Augsburg stellt Verlegungsarzt-Einsatz-Fahrzeug vor


Foto: Ulrich Wirth / Klinikum AugsburgAugsburg (pm) – Am 14. März wurde das neue Verlegungsarzt-Einsatz-Fahrzeug (VEF) der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Rettungsmittel stellt eine weitere Ergänzung zu den Krankentransport-, Rettungs- sowie Intensivtransportwagen und Notarzteinsatzfahrzeugen in der Region dar.

Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl betonte, dass mit dem VEF die Rettungsdienststruktur rund um Augsburg sowie in ganz Nord- und Mittelschwaben ein Stück weiter verbessert wurde und damit eine „Vorzeigeregion in der Rettungsdienst-Versorgung“ ist. Dr. Gribl ist sowohl Vorsitzender des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Augsburg und Verwaltungsratsvorsitzender des Klinikums Augsburg, das die ärztliche Besatzung für das neue VEF, den Intensivtransportwagen sowie zum großen Teil auch für den Notarzt-Standort am Klinikum stellt.

Das VEF ist beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK) Augsburg-Land an der Rettungswache in Neusäß stationiert. Der Vorsitzende des BRK, Landtagsabgeordneter Max Strehle, sieht im VEF eine „Verbesserung für die Patienten“ gerade im Hinblick auf die Verlegung von Patienten ans Klinikum Augsburg. Der Verlegungsarzt betreut Patienten während des Transports zwischen den Krankenhäusern und kümmert sich gemeinsam mit der Rettungswagen-Besatzung um die medizinische Versorgung. Denn das VEF dient als „Zubringer“ für den Verlegungsarzt, der Transport des Patienten findet in einem regulären Rettungswagen statt. Die Notärzte in den Regionen vor Ort können durch die Entlastung durch den Verlegungsarzt weiter für die Notfallversorgung tätig bleiben.

Denn der Krankenhausarzt stellt die Indikation für den Verlegungstransport und klärt die  Aufnahmebereitschaft der Zielklinik. Das Krankenhaus fordert das VEF in der örtlich zuständigen Leitstelle an, die ihrerseits die Integrierte Leitstelle in Augsburg verständigt. Die Integrierte Leitstelle Augsburg informiert den koordinierenden Arzt am Klinikum Augsburg, der dann das BRK-Verlegungsarzt-Einsatz-Fahrzeug alarmiert. „Die enge Schnittstelle zwischen Klinikum als Rettungszentrum der Region und den Rettungsdiensten garantiert so eine optimale Versorgung der Patienten – egal ob beim Notfalleinsatz oder aber bei der Verlegung zwischen den Krankenhäusern“, so Priv.-Doz. Dr. Dirk Richter, Medizinischer Direktor des Klinikums Augsburg.

(Foto: Ulrich Wirth / Klinikum Augsburg)

3 Responses to “Augsburg stellt Verlegungsarzt-Einsatz-Fahrzeug vor”

  1. Jörn Fries on März 17th, 2011 10:58

    Nach Erlangen (BRK) und Traunstein (BRK) nun also Augsburg als dritter VEF-Standort. Wollen wir wirklich jetzt jede Woche lesen, wo in Bayern diese nicht DIN-genormten Pkw’s stationiert werden? Ich meine: NEIN!

    Regnerische Grüße aus dem (noch) nicht-kommunalen Südwesten

  2. Jörn Fries on März 17th, 2011 15:23

    Bei Traunstein muss es selbstverständlich MHD heißen… SORRY! Dafür ist es ja in Augsburg wieder das BRK… 😉

  3. Sani0815 on März 18th, 2011 09:28

    Die VEF-Idee ist vom Grundsatz her nicht schlecht. Bisher wurden „solche Transporte“ entweder teuer mit einem ITW oder eben mit RTW+NEF gefahren. In Letzterem Fall fällt das NEF einige Zeit aus, da Verlegungsfahrten i.d.R. länger dauern als „normale“ NA-Einsätze. Zudem führen die NEF manche Geräte garnicht mit (z.B. mehrere Perfusoren, Monitor für arterielle RR-Messung etc.) und auch nicht jeder Notarzt ist in Intensivmedizin erfahren.

    Probleme ergeben sich allerdings, wenn die VEF-Geräte nicht in die RTW-Halterungen passen. Während z.B. die Bayern-RTW Lifepak 12 oder Corpuls 08/16 haben, kommen die VEF oft mit anderen Monitoren (z.B. Corpuls 3) um´s Eck. Das Gleiche gilt für die Beamtung, die meisten RTW haben eine Halterung für Weinmann, manche VEF aber ein Dräger-Beamtmungsgerät.

    In diesen Fällen müssen entweder spezielle Halteurngen an die RTW-Trage (Stryker oder Stollenwerk – auch das ist nicht einheitlich) geschraubt werden oder – was vom Sicherheitsgedanken her höchst kritisch ist – die Geräte irgendwie provisorisch mehr oder weniger „gesichert“ werden. Im Normalfall ist das RTW-Personal auch nicht in alle VEF-Geräte nach MPG eingewiesen, zumindest fehlt es an Routine. Auch das ist ein Punkt, der ggf. Klärungsbedarf hat.

    Unklar ist auch die Qualität, die man auf Intensivverlegungen erreicht, wenn diese von einem „normalen RA“ begleitet werden. Notfallrettung und Intensivmedizin sind trotz enger Verwandschaft zwei unterschiedliche Fachbereiche, nicht umsonst werden auf „echten ITW“ bevorzugt Fachpfleger Anä/Int. eingesetzt, die zudem RettAss sind.

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