Autofahrerin stirbt nach Zusammenstoß mit Rettungswagen


Pocking (pol) – Am Dienstagabend wurde eine 69-jährige Frau bei einem Zusammenstoß einem Rettungsdienstfahrzeug schwer verletzt und starb wenig später im Krankenhaus.

Der 21-jährige Fahrer eines Rettungsdienstfahrzeuges befand sich mit einem Kollegen auf Einsatzfahrt zu einem Rettungseinsatz auf der Bundesstraße 12. Hierzu waren Blaulicht und Martinshorn eingeschaltet. Dem Einsatzfahrzeug vorausfahrende und entgegenkommende Verkehrsteilnehmer hielten den Fahrweg frei und bildeten eine so genannte Gasse, damit das Einsatzfahrzeug in der Fahrbahnmitte fahren konnte.

Auf Höhe der Abzweigung nach Frimhöring wollte die dem Rettungsfahrzeug vorausfahrende 69-Jährige nach links abbiegen. Hierzu zog sie ihren Pkw nach links und wurde dabei vom Rettungsfahrzeug trotz einer Vollbremsung auf der Beifahrerseite erfasst. Die Frau wurde in ihrem Pkw eingeklemmt. Sie kam mit einem Rettungshubschrauber in das Klinikum Deggendorf. Gegen 20.40 Uhr erlag sie dort ihren schweren Verletzungen.

Auf Anordnung des Jour-Staatsanwaltes der Staatsanwaltschaft beim Landgericht Passau wurde zur Klärung des Unfallherganges ein Gutachter hinzugezogen. Die Unfallfahrzeuge wurden sichergestellt. Die Bundesstraße 12 war wegen der Unfallaufnahme und Bergungsarbeiten mehrere Stunden gesperrt.

6 Responses to “Autofahrerin stirbt nach Zusammenstoß mit Rettungswagen”

  1. Sepp Daxberger on Mai 25th, 2011 12:34

    Wieviele solcher Unfälle müssen noch passieren, bis etwas geschieht. Dieser Unfall ist vermutlich das beste Beispiel, warum der sogenannte Feuerwehrführerschein schnellst möglich in den Schredder gehört. Dieser Unfall wäre bei etwas mehr Achtsamkeit auf Einsatzfahrten vermutlich nicht passiert. Daher ist es unumgänglich, dass nur erfahrenes Personal zum führen eines Fahrzeugs der 5 t Klasse eingesetzt wird. Auch mit Blaulicht und Horn muss ich als Fahrer mit der Unachtsamkeit der anderen Verkehrsteilnehmer rechnen und meine Fahrweise entsprechend gestalten. Leider ist dies der 2. Unfall mit Todesfolge im Bereich Pocking in den letzten 4 Wochen. Man kann nur an Alle appelieren, sich der Gefahren einer Blaulichtfahrt bewußt zu sein und lieber später als garnicht anzukommen. Leider gibt es im Blaulichtbereich Mitbürger die immer noch meinen, wenn sie mit Sondersignal unterwegs sind haben sie Narrenfreiheit. diese Klientel hat am Steuer der Einsatzfahrzeuge nichts verloren. Ich muss da an den Unfall letztes Jahr denken, wo ein 19jähriger einen Rotlichtunfall mit 2 Toten im Norden oder Osten der Republik hatte und kann nur sagen, 19jährige usw. haben am Steuer eines RTW nichts verloren. Hier sind die Hiorgs gefragt, die sich anscheinend darum wenig bis garnichts scheren. Leider wird dieser Unfall nicht der letzte sein, denn die Hiorgs und auch Mitarbeiter lernen nichts daraus, da hilft auch keine QM Zertifizierung, wenn der Menschenverstand versagt. Dem Fahrer wünsche ich alles Gute, denn der wird genug zu verarbeiten haben.

  2. Stefan Weigel on Mai 26th, 2011 16:17

    Ich finde es völlig daneben, dem jungen Fahrer jetzt einfach mal so die Schuld in die Schuhe zu schieben. Die „Vermutung“, der Fahrer sei nicht achtsam genug gewesen und der Unfall hätte von ihm verhindert werden können, ist schon ein starkes Stück.

  3. Sepp Daxberger on Mai 27th, 2011 10:53

    Es ist eben kein starkes Stück, sondern nur eine Meinung! Schlicht und einfach gesagt: Es gibt Fahrer die sind sich ihres Handelns im klaren und es gibt Fahrer die aufgrund fehlender Erfahrung eben gewisse Dinge übersehen. Ich, als langjährige „Fahrer“ kann mit diesen Unfall gut vorstellen und deshalb ist es zwingende notwendig solche Unfälle zu diskutieren (siehe Rubrik Unfälle auf diesem Blog), damit künftig weniger Unfälle passieren und vor allen keine Peronen zu schaden kommen. An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass es in meinem Regierungsbezirk Oberbayern diverse Beschwerden der Bevölkerung über die „Blaulichtraser“ (dabei handelt es sich meistens über FR-Einheiten)gibt, die teilweise berechtigt sind, denn wenn jemand mit einem PKW oder auch RTW mit 90 km/h durch das Dorf fliegt, dann ist dies nicht angebracht, man stelle sich vor ein Kind läuft aus einem Gründstück auf die Straße und dann ist es sehr wohl ein Unterschied, ob ich angemessen fahre oder rase. Dies kann aber nur Derjenige beurteilen, der schon mal in einer solchen Situation befunden hat. Es dürfte allgemein bekannt sein, das je höher die Geschwindigkeit, desto länger der Bremsweg. Ich bin strickt dagegen, dass man sich ohne langjährige Erfahrung im Blaulichtfahren hinter das Steuer eines RTW setzt. Erfahrung sammeln ja, aber zuerst im normalen Betrieb. Wie schon gesagt, es passiert zuviel. Ich kenne persönlichen einen ehemaligen Ehrenamtlichen des BRK, der wesentlich älter und auch erfahrener im Umgang mit Fahrzeugen war (Beruf: Busfahrer), aber auch diesem Mitarbeiter passierte es, dass er beim Überfahren einer roten Ampel mit Sondersignal den Querverkehr traf mit tödlichen Folgen. (Querverkehr war betrunken) Gerade die vielen Rotlichtunfälle bedingen ein Halten, bzw. ein abbremsen des RTW auf Schrittgeschwindigkeit.

