Bayern hält an RTH-Plänen fest


München (IM-BY) – Bayerns Innenminister Joachim Herrmann bedauert die ablehnende Entscheidung Baden-Württembergs über einen neuen Rettungshubschrauberstandort im grenznahen Gebiet. Gleichwohl kündigte der Minister an, jetzt einen neuen Standort auf bayerischer Seite schaffen zu wollen.

Herrmann hatte auf der Innenministerkonferenz im Dezember 2012 hinsichtlich einer möglichen gemeinsamen Lösung mit seinem baden-württembergischen Innenministerkollegen vereinbart, dass eine endgültige Entscheidung bis spätestens Mitte Januar 2013 vorliegen müsse. Bereits damals hatte Herrmann für den Fall einer Absage aus Baden-Württemberg einen neuen eigenen Rettungshubschrauberstandort angekündigt.

„Wir werden jetzt keine Zeit verlieren, um die Luftrettung im südwestlichen Mittelfranken und im nordwestlichen Schwaben durch einen neuen Rettungshubschrauber auf bayerischer Seite weiter zu verbessern“, so der Innenminister. „Deswegen plane ich für den 31. Januar 2013 bei der Regierung von Mittelfranken in Ansbach ein Gespräch mit allen betroffenen Oberbürgermeistern und Landräten aus den mittelfränkischen Rettungsdienstbereichen und aus dem Rettungsdienstbereich Augsburg sowie den Krankenkassen.“

Bei dem Treffen soll ein breiter Konsens über das weitere Vorgehen erzielt werden. Danach könne schnell eine Entscheidung über einen neuen Rettungshubschrauberstandort getroffen werden. Herrmann strebt eine endgültige Entscheidung noch im ersten Quartal 2013 an.

5 Responses to “Bayern hält an RTH-Plänen fest”

  1. Hanseretter on Januar 23rd, 2013 14:45

    Aber anfordern werden die Baden-Württemberger den Hubschrauber dann doch….
    Ja vom Schwaben lernen heisst für das Leben lernen!

  2. Jörn on April 3rd, 2013 13:19

    @Hanseretter: Warum auch nicht? Die bairischen Schwaben fordern ja auch gerne den Ulmer CHRISTOPH 22 an. 🙂

    AKTUELL wird der nun in Sinbronn (Stadt und Landkreis Ansbach/BAY) geplante RTH-Standort auch im Ländle zum Politikum, schließlich ist am 22.9. Bundestagswahl:

    http://www.swp.de/crailsheim/lokales/crailsheim/Luftrettung-Abgeordneter-Bullinger-uebt-harsche-Kritik-an-der-Landesregierung;art5507,1928237 vom 03.04.2013

    Weiterhin eisige, aber nicht mehr sonnige Grüße aus dem Westen

  3. Achim on April 4th, 2013 08:13

    @Jörn
    Bezüglich Chr.22 haben Sie vollkommen recht!
    Aber ansonsten kann ich nur feststellen daß es beim InM Ba. Wü die Nähe zur rettungsdienstluchen Realität fehlt wenn man meint daß dieser RTh für die Württembergische Region nicht nötig ist. Meiner Meinung nach hat die CSU hier Grün Rot eine moralische Falle gestellt und in die ist man blind rein getreten. Dieses Projekt so brüsk zurückzuweisen war gerade im Hinblick auf die anstehenden Wahlen ein Fehler. Dieser RTH ist für diese Region ein notfallmedizinisches Upgrade das man mit bodengebundenen Maßnahmen nur schwer erreichen kann. Also ich würde mir wünschen wenn man bei der Landesregierung seinen Beratern in diesem Fachbereich etwas kritischer gegenüberstehen würde.
    Viele sonnige aber kalte Grüße aus dem Südwesten ;-)!

  4. Jörn on April 4th, 2013 09:43

    @Achim: Ohne Herrn IM Gall oder Herrn LBD Schröder hier verteidigen zu wollen, erlaube ich mir aber folgende Anmerkungen:

    1. Sie haben vollkommen Recht: Bayerns IM Herrmann hat seinem Amtskollegen in Stuttgart eine „moralische“ Falle gestellt, aus der er nur schwer herauskommen konnte. Die FDP-/DVP-Landtagsfraktion hat’s erkannt und schießt nun – den 22.9. im Visier (Bundestagswahl) – gewaltig gegen den „roten“ IM – erst mit einer Großen Parlamentarischen Anfrage, die viel Unwissen offenbart, und dann mit einem gezielt lancierten Interview des Petenten in der Südwestpresse (die auch in Bairisch-Schwaben aufmerksam gelesen wird). In Bayern wird ja am 15.9. auch gewählt – und die CSU träumt von der absoluten Mehrheit, ohne den Klotz FDP am Bein… 😉

    2. IM Gall und sein Referat Rettungsdienst, das zu weiten Teilen noch aus den alten Kollegen des gleichnamigen Referats im SM besteht (!!!), haben aber auch Recht: RTHs fliegen zurzeit in der Regel nur von 7 Uhr morgens bis Sunset + 0,5 Stunde (nach Einführung der EC 145 T2 bzw. Umrüstung der EC 135 auf NVG-Standard ggf. etwas länger in die Nacht hinein bzw. etwas früher am Morgen), medizinische Notfälle kann es aber zu jeder Tages- und Nachtzeit geben, ob es schneit, regnet, stürmt, neblig ist oder nicht! Deshalb sind die laut RettDG BW zuständigen lokalen Bereichsausschüsse für den Rettungsdienst in der Pflicht, hier auch kurzfristig etwas zu verbessern. Und wenn die es nicht können/wollen, dann ist die Rechtsaufsicht (zuständiger Landkreis, zuständige kreisfreie Stadt) gefragt. Erst wenn alle diese Instrumente versagen (und meiner bescheidenen Meinung nach tun sie dies gerade in Heidelberg, im Rhein-Neckar-Kreis, in Waldshut und auch in Ludwigsburg), ist der Gesetzgeber, also der Landtag von Baden-Württemberg, gefordert, es zu richten. Es soll bereits interfraktionelle Gespräche über eine Novellierung des erst Anfang 2010 (damals war Schwarz-Gelb noch an der Macht!) geänderten RettDG BW geben… 😉

    Weiterhin eisige, aber momentan leider keine sonnige Grüße aus dem Westen in den Südwesten 😉

  5. Jörn on Dezember 3rd, 2013 08:42

    Der auch für den nördlichen Teil von (Bayerisch) Schwaben „zuständige“ Augsburger RTH „Christoph 40“ wurde am vergangenen Freitag (29.11.2013) offiziell vorgestellt, wird aber wohl erst im Januar 2014 seinen Betrieb auf dem Dach des dortigen Zentralklinikums aufnehmen (können). Der für Dinkelsbühl-Sinbronn vorgesehene RTH mit dem Funkrufnamen „Christoph 81“ (mit ?) soll Ende 2014 folgen und die Lücke im südwestlichen Mittelfranken bzw. „ganz weit“ nördlichen Teil von Schwaben schließen. Davon wird dann auch der nordöstliche Teil von (Baden-)Württemberg profitieren, wo in der Tat eine Lücke in der luftgebundenen Versorgung vorhanden ist.

    Vgl. aktuell http://rth.info/news/news.php?id=1361
    und http://copterweb.de/wordpress/christoph-40-vor-dem-start/

    Winterliche Grüße aus dem Südwesten

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