Berlin: Soldaten helfen im Rettungsdienst


Berlins LBD Wilfried Gräfling begrüßt die Verstärkung des Rettungsdienstes durch die Bundeswehr. (Foto: Björn-Steiger-Stiftung)

Berlins LBD Wilfried Gräfling begrüßt die Verstärkung des Rettungsdienstes durch die Bundeswehr. (Foto: Björn-Steiger-Stiftung)

Berlin (rd.de) – Die kontinuierlich steigenden Einsatzzahlen bei Feuerwehr und Rettungsdienst bereiten Berlins Landesbranddirektor Wilfried Gräfling Kopfzerbrechen.

Wie der Tagesspiegel in seiner heutigen Ausgabe berichtet, werden die Fahrzeuge im Jahr 2008 rund 337.000 Mal ausrücken müssen, gegenüber 315.000 Einsätzen im Vorjahr. Besonders knifflig sei die Lage im Rettungsdienst. Statt 800 Einsätze pro Tag, müssen die Retter rund 900 Mal pro Tag ran.

Die Ausgangslage für Berlin mit seinen leeren Kassen ist wohl klar. Die Umsetzung der EU-Arbeitszeitregelung, wonach die Feuerwehrleute maximal 48 statt vormals 55 Stunden Dienst pro Woche schieben dürfen, macht die Angelegenheit nicht gerade einfacher.

Für den Rettungsdienst kommt Verstärkung von der Bundeswehr. Schon seit Jahren fährt ein Notarztwagen des Bundeswehrkrankenhauses für die Feuerwehr. Nun sei seit kurzem auch ein Rettungswagen in Wedding mit Bundeswehrpersonal im Einsatz. Die Feuerwehr wünscht sich eine Ausweitung dieser Zusammenarbeit. Auch deshalb, weil die 8-Minuten-Hilfsfrist der Rettungswagen nur in rund 60 % der Fälle eingehalten wird.

Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) kündigt ab 2010 mehr Geld für Fahrzeuge und Personal an.

2 Responses to “Berlin: Soldaten helfen im Rettungsdienst”

  1. lf99 on September 21st, 2008 19:33

    Angestellte in den Rettungsdienst!
    Die Berliner Feuerwehr-Führung sollte den eingeschlagenen Weg fortführen und den Angestellten Mitarbeitern im Rettungsdienst (den Rettungsassistenten)eine berufliche Perspektive bieten. Denn zur Zeit werden mit den neuen Mitarbeitern nur 2 Jahres Zeitverträge abgeschlossen.Danach sollen diese Mitarbeiter die Feuerwehr wieder verlassen.Das ist wenig motivierend und trägt nicht zur guten Stimmung auf den Wachen bei.Dabei sind diese Mitarbeiter sehr gut ausgebildet und wirken wie eine Bluttransfusion für die Berliner Feuerwehr.Und ein Angestellter Rettungsassistent ist auch noch viel preiswerter,und das Monat für Monat. Eine Trennung von Rettungsdienst und Brandschutz/Technischer Hilfeleistung unter dem Dach der Feuerwehr würde zu einer Anhebung der Qualität in allen drei Bereichen führen.Denn niemand kann Vollprofi in allen Aufgabengebieten der Feuerwehr sein.

  2. Michael Kraus on September 24th, 2008 12:26

    Ich kenne den Rettungsdienst der Berliner Feuerwehr noch aus den 80er Jahren. Damals war ich schockiert über die qualitative Rückständigkeit des Berliner RD-Systems. Seither verfolge ich mit Interesse die Entwicklungen in Berlin. Auch ich glaube, dass gerade in so einem RD-Bereich mit hohen Einsatzfrequenzen, der „Ab-und-zu-RettAss“ (der ja oft viel lieber „richtiger“ Feuerwehrmann ist) keine Zukunft haben kann.
    In persönlichen Gesprächen mit Kollegen der FW wurde mir dies immer wieder bestätigt. Der RD hat sich eben in den letzten 25 Jahren stark verändert. Genauso wie sich die Anforderungen an eine moderne (Berufs-) Feuerwehr insgesamt stark verändert haben. Spezialisierung überall – Überforderung bei Allround-Kräften sind vorprogrammiert. Es sei denn man nimmt ganz bewusst Qualitätseinbußen und Demotivation des Personals in Kauf.
    Aber letztlich haben es die Verantwortlichen der Berliner Feuerwehr in der Hand hier etwas zu ändern und ihre Behörde auf die Anforderungen der Gegenwart und der Zukunft anzupassen. Ich denke auch dort gibt es sehr qualifizierte und kluge Menschen, die das Zeug dazu haben hier angemessen zu reagieren. Fragt sich nur was die Landes-/ Kommunal-Politik hier für eine Rolle spielt.
    Des Weiteren finde ich es angebracht bei bestehendem Bedarf zu überlegen wie man sinnvoll andere Kräfte nach qualitativen Gesichtspunkten einbinden kann. In Berlin gibt es schlagkräftige Hilfsorganisationen und auch einige wirklich qualifizierte private KTP-Anbieter. Wie einfach könnte man hier die Hilfsfristen enorm positiv beeinflussen. Hier liegen noch sehr viele Ressourcen brach, die sinnvoll und ohne immensen Aufwand für Notfallpatienten eingesetzt werden könnten – wenn man dies wollte 😉
    Michael

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