Bilanz der Silvesternacht 2009/2010


Bremen (rd.de) – Insgesamt berichten Feuerwehren und Rettungsdienste von einem überwiegend ruhigen Jahreswechsel. Abgesehen von klassischen Einsatzindikationen an solchen Tagen wie Alkoholmissbrauch, Körperverletzungen und Verletzungen durch Feuerwerkskörper war in einigen Regionen auch die winterliche Witterung der Auslöser für Notfalleinsätze.

In Berlin, wo am Brandenburger Tor die größte Silvesterparty Deutschlands stattfand, wurde der Rettungsdienst zwischen Silvester, 19:00 Uhr, und Neujahr, 06:00 Uhr, zu insgesamt 1094 Einsätzen (Vorjahr: 996) gerufen. Neben zahlreichen Einsätzen im Zusammenhang mit Bränden waren die Rettungsfachkräfte um 00:41 Uhr in Alt-Treptow gefordert, um eine schwere Amputationsverletzung an der Hand zu versorgen, die sich der Betroffene durch einen Feuerwerkskörper zugezogen hatte.

In Dortmund zerstörte ein Feuer einen türkischen Lebensmittelmarkt. Zwei Mieter des Hauses, an dem sich der Markt befindet, erlitten Rauchvergiftungen und mussten in Krankenhäuser transportiert werden.

In Frankfurt/Main kam es am Neujahrsmorgen um 02:13 Uhr zu einem dramatischen Zwischenfall an der U-Bahn-Station Kruppstraße. Dort geriet eine 35-jährige Frau aus ungeklärten Gründen unter eine U-Bahn. Während die Feuerwehr mit hydraulischen Geräten den Zug anhob, versorgten Rettungsassistenten und ein Notarzt die Frau. Sie kam mit schwersten Verletzungen in ein Krankenhaus. Der U-Bahn-Fahrer erlitt einen Schock.

In München hatten es Feuerwehr und Rettungsdienst neben dem klassischen „Silvester-Geschäft“ mit einer Massenkarambolage auf der Autobahn 99 zu tun. Auf dem Autobahnring München-West war es im Bereich der Anschlussstelle Ludwigsfeld am Neujahrsmorgen gegen 00:55 Uhr im dichten Nebel zu dem Unglück gekommen. Acht Fahrzeuge kollidierten; fünf Personen wurden verletzt und mussten in Kliniken gebracht werden. In einem Bus der Feuerwehr konnten sich weitere zehn Erwachsene und drei Kinder, die unverletzt blieben, aufwärmen und heißen Tee trinken.

In Köln rückten die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst 651-mal seit Silvestermorgen aus. Im Vergleich zu einem durchschnittlichen Einsatztag seien dies doppelt so viele Einsätze im Rettungsdienst und fünfmal so viele Einsätze in Brandschutz und technischer Hilfe gewesen, teilte die Kölner Berufsfeuerwehr mit. Zusätzliche Arbeit kam auf die Helfer durch das Konzert der „Fantastischen Vier“ im Stadion zu. Das Event machte einen Sanitätsdienst und einen verstärkten Rettungsdienst notwendig.

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?