
    Kommunalisierung geht.

  2. ManuelStiehl on Juni 6th, 2011 12:39

    Liebe Redaktion,

    in ihren Artikeln zur Sachlage im Landkreis Sangerhausen ist bezüglich der Johanniter immer wieder von einer “Genehmigung für den Rettungsdienst” die Rede. Meinen sie damit tatsächlich eine Genehmigung für die Erbringung rettungsdienstlicher Leistungen, wie sie im Rahmen des Trennungsmodells vorliegen (gewerblicher Rettungsdienst)? Dies würde mich jedenfalls sehr wundern, da in Sachsen-Anhalt nach dem Eingliederungsmodell nur ein sogenannter öffentlicher Rettungsdienst besteht. In diesem können die Hilforganisationen nur über Dienstleistungsaufträge (Sudmissionsmodell) oder Dienstleistungskonzessionen (Konzessionsmodell) am öffentlichen Rettungsdienst teilnehmen. In Sachsen Anhalt wird nach dem Submissionsmodell verfahren, weswegen die JUH in Sangerhausen vermutlich als Dienstleister für den Träger (Landkreises Mansfeld-Südharz) fungiert, aber keinesfalls über eine Genehmigung für die Erbingung rettungsdienstlicher Leistungen verfügt.
    Bitte korrigieren Sie mich, sollte ich in einem der Punkte irren. Über eine Aufklärung wäre ich dankbar.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Manuel Stiehl

  3. Josch on Juni 6th, 2011 12:56

    Ganz großes Bravo!!!
    Johanniter, Malteser und Co braucht wirklich keiner mehr. Gott sei Dank wird das immer öfter so gesehen. Die Bürger werden es danken!!

  4. Mario Gongolsky on Juni 7th, 2011 09:40

    Ihr Einwand ist schon richtig. Es handelt sich weiniger um eine Genehmigung, als vielmehr um eine Beauftragung im Rahmen der Submission.

  5. Patrick on Juni 7th, 2011 21:21

    @ Josch…persönliches Problem mit den Hiogs???

    Auch die bzw. deren Mitarbeiter machen den gleichen Job wie alle anderen auch!!!

    Ich hoffe doch das die Mitarbeiter nicht einfach auf die Strasse gesetzt werden, sondern in anderen Bereichen des RD`s unterkommen….

  6. locco on Juni 8th, 2011 13:32

    @ Patrick: Wer lesen kann ist klar im Vorteil!

    “(Z)udem unterschrieben 38 von 40 Mitarbeitern der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. einen Arbeitsvertrag beim Eigenbetrieb Rettungsdienst des Landkreises”

    @ Josch: Dein Kommentar ist voll daneben. In einer Großstadt wie Berlin ist man auf die Ehrenamtler angewiesen, da ansonsten zu Spitzenzeiten, beispielsweise am Wochenende,der RD nicht abgedeckt wäre.

    Die Entscheidung den RD zu kommunalisieren begrüße ich trotzdem. Zur Unterstützung am Wochenende würde ich trotzdem nicht auf die Hios verzichten.

  7. charlie-zulu on Juni 8th, 2011 17:06

    Dann soll Berlin mehr Leute einstellen. Ehrenamt raus.

  8. Rasmus on Juni 15th, 2011 15:43

    mal ganz ehrlich, als ob alle HA´s so top wären.EA´s machen auch nen super Jop und das bestimmt nicht schlechter als ihre HA Kollegen!!Dieses dumme EA und HA Gebabbel find ich total daneben!!

    Unabhängig davon in Bezug auf den Kommentar von Iocco muss ich ganz ehrlich sagen dass egal welche Hio aus dem RD rausgekickt wird aber für die Spitzenabdeckung wieder gut genug ist ganz schön blöd wäre wenn sie das machen würde …….

