Baden-Württemberg: DBRD übt scharfe Kritik


Offenbar/Queich (DBRD) – Scharfe Kritik an der Landesregierung Baden-Württembergs übt der Deutsche Berufsverband Rettungsdienst (DBRD). In einer Mitteilung von Mittwoch (30.07.2014) prangt der Berufsverband vor allem die Hilfsfristregelung an.

Der DBRD beobachte die Entwicklungen des Rettungsdienstes in Baden-Württemberg, insbesondere die Verzögerung bei der Klärung der Finanzierung der Notfallsanitäterausbildung und dem Einhalten der Hilfsfristen, mit großer Sorge. Die bislang ungeklärte Finanzierung der Ausbildung zum Notfallsanitäter einerseits, wie auch die seit Jahren bestehenden Probleme bei der Erfüllung der gesetzlichen Hilfsfrist andererseits, ließen den Rettungsdienst im drittgrößten Bundesland in der Öffentlichkeit sehr problembehaftet erscheinen, schreibt der Verband.

Die Bürger würden einen gut aufgestellten, organisierten und verlässlichen Rettungsdienst erwarten, auf den sie in Notsituationen vertrauen könnten. Dieses Vertrauen sei derzeit nicht nur gestört, sondern werde nachhaltig geschädigt, sollte es der Landesregierung nicht gelingen, die mittlerweile auch öffentlich angesprochenen Probleme zügig zu beheben.

Aus Sicht des DBRD ist es nicht nachvollziehbar, weshalb die Hilfsfristproblematik über mehrere Jahre hinweg ausschließlich ein Diskussionsthema ist, für das man bislang keine ausreichenden Lösungen in der Praxis finden konnte. Mit 15 Minuten gehöre die maximale Hilfsfrist in Baden-Württemberg zu den längsten Hilfsfristen bundesweit. Die gesetzliche Hilfsfrist von zehn Minuten scheine bei den Planungen in den Bereichsausschüssen für den Rettungsdienst keine Rolle mehr zu spielen, wie die kürzlich von der Landesregierung vorgelegten Zahlen (Drucksache 15/5313) nahelegten: Offensichtlich erreiche seit Jahren kein Rettungsdienstbereich in Baden-Württemberg mehr die gesetzliche Hilfsfrist von zehn Minuten. Aus notfallmedizinischer Sicht sei dies nicht akzeptabel.

An einer ausreichenden Kontrolle durch die Bereichsausschüsse oder die Rechtsaufsicht habe der DBRD ebenso ernsthafte Zweifel wie an der Zweckhaftigkeit der Selbstverwaltung für diesen sensiblen Bereich der Daseinsvorsorge.

Der DBRD begrüße ausdrücklich die durch den neuen Rettungsdienstplan angestrebten Verbesserungen. Insbesondere die Abkehr des vielerorts etablierten Mehrzweckfahrzeugsystems scheine eine geeignete Maßnahme zu sein, die Eintreffzeiten in der Notfallrettung zu verbessern, insbesondere aber auch die Erfahrung und Routine des in der Notfallrettung eingesetzten Personals im Hinblick auf eine hochwertige Versorgung der Notfallpatienten zu steigern. Die knappen Ressourcen „Rettungswagen“ und „Rettungsfachpersonal“ müssten ihrer Zweckbestimmung, ihrer Ausbildung und den Anforderungen der Notfallrettung entsprechend eingesetzt werden. Zudem sei eine Kontrolle der gesetzlich festgelegten, jährlich 30-stündigen Fortbildungspflicht für das im Rettungsdienst eingesetzte Personal zu fordern, da diese aus Sicht des DBRD derzeit vielerorts vernachlässigt oder gar nicht umgesetzt werde.

2 Responses to “Baden-Württemberg: DBRD übt scharfe Kritik”

  1. Achim on August 3rd, 2014 12:18

    Schön dass der DBRD sich diesem Thema annimmt. Es werden auch die richtigen Problemfelder benannt. Positiv wäre jetzt noch wenn auch die bedeutenden Pressestellen sie Mitteilung erhalten und auch in ihre Berichterstattung aufnehmen würden.

  2. Achim on August 5th, 2014 07:55

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