Berlin: Mehr Verletzungen durch Silvesterfeuerwerk


Berlin (BF) – Die Berliner Feuerwehr betreibt seit Jahren umfangreiche Aufklärungsmaßnahmen zum korrekten Umgang mit Feuerwerkskörpern. Offenbar ohne Erfolg. Die Zahl typischer, von Pyrotechnik verursachter Verletzungen steigt rund um Silvester in der Bundeshauptstadt von Jahr zu Jahr.

Wie die Berliner Feuerwehr am Donnerstag (02.01.2013) mitteilte, wurden in der Silvesternacht mindestens 79 Personen mit Verletzungen durch Pyrotechnik durch den Rettungsdienst behandelt. Im Vorjahr seien es „nur“ 63 Personen gewesen.

Das Verletzungsmuster bei diesen Unfällen ist dabei breit gefächert: angefangen von leichten Verbrennungen an Händen oder Gesicht über Verletzungen an den Augen oder dem Gehör bis zu Amputationsverletzungen an den Händen. Allein das Unfallkrankenhaus Berlin hatte in der Silvesternacht 13 schweren Handverletzungen und mindestens 15 anderen Verletzungen durch Feuerwerksköper zu behandeln.

Diese Zahlen hochgerechnet, ginge die Feuerwehr von rund 500 Personen aus, die in der Silvesternacht durch Pyrotechnik verletzt worden seien. Dabei seien rund 50 Prozent der Verletzungen fremdverschuldet, also von anderen fahrlässig herbeigeführt.

Besonders tragisch verlief ein Fall in Berlin-Pankow, bei dem ein 31-jähriger Mann beim Zünden eines illegalen Feuerwerkskörpers die rechte Hand verlor. Eine Rettungswagen-Besatzung der Berliner Feuerwehr behandelte den Mann und transportierte ihn in die Notaufnahme des Unfallkrankenhauses Berlin.

Wie die Feuerwehr weiter mitteilte, sei zudem ein gesteigertes Aggressionspotential gegenüber den Einsatzkräften und Fahrzeugen der Feuerwehr zu verzeichnen gewesen. So wurden diverse Einsatzfahrzeuge während der Alarmfahrten mit Feuerwerkskörpern beschossen. Auch vor Ort wurden Einsatzkräfte mit Knallern beworfen. Landesbranddirektor Gräfling ließ mitteilen, ihm fehle „jedes Verständnis für solche Taten“.

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