    Abschließend möcht ich nur noch mal loswerden dass ich dass ganze dumme Gelaber in Bezug Malteser RK oder JUH oder gar Private und wer da nicht noch so alles mitmischt ganz schön bescheuert find!!! Machen wir nicht alles den selben Jop und stehen für die selbe Sache ein ?????
    Also dann lasst uns doch auch zusammenarbeiten, egal was auf dem Kittel steht !!!

  9. charlie-zulu on Juni 16th, 2011 10:36

    Es geht mitnichten um die Arbeitsqualität von einzelnen Personen oder darum, dass wir alle den selben Job machen. Alleine diese Punkte sind ganz offensichtlich nicht so einfach zu vermitteln.
    Schwer wird es dann wenn verstanden werden muss, dass hier schlicht und ergreifend (sozialversicherungspflichtige) Jobs vernichtet werden!

    Wenn ihr dieses unstillbare Bedürfnis habt zu Retten, dann macht das hauptberuflich! Woran scheitert es?

    Angenommen ihr seid “im echten Leben” abseits des Ehrenamtes in ner Tischlerei angestellt. 15€ / Stunde? Weiß nicht genau, aber warum nicht.
    Ich kenne da ein paar Leute, die haben auch mal Tischler gelernt und sind ziemlich gut. Die könnte ich mal zu eurem Chef schicken, die arbeiten gerne und würden sich auch nur mit einer Aufwandsentschädigung von 15€ / Tag zufrieden geben. So ein bisschen nebenher. Ist doch gut für den Chef, denn der hat nicht so viele Abgaben und vor allem ist die Qualität ja auch die gleiche.

    Merkst du was? Irgendjemand wird hier ganz schnell überflüssig. Unabhängig von der Branche. Ob auf dem Bau, Fernverkehr, Programmierer,..

    Nur im Rettungsdienst, da ist so etwas natürlich was ganz anderes! Da werden Stellen mit Zivis oder freiwilligen aufgefüllt, da fahren die ehrenamtlichen Freizeitretter und das wird teilweise auch so in den Angeboten kalkuliert um Ausschreibungen zu gewinnen. Und DANN kommen irgendwelche Schlauberger daher und meinen, alle anderen wären zu teuer. O_o

    Da wundert sich wirklich einer wieso den armen ehrenamtlichen soviel Wind entgegen weht?

    *wut

  10. Peter on Juni 16th, 2011 11:07

    Ich seghe das recht nüchtern, was im Rettungsdienst das Ehrenamt ist, ist in der Wirtschaft die Schwarzarbeit.

  11. helmut on Juni 29th, 2011 14:57

    richtig ist, das alle Kollegen jeglicher firmen oder hiorgs den gleichen job machen, richtig ist aber auch, das die hiOrgs einfach mal dazwischen stehen und den geldfluss filtern. ehrenamtliche kollegen haben im regelrettungsdienst nichts verloren, das ist schlecht für die berufspolitik im besonderen bezogen auf gehälter und alle anderen konditionen der HA mitarbeiter. gibt es ehrenamtliche ärzte im krankenhaus? elektriker auf der baustelle? oder ehrenamtliche köche im restaurant? ..

  12. WCP on Juni 29th, 2011 18:46

    Das passt jetz zwar nicht mehr zum Bericht am Anfang – aber weil ich nun schon bei etlcihen Artikel hier immer das Gezänke und Gerangel um HA und EA´s im RD lesen muss!

    1) ….bei Großschadensereignissen, MANV und KAT soll aber dann der EA auch möglischst schnell auf der Matte stehen, und die gleiche qualitative Leistung bringen wie der HA.

    2) In Stadtbezirken denke ich kann man durchaus den Regel-RD mit HA wirtschaftlich betreiben – in ländlichen Regionen schaut dies ein bisschen anders aus warum wil da denn oft kein Privater hin????

    Da hilft der EA dass sich der RD rentabel gestalten lässt ….
    - als quasi Stellensicherung für den HA – sollte auch einmal betrachtet werden

    3) WRD u BRD (=BW) werden komplett ehrenamtlich abgedeckt (ausser Skiwacht im Winter und Bademeister – ichweiß ichweiß) – weil sich flächendeckend keine HAs rentieren…. klar kann man sich die Rosinen rauspicken und nur Skipisten und nur Badegewässer abdecken – Wer macht den unrentablen Rest? Wer qualifiziert die Leute ? Wer stellt die Ausrüstung?

