Berlin: Hilfsorganisationen als Rosinenpicker?


Berlin (rd.de) – Im Berliner Rettungsdienst knirscht es. Nach Informationen des Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) bringen sich Hilfsorganisationen ins Gespräch, um stärker in der Notfallrettung eingebunden zu werden. Hintergrund sind offenbar Probleme bei der Einhaltung der Hilfsfrist.

Acht Minuten beträgt die offizielle Hilfsfrist in Berlin. Zu häufig scheint es in der Bundeshauptstadt vorzukommen, dass der Rettungsdienst diese Frist nicht einhält. Das wird auch Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) erkannt haben. Im Doppelhaushalt 2014/2015 sind deshalb offenbar 80 zusätzliche Planstellen für die Feuerwehr der Stadt eingeplant worden. Damit sollen sieben weitere Rettungswagen besetzt werden.

Wie das RBB-Magazin „Klartext“ nun berichtet, scheint es eine alternative Lösung zu geben: den verstärkten Einsatz von Hilfsorganisationen. Diese scheinen sowohl personell als auch technisch in der Lage zu sein, der Feuerwehr im Rettungsdienst kurzfristig und spürbar unter die Arme zu greifen. Laut dem Sender scheue die Feuerwehr aber diesen Schritt aus Angst, sie könnte am Ende Aufgaben und damit Einnahmen verlieren.

Von dem will die Berliner Feuerwehr laut „Klartext“ nichts wissen. Angeblich würden sich Hilfsorganisationen nur dort für die Notfallrettung interessieren, wo sie wirtschaftlich lukrativ sei. Von „Rosinen picken“ soll die Rede gewesen sein.

Ob und gegebenenfalls in welchem Umfang die Hilfsorganisationen in Berlin stärker an der Notfallrettung beteiligt werden, ist unklar. Im März 2013 soll Senator Henkel nach Angaben der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft noch angekündigt haben, sich „für mindestens 200 zusätzliche Stellen bei der Berliner Feuerwehr“ starkmachen zu wollen. 80 sind’s geworden. Das Versprechen gab Henkel, nachdem er eine Nachtschicht auf einem RTW miterlebt hatte.

3 Responses to “Berlin: Hilfsorganisationen als Rosinenpicker?”

  1. Oliver Stahl via Facebook on Oktober 11th, 2013 13:54
  2. Ingo on Oktober 14th, 2013 09:39

    Na wenigstens hat sich der Mensch Herr Henkel mal ein Bild gemacht.
    Es sollten sich viel mehr Politiker, Krankenkassenmenschen usw. auch ein Bild davon machen.

  3. Peter on Oktober 16th, 2013 12:22

    Die Hilfsorganisationen in Berlin konnten sich bisher keine „Rosinen herauspicken“, denn die Feuerwachen wurden ihnen vom Senat und der Feuerwehr zugewiesen. Das DRK fährt zu weniger als die hälfte des Feuerwehrkostensatz , liegt es auch an der schlechteren Bezahlung der Mitarbeiter?

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