BRK-Reform einen großen Schritt weiter


München (BRK) – Mit großer Mehrheit hat der Landesvorstand des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) am Montag in München mit einem klaren Bekenntnis zur Körperschaft als Rechtsform das Reformkonzept von Landesgeschäftsführung und Reformkommission angenommen und zur Diskussion in den Gliederungen freigegeben.

 „Ziel der Reform ist es, mit einer schlankeren und klareren Verbandsstruktur einerseits mehr finanzielle Spielräume für ehrenamtliche Tätigkeiten zu erreichen, andererseits aber auch den gestiegenen Anforderungen an eine professionelle Leitung und an ein wirtschaftliches Handeln des großen Wohlfahrtsverbandes BRK zu genügen“, sagt BRK-Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk.

 

Kern des Reformkonzeptes ist eine klare Aufgabenzuordnung für die ehrenamtliche Aufsicht einerseits und die hauptamtliche operative Führung andererseits. „Das BRK ist und bleibt eine ehrenamtlich geführte Organisation“, betont BRK-Präsidentin Christa Prinzessin von Thurn und Taxis, und ergänzt, dass die Verantwortung für das Tagesgeschäft jedoch nicht länger vom Ehrenamt getragen werden könne.

 

Deshalb hat die Reformkommission, die überwiegend aus ehrenamtlichen Führungskräften aus Kreisverbänden und BRK-Gemeinschaften zusammengesetzt war, auch klar die Trennung von Aufsicht und Exekutive als Grundprinzip für jede Verbandsebene empfohlen. Die innere Organisation und Verfassung der starken BRK-Gemeinschaften Bergwacht, Bereitschaften, Jugendrotkreuz und Wasserwacht bleiben von diesen strukturellen Empfehlungen unberührt, ihre Arbeit soll stärker unterstützt werden.

Die Gemeinschaften sollen durch die Vereinbarung von Budgets jedoch mehr Planungssicherheit für ihre wichtigen Aufgaben beispielsweise in Sanitätsdienst und Erste-Hilfe-Ausbildung, Sozialdiensten und Katastrophenschutz erhalten.

 

Das Reformkonzept beinhaltet mehrere Alternativen für einen dreistufigen Verbandsaufbau aus Landesebene, Bezirks- und Kreisverbänden. Der Landesvorstand hat diese Überlegungen noch um eine weitere, zunächst von der Reformkommission nicht weiter verfolgte Variante der Strukturanpassung ergänzt, nämlich eine künftige Verbandsgliederung ohne Bezirksebene mit einer klaren zweistufigen Führungsstruktur auf Landes- und Kreisebene.

 

Der Landesvorstand hat auf Forderung der BRK-Gemeinschaften weiterhin wichtige Leitlinien für die Verbandsreform beschlossen, wie zum Beispiel die Selbstverpflichtung aller Ebenen zum kostendeckenden Betrieb von wirtschaftlichen Einrichtungen, vor allem in Pflege und Betreuung sowie die stärkere Beachtung des Grundsatzes, die Hilfeleistung nach dem Maß von menschlicher Not und Bedürftigkeit auszurichten.

 

Mit dem Reformkonzept hat der Verband Zeit, in den kommenden Monaten verschiedene Möglichkeiten der Verbandsreform und eine Verschlankung der Verwaltungsstrukturen zu diskutieren, um im Rahmen einer außerordentlichen Landesversammlung im November 2008 eine Entscheidung über eine neue Verbandsstruktur zu treffen.

 

„Wir haben mittlerweile positiven Zuspruch aus dem Verband für diesen Weg, vor allem aus dem Ehrenamt“, sagt BRK-Präsidentin Christa Prinzessin von Thurn und Taxis. Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk ergänzt: „Hauptamt und Ehrenamt arbeiten bei der Reform eng zusammen. Niemand bestreitet mehr ernsthaft den Reformbedarf angesichts einer mangelnden Kostendeckung in vielen Bereichen, wie zum Beispiel in der Pflege von alten und behinderten Menschen. Hier fordern wir gleichzeitig von der Politik und den Kostenträgern eine bessere Kostenerstattung“.

 

„Das BRK will sich auch in Zukunft intensiv auf seinen humanitären Auftrag konzentrieren und das Leben von Menschen in Not und sozial Schwachen durch die Kraft der Menschlichkeit verbessern“, sagt die BRK-Präsidentin, die sich dabei auf rund 150.000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer verlassen kann.

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