    4) Bei uns fahren viele EA´s aus dem Bereich HVO, WRD u BRD im RD um hier sich auch Erfahrung und Qualität für den “unrentablen Rest” anzueigenen.

    mir ists ja im prinzip egal was ihr hier alle diskutiert – aber zum Teil sind die anschauungen wirklich kleinkariert.

    5) Wenn hier so diskutiert wird,müsste dann nicht jede FFW zugunsten einer BF aufgelöst werden???
    Man was wären dass Arbeistplätze!!!

    6) Man könnte genauso bei den HA´s argumentieren: wenn dir die EA´s in deinem Job nicht passen, warum suchst du dir nicht einen anderen Arbeitgeber oder warum hast du dir diesen Job ausgesucht du hättest genauso als EA weiterfahren können……

    Sorry ist ales ein bißchen überspitzt, zynisch und ironisch – musste aber mal gesagt werden

  13. WCP on Juni 29th, 2011 18:47

    PS: ´nur zur Klarstellung ich fahr nicht EA im RD!

  14. charlie-zulu on Juni 30th, 2011 12:39

    “Da hilft der EA dass sich der RD rentabel gestalten lässt …. – als quasi Stellensicherung für den HA – sollte auch einmal betrachtet werden”

    Also sichert Schwarzarbeit Arbeitsplätze? Dann verstehe ich nicht, wieso alle Angst vor Billiglöhnern ausm Osten haben. Komisch. Die helfen doch nur.

    Drehen wir dein Beispiel mal um: Du scheinst ja hauptamtlicher Kollege zu sein. Geh doch jetzt mal auf den Bau und frag, ob du aus Spaß an der Arbeit und natürlich für lau Maurern oder Malern darfst.
    Da wirste richtig guter Kumpel bei deinen neuen “Kollegen”, vor allem wenn du denen erzählst, dass du ja nur deren Stellen sicherst. Viel Spaß + Glück ;)

  15. Mario Gongolsky on Juni 30th, 2011 14:12

    Man kann doch die ehrenamtliche Tätigkeit nicht ständig mit Schwarzarbeit vergleichen.

  16. charlie-zulu on Juni 30th, 2011 18:33

    Warum genau nicht? Es geht sehr wohl darum, dass ein Job, der normalerweise Sozialversicherungspflichtig ist, durch jemanden erledigt wird, der.. du kennst den Rest.
    Warum ist das im RD erlaubt und auf dem Bau nicht? (Natürlich gibt es bei der sog. Schwarzarbeit noch ein paar mehr Punkte, die gegen das Gesetz verstoßen, nichts desto Trotz werden Arbeitsplätze vernichtet).

    Wir spielen hier nicht Fußball bei Ferienspielen wo man froh ist einen Trainer zu haben, der sich ein bisschen um die Kids kümmert, sondern sind in der 1. Bundesliga. Klar, die Vereine würden begeistert sein ihre Spitzenmannschaft für 0 zu bekommen.

    Kriegen sie aber nicht.

    Wenn sich allerdings teilweise eine ganze Berufsgruppe wie hier so selbst demontiert, sich dermaßen unter Wert verkauft und so etwas zulässt, dann darf man sich auch nicht wundern, wenn man noch aus den eigenen Reihen(!) zu Hören bekommt “Kostenlose Arbeitskräfte sichern euren Arbeitsplatz!”.

    Klar. In anderen Berufen ist man hinter Gehaltserhöhungen her während sich hier einige für nen Appel und nen Ei verhuren.

