BRK wendet sich gegen Hilfsfrist-Verkürzung


RTW Köngen bei NachtMünchen (BRK) – Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) fordert in der Diskussion über die Hilfsfristen im Rettungsdienst mehr Realitätssinn.

Das ARD-Magazin „Plusminus“ hatte vergangenen Mittwoch (09.03.2016) über die mögliche Verkürzung der Hilfsfristen berichtet und damit Diskussionen in der Publikumspresse ausgelöst.

„Natürlich kann man statistisch berechnen, wieviel Menschen schneller gerettet werden könnten bei einer Verkürzung der Hilfsfrist von 12 auf 8 Minuten“, wird BRK-Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk auf der Website der Hilfsorganisation zitiert. Die dafür erforderlichen zusätzlichen Fachkräfte stünden derzeit aber auf dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung.

Stärke rechnet vor, dass eine Verkürzung von 12 auf 8 Minuten allein für das BRK einen zusätzlichen Bedarf von mindestens 100 weiteren Rettungswachen und damit zirka 500 mehr Personalstellen bedeuten würde. Es sei fraglich, ob mit einer solchen Maßnahme am Ende wirklich die wenigen Fälle ausgeschlossen werden könnten, bei denen heute ein Verletzter oder ein Patient länger als 12 Minuten auf ein Rettungsmittel warten müsse. Hier stünden Aufwand und Erfolg nicht mehr in einem angemessenen Verhältnis, zeigt sich der BRK-Landesgeschäftsführer überzeugt.

Stärk erinnert daran, dass die Strukturanalyse des Rettungsdienstes in Bayern eine rechnerische Fahrzeit von 12 Minuten als Basis hat. Diese gelte für den gesamten Flächenstaat Bayern und nicht nur in den Ballungsräumen. Damit bestehe die Möglichkeit, die gesetzte Frist flächendeckend einzuhalten.

(15.03.2016; Symbolfoto: Markus Brändli)

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