BRK-Wasserwacht übt in reißender Strömung


Springerrettung

Springerrettung

Bad Reichenhall (BRK/ml) – Das zweite Jahr in Folge haben Einsatzkräfte des Wasserrettungszuges Niederbayern zusammen mit Mitgliedern der Wasserwacht-Ortsgruppe Bad Reichenhall an einem Fließgewässer-Training in der Saalach bei Bad Reichenhall teilgenommen.

Die Gäste der Kreis-Wasserwacht Rottal-Inn konnten einen Tag lang intensiv unter fachkundiger Anleitung der beiden heimischen Ausbilder Alexander Schwarz und Christian Standl die wichtigsten Techniken zur Strömungsrettung üben.

Die BRK-Wasserwacht ist im Berchtesgadener Land mit drei mobilen und einer stationären Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) für den Wasserrettungsdienst zuständig, wobei die Ehrenamtlichen immer wieder auch zu Einsätzen an die vielen Gebirgsbäche und Flüsse gerufen werden, die niederschlagsabhängig gewaltige Wassermassen mit sich führen. „Entsprechende Sicherheitsvorkehrungen sowie ausreichend Übungs- und Einsatzerfahrung helfen im Ernstfall, das Risiko für alle Beteiligten in der Strömung zu minimieren“, erklärt Ausbilder Christian Standl.

Wurfrettung und Springerrettung

Nach einem Techniktraining zur Flussüberquerung und zum sicheren Begehen eines Strömungsabschnittes frischten die Teilnehmer an der Saalach ihre Fähigkeiten beim aktiven und passiven Schwimmen im Fließgewässer auf und übten den Umgang mit dem so genannten Wurfretter und die Springerrettung. Ein in der Strömung gespannter Balken diente als fiktives, natürliches Hindernis und musste von den Einsatzkräften schwimmend überquert werden, was nach stundenlangem Training im Wasser bei einigen an den Kraftreserven zehrte.

Mit viel Aufwand bauten die Gruppen eine Hilfsseilbahn über den Fluss: Fixiert am Führungsseil können so im Ernstfall Retter, Patient, eine Trage oder sogar ein Boot mit zusätzlichen Zugseilen oder einem Flaschenzug über das Wasser transportiert werden. Einsatztaktik und Teamarbeit waren besonders am Ende des Trainingstages gefragt: Ein fiktiv verunfallter Wassersportler musste von einem Stein mitten im Fluss gerettet werden. Mit vier Seilen platzierten die Wasserretter unter vereinten Kräften gegen die Strömung ein Schlauchboot punktgenau vor dem Patienten, der sofort von einem Wasserretter in die Seilfähre gezogen und sicher an Land gebracht wurde.

Zur Rettung eines in der Strömung treibenden Patienten wurde in mehreren Durchgängen auch die Springerrettung geübt, bei der aus Sicherheitsgründen zwei Wasserretter Hand in Hand zusammenarbeiten müssen. Der Springer wird durch den Leinenführer mit einem Seil an seiner Schwimmweste gesichert, wobei ein lösbares System mit Panikverschluss benutzt wird, den der Springer im Notfall blitzschnell öffnen kann. Da aufgrund der Strömung enorme Kräfte wirken, trägt der Leinenführer ständig Handschuhe, um Verletzungen an den Handflächen vorzubeugen. Wie bei der Wurfretter-Technik müssen sich die Helfer im Vorfeld geeignete Flussabschnitte mit ruhigen Kehrwasserbereichen suchen, in die Patient und Retter gezogen werden können.

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