  17. Mario Gongolsky on Juli 1st, 2011 08:48

    Ein Schwarzarbeiter erhält eine Entlohnung für seine Arbeit. Arbeitgeber und Arbeitnehmer hinterziehen die Steuern und Sozialabgaben. Ein Ehrenamtler erhält eine Aufwandsentschädigung, die bis 2400 Euro pro Jahr steuerfrei gestellt ist. Das ist der formale Aspekt in der Frage, ob das Ehrenamt im Rettungsdienst der Schwarzarbeit gleicht. Bei Vergleichen, warum man nicht auch ehrenamtlich als Maurer tätig sein kann, wird unterschlagen, dass der Rettungsdienst aus der ehrenamtlich erbrachten Ersten-Hilfe als Bürgerpflicht entstanden ist und auf ehrenamtlicher Basis im Industriezeitalter langsam organisierte Formen annahm. Der heutige, professionelle Rettungsdienst wäre nicht ohne das ehrenamtliche Engagement entstanden. Deshalb finde ich diesen Vergleich unpassend. Was man aber sicherlich diskutieren darf, ob es in Ordnung ist, wenn das Ehrenamt im Regelrettungsdienst in größerem Umfang eingesetzt wird, um die Kosten zu drücken und so hauptamtliche Beschäftigung zu reduzieren. Meiner Meinung nach ist das unseriös und eine Ausbeutung / Zweckentfremdung des Ehrenamts. Wenn wir dieses Thema hier diskutieren, sollte die Fairness dabei nicht auf der Strecke bleiben.

  18. locco on Juli 1st, 2011 11:16

    Ich denke auch Schwarzarbeit mit Ehrenamt zu vergleichen ist nicht in Ordnung.

    Ich bin auch der Überzeugung, dass das Ehrenamt eine wichtige Stütze unserer Gesellschaft ist. Ich bin auch der Meinung, dass das Wettern gegen die Ehrenamtler eigentlich an die Falsche Adresse gerichtet ist. Verantwortlich sind u.a. die vielen Rettungsdienstschulen die entsprechende Ausbildungen anbieten. Dabei gibt es kaum bundesweite Regulierungen, wer die Ausbildung machen darf. Jeder mit Hauptschulabschluss kann sich dafür anmelden. Im Sinne der Professionalisierung ist das der falsche Weg. Ich denke nicht, dass man die RA-Ausbildung gleich Akademisieren sollte, aber zumindest die mittlere Reife oder gar Fachhochschulreife sollte drin sein als Voraussetzung.

    @charlie-zulu: Du scheinst ganz schön frustiert zu sein. Wie sieht es mit einem Job-Wechsel aus. Das ist die Alternative, wenn man mit den Bedingungen nicht zufrieden ist. Oder man wird aktiver und organisiert sich in einer Gewerkschaft oder einem Interessenverband.

  19. WCP on Juli 1st, 2011 12:34

    Mario hat dies sehr treffend formuliert und ich stimme ihm hier zu.

    Ich hab in einem obigen Beitrag auch schon angedeutet, dass man unterscheiden muss, wo ein RD betrieben wird und wie wirtschaftlich es dort ist.
    In Städtischen und ländlichen Bereichen herrscht oft ein wesentlicher Unterschied udn Auslastung.

    Wenn der Regel-RD unrentabel ist dann darf hier mal einer gelich mal raten an was gespart wird: an der menge des Personals und an den Personalkosten für sich .

    Dann verdient der HA noch weniger undes werden noch weniger HAs eingestellt.
    - ich denke das sit nicht das was “c-z” für sich und seine Kollegen möchte: Weniger Gehalt und weniger Kollegen.

    Wenn das Aufkommen im Regel-RD so hoch ist, dass ein wirtschaftlicher Betrieb möglich ist, soll auch nicht auf EAs zurückgegriffen werden um die Kosten zu senken und den Gewinn zu maximieren.
    Den Einsatz von EAs um deren Qualität zu sichern, ist aber durchaus OK.

    und wenns “c-z” nicht passt muss er halt Beruf oder Arbeitgeber wechseln. – sinnvolle Diskussion scheint mir mit ihm hierzu nicht möglich, da er sich ständig nur auf ein Argument beruft und dies ständig wiederholt.