  4. gerry80 on Mai 27th, 2011 20:28

    Hallo

    Zitat Sepp Daxberger on Mai 27th, 2011 10:53 „Ich bin strickt dagegen, dass man sich ohne langjährige Erfahrung im Blaulichtfahren“ – Denkpause – „hinter das Steuer eines RTW setzt. “

    HA HA wie soll das denn gehen???
    Ah vielleicht Feuerwehrauto im Kinderkarusell???

    Sorry, Sepp aber
    1. Ich denke und vermute Du warst nicht im RTW als das Fahrzeug, der Dame getroffen wurde. Und daraus ergibt sich
    2. Einfach mal die …. wenn man keine Ahnung hat um was es geht.

    Es gab sicher einen Beifahrer, der war vielleicht auch älter und erfahrener und hat die Situation wohl auch nicht so kommen sehen.
    Und wenn es zwei „Blaulichtgeile“ waren kann man auch nix machen.

    Ich war nicht dabei, ich weis es nicht !!!

    Das Unfallrisiko bei Einsatzfahrten ist erhöht, und JEDER
    der ein Fahrzeug mit Sonder- und Wegerechten fahren muss
    sollte gezwungen sein ein spezielles Fahrtraining 1. Mal im Jahr
    als Fortbildung zu durchlaufen.
    Ja auch die erfahrenen älteren Kollegen welche durch langjährige Erfahrung bei Blaulichtfahrten nach Deiner Meinung ja RTWs fahren dürfen.

    Gruß Gerry

  5. locco on Mai 28th, 2011 18:21

    Ganz schlimme Sache!

    Für mich stellt sich nur die Frage wie es dazu kommen konnte, dass es zu einer vollbremsung kommen musste? Inwieweit wurde vorausschauend gefahren?

    Sicher wird sich das hier nicht kären lassen.

    Ich wäre aber durchaus für Maßnahmen, die zumindest eine gewisse Sicherheit geben.

    1. Ein Mindestalter zum Führen von Rettungsfahrzeugen (auch Boote) von 21 Jahren.
    2. Mindestens 4 Jahre Führerscheinbesitz, Fahrsicherheitstraining PkW
    3.Vorheriges Fahrsicherheitstraining mit RTW/KTW bevor der Fahrer in Einsatz kommt. Wiederholung alle zwei Jahre.
    4. Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit auf 100 km/h auf Landstraßen, ggf. Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen.

    Nicht zuletzt die Aufforderung der Einsatzkräfte den Eigenschutz stets zu beachten. Nicht nur außerhalb des Fahrzeugs. Denn so wie sich dieser „Artikel“ ließt, hätte sich der Unfall durch vorausschauendes Fahren und rechtzeitigen abbremsens vermeiden lassen.

  6. Rorin on Mai 28th, 2011 23:50

    Sepp, deine Meinung ist nicht verständlich.
    Einerseits meckerst du über junge Rettungsdienstkollegen mit (zu) wenig Erfahrung hinterm Steuer, mit dem nächsten Satz gibst du aber zu, dass genau solche Unfälle auch langjährigen Berufskraftfahrern (Busfahrer) passieren.
    Du kritisierst den „Feuerwehrführerschein“ (und ziehst diesen Unfall als Beispiel heran weshalb der Feuerwehrführerschein in den Schredder gehört), ein paar Zeilen weiter aber schreibst du „Ich bin strickt dagegen, dass man sich ohne langjährige Erfahrung im Blaulichtfahren hinter das Steuer eines RTW setzt. Erfahrung sammeln ja, aber zuerst im normalen Betrieb.“.

    Meine Eltern haben vor langer Zeit den alten 3er-Führerschein gemacht. Die dürfen damit ganz legitim 7,5t-Fahrzeuge (heute C1) fahren. Auch Gespanne der Klasse BE sind da mit drin.
    Ich war leider ein bisschen zu spät dran um den 3er zu machen. Bei mir war’s dann schon der B. Meine Eltern sind noch nie 7,5t-Fahrzeuge gefahren. Und selbst wenn sie’s in der Fahrschule anno dazumal gemacht hätten – wieviel „Erfahrung“ wär das heute? Ich hab Erfahrung mit unserem Sprinter – auch Fahrten mit Sonderrecht – und mit Bootshänger (Wasserrettung) hinten dran (Hänger und Fahrzeug sind abgelastet, so dass für dieses Gespann kein BE erforderlich ist). Damit hab ich die von dir gewünschte Erfahrung. Und genau diese Erfahrung mit diesem Einsatzfahrzeug würde bei uns jeder bekommen, der intern geschult wird und den „Feuerwehrführerschein“ macht. Erklär mir bitte mal, wo die Erfahrung herkommen soll, wenn derjenige in der Fahrschule mit nem Golf und Miniatur-Hängerchen seinen BE macht.
    Aber das wird jetzt zu viel Off-Topic. Lass uns das in einer der vielen „Feuerwehrführerschein“-Diskussionen weiterführen.

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