Bonner Uniklinik eröffnet Notfallzentrum


Bonn (Universität Bonn) – Neuerdings steht eine zentrale Anlaufstelle auf dem Venusberg allen erwachsenen Notfallpatienten und den Rettungsdiensten jeden Tag rund um die Uhr zur Verfügung. Durch die fachübergreifende Kooperation wird für die Notfallmedizin eine optimale Patientenversorgung erreicht.

Am Sonntag, 22. Juni, stellt sich das neue Interdisziplinäre Notfallzentrum des Universitätsklinikums Bonn vor und lädt die interessierte Öffentlichkeit zu einem Tag der offenen Tür ein.

Der Rettungswagen fährt vor und ein Ärzteteam kümmert sich sofort um den Patienten. Nach einer fachkundigen Ersteinschätzung führt es jegliche in der Notfallsituation erforderliche Diagnostik sowie medizinische Sofortmaßnahmen durch und erarbeitet den Behandlungsplan. Jeden Tag rund um die Uhr sind Chirurgen, Orthopäden, Unfallchirurgen, Urologen, HNO-Ärzten, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen, Augenärzte, Kardiologen und Internisten für die Notfallpatienten da. „Durch den schnellen fachlichen Austausch gewährleisten wir, dass der Patient sofort die richtige ärztliche Betreuung bekommt. Somit verhindern wir den so genannten Patiententourismus über mehrere Aufnahmestationen, durch den kostbare Zeit verloren geht“, sagt Professor Dr. Michael Lentze, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Bonn.

Die Bonner Unikliniken auf dem Venusberg als Zentrum der Maximalversorgung ist keine Neuigkeit. Allerdings ist das Areal der Kliniken weitläufig und unübersichtlich. Während es einfach war, einen Unfallchirurgischen Notfall anzuliefern, wurden polytraumatisierte Patienten eher in die Neurochrirurgie gefahren, weil dort das CT am einfachsten zugänglich war, während die liegende Notfallanlieferung für den Bereich HNO oder Augenklinik wegen baulicher Unzulänglichkeiten erschwert wurde.

Nun ist auf dem Venusberg ist das Notfallzentrum Bonn die zentrale 24h-Anlaufstelle für alle Notfallpatienten. Neben einem geräumigen Anmelde- und Wartebereich ist es ausgestattet mit drei Schockräumen, einem Gipsraum, Notfallendoskopie und acht universellen Behandlungsräumen. Die Zeit bis zum ersten Arztkontakt ist deutlich verringert. Zudem gewährleistet die zentrale Lage mit kurzen Wegen unter anderem zu OP, Intensivstationen und Kliniken eine lückenlos ablaufende Patientenversorgung. Das Notfallzentrum arbeitet eng mit den Kliniken, niedergelassenen Ärzten und den Rettungsdiensten zusammen. Als Schnittstelle verbessert es die Kommunikation zwischen dem Hausarzt und der behandelnden Klinik. „Wir sind jederzeit darauf vorbereitet, beispielsweise bei schweren Verkehrsunfällen oder bei Großereignissen wie Rhein in Flammen eine über das übliche Maß hinausgehende Zahl an Patienten zu versorgen“, sagt Dr. Ingo Gräff, Ärztlicher Koordinator des Notfallzentrums Bonn.

Webseite des Notfallzentrums

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