  20. charlie-zulu on Juli 3rd, 2011 22:47

    Ahoi Mario,

    wenn ich deinen letzten Absatz so nehme, dann gehen unsere Meinungen letztendlich gar nicht so weit auseinander. Der obrige Vergleich mit der Schwarzarbeit setzt ja eben genau an den Punkten an, die du ebenfalls kritisierst. Es werden Kosten (massiv) gedrückt und hauptamtliche Beschäftigung reduziert. In meinem vorherigen Beitrag erwähnte ich auch, dass es nicht explizit um die großen weiteren Dinge wie Steuerhinterziehung geht.
    Mario, die Annahme, dass der professionellen RD nicht ohne das ehrenamtliche Engagement entstanden wäre ist hingegen etwas fragwürdig. Die Menschheit wäre auch “irgendwie so” auf das Thema gekommen und selbst ohne EA würden wir heute sicher nicht mehr mit Sackkarren die Halbtoten von der Straße karren. Man könnte da noch ansetzen und die Frage stellen, ob das EA die professionelle Entwicklung nicht sogar gebremst hat,.. aber das ist ein anderes Thema.

    “Und wenn es c-z nicht passt, muss er halt den Beruf wechseln”. Ich mag diese Art der Argumentation, wirklich. Wie kommt man auf derartiges? Weil ich offensichtliche Probleme und Missstände anspreche? Weil ich in den Augen einiger “falsche Vergleiche” anstelle? Wenn man immer nur kuscht, die Schnauze hält und sich klein halten läßt bringt auch eine Tätigkeit in einem Interessenverband nichts.
    Derartiges spielt nur in die Hände derer, die Arbeitnehmerunfreundlich sind. Kritik? Raus. Schnauze halten und weiter Schuften oder such dir was anderes.

    Eine sinnvolle Diskussion ist dann wirklich nicht möglich. Wirklich schlimm ist es halt, dass die eigenen Leute sich so dermaßen unter Wert verkaufen (wollen!), dass einem nur das Kopfschütteln bleibt. Wie sollen denn je bessere Voraussetzungen für uns alle durchgesetzt werden, wenn
    1. es Leute gibt, die für lau arbeiten wollen
    2. es Leute gibt, die im eigenen Bereich versuchen, massive Einsparungen durch EA zu rechtfertigen (im ach so teuren RD :rolleyes: )
    3. solche Machenschaften überhaupt erlaubt sind

    SO ist man immer vom good-will des Arbeitgebers abhängig, und zwar massiv. Wo ist auch der Anreiz hauptamtliche Vollzeitkräfte einzustellen, wenn man die Möglichkeit hat, willige Billiglohnarbeiter zu beschäftigen?! Wofür einen hauptamtlichen Mitarbeiter einstellen, wenn man für dessen Monatsgehalt zwei EA ein ganzes Jahr lang zufrieden stellen kann? Qualität kann es ja auch nicht sein, die ist ja, laut den gleichen Leuten, die so ein System rechtfertigen, gleichauf mit den anderen hauptamtlichen.

    Will ja scheinbar niemand verstehen und so macht man sich dann seinen Job langsam aber sicher selbst kaputt. Glückwunsch.

    Fahren Ärzte in unrentablen Gebieten eigentlich auch auf ehrenamtlicher Basis?

  21. locco on Juli 4th, 2011 11:08

    Ich bin der Mienung, dass das WCP ganz vernüftigt darlegt. Entgegen c-z. Nur Meckern und Missstände anprangern bringt auf dauer nichts und führen nur zu Depressionen und schlechter Laune.

    In Berlin werden die Notärzte von den Krankenhäusern gestellt, die NEF’s und RA’s von der Feuerwehr. Wie es woanders aussieht weiß ich nicht. Aber auch Ärzte sind ehrenamtlich im RD aktiv. Zumeist am Wochenende. Und ich wüsste jetzt nicht, was dagegen spreche sollte.

