Arbeitszeitrichtlinie nicht für Ehrenamtliche


München (pm) – Die EU-Kommission hat in einer Pressemitteilung klar gestellt, dass es keinen förmlichen Vorschlag für eine Höchstgrenze von 48 Arbeitsstunden für ehrenamtlich Tätige geben wird.

Die Kommission hat dabei auch die Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehren und die Notwendigkeit ihrer ständigen Einsatzbereitschaft unterstrichen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann wertet dies als ein positives Signal: „Ich begrüße diese Klarstellung der EU-Kommission. Ich habe bereits mehrfach deutlich gemacht, dass die EU-Arbeitszeitrichtlinie nicht auf die ehrenamtliche Tätigkeit ausgedehnt werden darf. Unser Druck zeigt jetzt offenbar ersten Erfolg.“

Eine Ausdehnung der EU-Arbeitszeitrichtlinie hätte zur Folge, dass bei der Berechnung der zulässigen Höchstarbeitszeit von 48 Stunden pro Woche neben der hauptamtlichen Tätigkeit auch die Stunden für einen ehrenamtlichen Dienst berücksichtigt werden müssten. Herrmann: „Das wäre das Ende des bisherigen Systems der ehrenamtlichen Tätigkeit. In Bayern engagieren sich fast 3,8 Millionen Bürger ehrenamtlich, allein bei den Freiwilligen Feuerwehren sind es über 320.000. Bayern braucht dieses Engagement.“

Herrmann hatte sich bereits an die zuständigen Bundesminister Dr. Hans-Peter Friedrich und Dr. Ursula von der Leyen gewandt: „Ich habe die Bundesminister gebeten, sich in Brüssel mit Nachdruck dafür einzusetzen, dass die Einbeziehung ehrenamtlicher Tätigkeit in die EU-Arbeitszeitrichtlinie verhindert wird.“ Der Bayerische Landtag hatte sich am 15. März 2012 einstimmig gegen eine Ausdehnung der Arbeitszeitrichtlinie ausgesprochen. Diese Position vertreten auch der Deutsche Feuerwehrverband und der Landesfeuerwehrverband Bayern.

5 Responses to “Arbeitszeitrichtlinie nicht für Ehrenamtliche”

  1. Markus Limbach via Facebook on April 25th, 2012 12:09

    wenn das system jetzt mal nicht weiter ausgenutzt wird und hauptberufliche Mitarbeiter in diesen Bereichen weiterhin auch ehrenamtlich zusätzlich eingesetzt werden…

  2. Markus Limbach via Facebook on April 25th, 2012 12:10

    oder aber auch bestehende stellen und Aufträge weiterhin mit ehrenamtlichen besetzt werden weil kostengünstiger und somit Arbeitsplätze kaputt gemacht werden…

  3. Markus Limbach via Facebook on April 25th, 2012 12:12

    mal im ernst, natürlich muss man das Ehrenamt stärken, aber das sytsem wird auch von vielen ausgenutzt und kostet reguläre Arbeitsplätze – denkt da auch mal Jemand drüber nach?

  4. Stefan Uh via Facebook on April 25th, 2012 14:04

    @Markus: Bei uns kostet das Ehrenamt keinen einzigen Arbeitsplatz. Das Problem besteht also nicht generell, sondern ist hausgemacht.

  5. Thomas C. Gade via Facebook on April 25th, 2012 20:53

    Ohne die Ehrenamtlichen ginge vieles schon nicht mehr. Dieses Engagement auszunutzen um Geld zu sparen ist der genau falsche Weg – oder der richtige zum Notstand im Rettungs- und Hilfswesen.

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