Bangen um den Zivildienst


Berlin (rd.de) – Mit der Abschaffung der Wehrpflicht könnte Verteidigungsminister zu Guttenberg 400 Millionen Euro einsparen. Nachdem Details der bisherigen Diskussionsmodelle duchgesickert waren, steigt die Sorge bei den Sozialverbänden vor einem Aus für den Zivildienst.

Es sei noch nichts entschieden, beschwichtigt Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg. Gegenüber dem Spiegel räumte der Minister sehr wohl ein, dass die Wehrpflicht auf mittlere Sicht bei der Bundeswehr keine nennenswerte Rolle mehr spielen wird. Zwei der drei hausintern diskutierten Vorschläge, sehen eine Abschaffung der Wehrpflicht vor. Mit der Wehrpflicht, kippt auch der Zivildienst.

Während FDP und Grüne die Abschaffung der Wehrpflicht für geboten und überfällig halten, glaubt man in weiten Teilen der Union und der SPD an die gesellschaftlich-integrative Wirkung der Wehrpflicht, in der junge Männer aller sozialer Schichten zusammenstehen müssen und ihre Fähigkeiten in den Dienst des Landes stellen.

Mit dem möglichen Wegfall von Wehr- und Zivildienst befürchten Sozialverbände einen Blackout bei ihren Betreuungsleistungen und warnen vor deutlichen Kostensteigerungen im Gesundheits- und Sozialwesen. DRK-Präsident Rudolf Seiters sieht nach Ausführungen gegenüber der Augsburger Allgemeinen Zeitung die Hauptrekrutierungsquelle für das Ehrenamt in Gefahr. Seiters führte aus, dass 30 % der Zivildienstleitenden in Krankentransport und Rettungsdienst dem DRK als ehrenamtliche und hauptamtliche Kräfte erhalten bleiben.

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?