  22. super Mario on Juli 4th, 2011 18:43

    Rekomunalisierung ist das Beste,was Euch im Osten passieren konnte.Ich selbst bin in einem Eigenbetrieb des Landkreises angstellt als RA.Weiter so im Roten Mansfeld.

  23. Easy on Juli 5th, 2011 20:43

    Sorry c-z, aber deine Argumente hinken, auch wenn man gewillt ist, deine Meinung zu verstehen!

    Ehrenamt hat nichts mit Schwarzarbeit zutun! Im Gegenteil, der Gesetzgeber hat ja gerade hier, in definierten Grenzen, die Steuer und Sozialversicherungspflicht eingeschränkt. Wie es da zur generellen Erfüllung des Schwarzarbeits-Tatbestands kommen soll ist für mich nicht nachvollziehbar.

    Man kann da von Dumping-Löhnen sprechen, wenn man das absichtlich so falschbezeichnen will, schließlich sind Aufwandsentschädigungen ja keine Löhne.

    Ich fänds wirklich gut, wenn Du das mal für deine Argumentation berücksichtigen würdest. Das könnte wirklich zur Versachlichung und Qualitätssteigerung beitragen! Schließlich gibt es für beide seiten auch GUTE Argumente, die sogar sachlich richtig sein können ;-)

  24. datec on September 7th, 2011 23:29

    Fakt ist:
    Das HA im RD enstand durch EA.

    Ohne die UNENTGLEDLICHE Leistung des EA wäre kein cent für das HA da.
    Das ist in allen HiOgrs so. Das ist in jedem Verein so.

    Der Vergleich FFW und BF zeigt die Schwachstelle der Argumentation EA vernichtet Arbeitsplätze.
    Dann wird der RD wieder komplett EA. Was machen die HA´s dann?
    Ich denke nicht, dass sich viele Freiwillge RD´ler aus den HA´lern finden werden.

    Mission Helfen nicht verstanden. Jeder HA der EA als Konkurenz sieht, sollte seine Beruf überdenken. Denn: Beruf kommt von Berufung!!!

    HA´ler im RD sollte nur werden, wer die Idee der uneingeschränkten Hilfeleistung verstanden hat.

    Und wer EA mit Schwarzarbeit vergleicht, der sollte nicht über Ausbildungsvoraussetzungen an RD-Schulen nachdenken, sondern über seine eigene Bildung und seine eigene Einstellung zur Solidarität grübeln.

    Lieber 10 EA die ihre Arbeit mit Herz und Verstand erledigen, als ein HA der nur seinen persönlichne Vorsteil, hier: Geld, im Kopf hat.

  25. charlie-zulu on September 8th, 2011 09:46

    Dieser Ehrenamtsmist und “ohne EA kein HA”-Kram ist langsam über. Dies könnte man dann auf jeden Berufszweig ausweiten um Billig- und Billigstlohnkräfte zu rechtfertigen.

    Das geht bei Kindergärtnern genauso wie bei Altenpflegern, Putzkräften Fluglotsen oder Piloten. Welcher Hobbypilot möchte nicht mal einen Airbus DUS – MIA fliegen? Da finden die Airlines sicher “ein paar” freiwillige. Bleibt die Frage, ob die Passagiere das auch möchten.

    - Wieso also überhaupt noch Vollzeitkräfte einstellen? -

    So funktioniert unser Leben nicht und auch von “Berufung” kann man seine Familie nicht ernähren.
    Dies ist vielleicht schwer für diejenigen zu verstehen, die Hauptberuflich eben etwas ganz anderes machen (und vielleicht sogar gut verdienen..) und den RD nur als Hobbymaßnahme/Zeitvertreib kennen. Andere verdienen allerdings hiermit ihr tägliches Brot. Das Brot ist allerdings nicht besonders groß und für das bisschen Geld würden andere nicht mal morgens aufstehen!

    “Mission helfen”? Ich werde das mal ans schwarze Brett im Krankenhaus hängen. Gehaltskürzungen bei Pflegepersonal und Ärzteschaft um 90%.

