Ärzte skeptisch, Patienten ahnungslos


Heilbronn (idw) – Die Hochschule Heilbronn ermittelte im Auftrag des Ministeriums für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg die Akzeptanz der elektronischen Gesundheitskarte bei den Nutzern.

Der Forschungsauftrag ist unter den sieben bundesweit am Test teilnehmenden Regionen einzigartig. Anders als bei bisherigen Untersuchungen zur Akzeptanz der elektronischen Gesundheitskarte konnten Patienten, Ärzte und Apotheker befragt werden, die tatsächlich die Karte im Einsatz hatten. Durch Befragung und die Analyse von technischen Abläufen ermittelten die Wissenschaftler der Hochschule Heilbronn unter der Leitung von Professor Dr. Nicola Marsden und Professor Dr. Oliver Kalthoff zahlreiche Daten.

Ein wesentliches Untersuchungsergebnis war die Erkenntnis, dass den Versicherten die Möglichkeiten zur eigenen Gestaltung noch wenig bewusst sind. Die Chancen der elektronischen Karte liegen in einer aktiven Mitarbeit an der eigenen Gesundheit im Sinne einer deutlich verbesserten Information, die Aufnahme selbst dokumentierter Krankheitsverläufe und die Entscheidungshoheit darüber, wer auf die medizinischen Daten zugreifen darf.

Bezogen auf die Ärzte- und Apothekerschaft hat sich die in der öffentlichen Diskussion eher negative Haltung zur eGK in der Mehrheit bestätigt. Im Mittelpunkt steht dabei die Erfahrung aus den Testmaßnahmen, dass die Arbeitsabläufe länger dauern als mit der bisherigen Krankenversicherungskarte und zumeist als langsam und schwierig, mit mehr Arbeitsschritten, ohne zusätzliche Informationen und ohne höhere Qualität wahrgenommen wurden.

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