Bundeseinheitliche Qualitätsstandards für psychosoziale Betreuung


Bonn (BBK) – Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) veranstaltet im November 2008 in Bonn eine Konsensus-Konferenz. Hier werden erstmals bundeseinheitliche Standards und Leitlinien zur psychosozialen Betreuung von Notfallopfern und Angehörigen nach schweren Unglücksfälle und Katastrophen sowie für die „Hilfe für Helfer“ verabschiedet. 

Beteiligt sind alle Institutionen und Organisationen, die die psychosoziale Notfallversorgung in Deutschland maßgeblich verantworten, anbieten und anwenden. Dazu gehören neben dem Bundesministerium des Innern das Bundesministerium für Verteidigung, das Bundeskriminalamt, die Bundespolizei, das THW, Länderinnenministerien, Fachgesellschaften und Fachverbände der Psychologie, Psychiatrie und Katastrophenmedizin sowie des Öffentlichen Gesundheitsdienstes.

Ebenso entscheidend involviert sind die Feuerwehren (AGBF-Bund und DFV), die Hilfsorganisationen (ASB, DRK; JUH; MHD), die Evangelische und Katholische Notfallseelsorge, die Bundespsychotherapeuten- und Bundesärztekammer, die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung und namhafte Wissenschaftler.
 

Ausgangspunkt der Konferenz ist der verstärkt geäußerte Wunsch nach mehr Handlungssicherheit und wissenschaftlich abgesicherter fachlicher Orientierung für psychosoziale Maßnahmen und Methoden in Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei sowie im Bevölkerungs- und Katastrophenschutz.

Mit den Ergebnissen der Konferenz soll der Entwicklung der letzten 15 Jahre entsprochen werden. Seitdem werden in Deutschland vielerorts Notfallseelsorgedienste und Kriseninterventionsteams im Rettungsdienst gebildet, die die medizinische und technische Hilfeleistung bei schweren Unglücksfällen und Katastrophen ergänzen. Auch werden Einsatznachsorgeteams gegründet, um Helfer bei der Verarbeitung von psychisch belastenden Einsätzen zu unterstützen. Die Qualität dieser Angebote in Ausbildung und Praxis ist allerdings sehr heterogen. Außerdem fehlt diesem jungen Fachgebiet vielfach die wissenschaftliche Absicherung.

Damit Betroffene von schweren Unglücksfällen und Katastrophen und auch Einsatzkräfte im Bedarfsfall eine adäquate Unterstützung bekommen, hat sich das BBK die Qualitätssicherung der Psychosozialen Notfallversorgung zur Aufgabe gemacht.

Schon 2003 wurde ein eigenes Forschungsprogramm zu psychosozialen Fragen im Bevölkerungs- und Katastrophenschutz aufgelegt. Erste Studienergebnisse liegen bereits vor (www.notfallversorgung.de; www.einsatzkraft.de). Ein nächster Schritt ist die Vorbereitung und Moderation der Konsensus-Konferenz, mit der ein Meilenstein in der fachlichen Absicherung der Psychosozialen Notfallversorgung in Deutschland erreicht ist.

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