    Aber _mit uns_ kann man es ja machen. Wie ich es schon öfters sagte, das Problem ist hierbei, dass wir aus den eigenen Reihen diskreditiert, beschossen und sabotiert werden.

  26. SH on September 8th, 2011 11:11

    @ datec
    In meinen Augen entstand das HA im Rettungsdienst nicht durch das EA, sondern trotz des EA. Man hat nämlich irgendwann erkannt, dass die Anforderungen, die an eine zeitgemäße Notfallrettung gestellt werden, nur durch eine Professionalisierung erfüllt werden können.
    Wenn ich – wie auch gerade in diesem Moment – in unsere Zahlen schaue sehe ich, dass unser Ehrenamt in erster Linie ein Kostenfaktor ist, den man sich aus Gründen des guten Willens und der satzungsgemäßen Aufgaben leistet. Wir jedenfalls würden durch Abschaffen des EA einiges an Geld sparen, was wir aber gar nicht wollen.

    Wenn man sich die Arbeitesbedingungen, die Gehälter, die rechtliche Situation usw. im Rettungsdienst anschaut, dann gehört schon eine ordentliche Portion “Berufung” dazu, sich diesen Beruf auszusuchen. Diese den HA pauschal abzusprechen, finde ich dreist.
    Was soll denn bitte verwerflich daran sein, dass ein Mitarbeiter im Rettungsdienst Geld für seine Arbeit haben möchte? Die KollegInnen haben dabei sicher nicht “nur ihren persönlichen Vorteil im Kopf”, sondern wollen ganz banale Dinge tun können, wie z.B. ihre Rechnungen bezahlen (was angesichts der Tarife oft genug eine Herausforderung ist).
    Dass sich Menschen auch unentgeltlich für die Gemeinschaft engagieren ist löblich und in vielen Bereichen auch unabdingbar. Nämlich genau in den Bereichen, in denen es keine hauptamtliche Struktur gibt. Beim längst professionalisierten Rettungsdienst hat das Ehrenamt nichts verloren. Dafür ist “gut gemeint” eben viel zu oft das Gegenteil von “gut gemacht”.

  27. ich on Dezember 5th, 2011 17:39

    Ehrenamt in Hilfsorganisationen ist grundsätzlich zu befürworten .
    Ehrenamt im Rettungsdienst ist nichts weiter als Ausbeutung. Vieleicht wird vielen EA eine Einstellung in Aussicht gestellt., wenn sie Dienste Übernehmen.Denn wirklich viel Geld verdienen die nicht.Der Grund für so eine Personslpolitik ist die Angst vor der nächsten Ausschreibung. Die Kosten müssen gering gehalten werden.Und sparen kann mann am besten am Personal. Dumpinglöhne sind Altag bei den Hios geworden. Den Rettungsdienst zu Kommunalisieren ist die richtige Alternative.

  28. dt64 on Juli 6th, 2012 09:17

    Sicherlich ist Kommunalisierung schön, aber was der Landkreis sich in punkto Stellenbesetzung leistet ist schon der Hammer. Da muss man der bekannte des Vaters vom Sohn sein um ne stelle zu bekommen. Oder man schläft mit jedem den es gibt dort.

    Alter echt zum kotzen so ein Betrieb der nichtmal auf Fachkräfte aus der eigenen Region eingeht.

    Respekt Daumen hoch

  29. Jörn on Juli 6th, 2012 10:47

    @dt64: Das ist starker Tobak, den Sie da von sich geben, lieber User “dt64″. Wie gut, dass Ihnen die Anonymität des Internets Schutz vor Strafverfolgung bzw. zivilrechtlicher Klagen bietet. Denn das, was Sie hier posten, könnte durchaus den Straftatbestand der Verleumdung (vulgo “Rufmord”) erfüllen, auch wenn Ihre Formulierungen recht vage sind…

    Respekt! Daumer runter!

    Ärgerlicher Gruß aus dem Südwesten der Republik

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