Bremerhaven: Klinik-Verkauf ärgert Rettungsdienst


Bremerhaven (BF) – Durch den geplanten Verkauf von zwei der drei Kliniken im Stadtgebiet (108.000 Einwohner) befürchtet die Berufsfeuerwehr Bremerhaven Probleme in der Notfallversorgung.

Die Feuerwehr Bremerhaven ist für den städtischen Rettungsdienst allein zuständig. Wie die Wehr am Mittwoch (22.01.2014) mitteilte, bestünde daher eine enge Zusammenarbeit mit den Notfallambulanzen der Krankenhäuser. Man betrachte sich als Partner in der Versorgung von Notfallpatienten.

Umso überraschter zeigt sich der Dezernent der Feuerwehr, Stadtrat Jörn Hoffmann, die Entscheidung zum Verkauf von zwei Kliniken durch die Presse zu erfahren. „Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit stelle ich mir anders vor“, so Stadtrat Jörn Hoffmann.

Mathias Ellerbeck, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst der Feuerwehr Bremerhaven, sorgt sich um Arbeitsabläufe und Qualitätsstandards in den Notfallaufnahmen. Es sei unerlässlich, eine zukunftssichere Notfallaufnahme sicherzustellen.

„Als Träger des Rettungsdienstes in Bremerhaven sehen wir uns nunmehr in der Pflicht zu beobachten, ob die Versorgung in den Notaufnahmen weiterhin den notwendigen medizinischen Anforderungen entspricht. Auch die Zentralisierung der Notfallaufnahme in einem Krankenhaus der Seestadt muss hierbei in Erwägung gezogen werden“, so der Dezernent der Feuerwehr Bremerhaven.

2 Responses to “Bremerhaven: Klinik-Verkauf ärgert Rettungsdienst”

  1. Wouter on Januar 24th, 2014 08:17

    „Die BF BHV als Träger des RD sieht sich in der Pflicht zu beobachten, ob die Versorgung in den Notaufnahmen weiterhin den notwendigen medizinischen Anforderungen entspricht.“
    Viel Spass beim Beobachten! Woraus leitet die BF ihre „Pflicht“ ab? Eine Feuerwehr als gestrenger Hüter und Aufseher von Anstand und Moral in allen Bereichen des Lebens? Was qualifiziert eine Feuerwehr dazu , dies professionell tun bzw können zu wollen? Was soll die Folge sein? Soll das Qualitätsmanagement der KH nun von der Feuerwehr in Frage gestellt werden? Am Besten auch noch auditiert und (re-) zertifiziert werden ? Will ein Arzt den anderen Arzt „anschmieren“? These: Lediglich ein fragwürdigerund taurig- amüsanter Profilierungsversuch und Gutmenschen-PR. Oder Ablenkung.

    Ich stelle die weitere These auf, das die Krankenhäuser beobachten müssen , ob die Qualität im Rettungsdienstbereich den medizinischen Anfordrungen genügt. Das Geschrei der Floriansjünger wird weit zu hören sein!

  2. Olaf on Januar 25th, 2014 09:49

    Moin.

    Das mit dem gegenseitigen kontrollieren wird vermutlich so nicht statt finden. Was die Feuerwehr wohl beurteilen kann ist was denn nach einem Verkauf noch an Leistung in der ZNA geboten wird. In Hamburg ist vor langer Zeit auch einiges an Krankenhäusern an private Anbieter verkauft worden. Von einer Klinik ist mir bekannt daß sie nicht mehr als „primäre“ Anlaufstelle gilt. Über die Jahre wurden Stroke-Unit, Katheterlabor und sogar die Uro-Ambulanz geschlossen. Und eine ZNA ohne solche Schlüsselleistungen wird kaum noch angefahren.

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