Bergrettung trotz einsetzender Dunkelheit


Ramsau (BRK/ml) – Die Bergwacht Ramsau musste am Sonntagabend bei Dunkelheit und Regen zwei auswärtige Kletterer vom Kleinen Watzmann retten.

Das Duo war über die alte Westwand aufgestiegen und hatte auf dem Rückweg über den Normalweg versucht, sich am so genannten Gendarm, einer ausgesetzten Kletterstelle, abzuseilen. Da die beiden ihr Seil nicht mehr abziehen konnten und auf einem Felsband festsaßen, setzten sie per Handy einen Notruf ab.

Die Leitstelle Traunstein alarmierte daraufhin um 18.08 Uhr die Bergwacht Ramsau. Der Einsatzleiter wollte geländebedingt zunächst einen Polizeihubschrauber mit Rettungswinde anfordern; die Maschine konnte aber aufgrund einer Gewitterfront nicht vom Flughafen München nach Ramsau fliegen. So nahm die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ zwei Bergwachtmänner am Tallandeplatz zu einem Suchflug auf, wobei die beiden Kletterer relativ rasch auf einem Felsband geortet werden konnten. Bei einer Zwischenlandung am Watzmannhaus montierten die Einsatzkräfte ein Rettungstau an den Hubschrauber, um die Bergretter direkt bei den in Not geratenen absetzen zu können. Der Versuch scheiterte aber aufgrund starker Windböen, weshalb der Pilot in zwei Anflügen insgesamt vier Bergretter im Schwebeflug unterhalb der Einsatzstelle absetzen musste.

Die Bergwacht stieg dann bei einsetzender Dunkelheit und Regen rund 70 Meter hoch zu den beiden unverletzten Kletterern auf, die sich mit Hilfe der Einsatzkräfte und zusätzlicher Ausrüstung selbst weiter abseilen konnten. Retter und Gerettete stiegen danach über die Kederbichel zur Kührointalm ab. Die Kletterer übernachteten dort, die Bergretter wurden per Geländefahrzeug abgeholt und kamen gegen 23 Uhr wieder im Tal an.

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?