AOK fordert weniger Rettungsleitstellen


Stuttgart (pm) – Laut AOK Baden-Württemberg bestehen in Baden-Württemberg derzeit 34 Rettungsleitstellen ohne gegenseitige Vernetzung. Die AOK fordert eine drastische Reduzierung auf acht Regionalleitstellen. Die geplante Polizeireform weise der Politik den Weg.

„Eine Reform zur Bündelung der Leitstellen, wie sie jetzt für die Polizei vorliegt, fordern wir seit Jahren auch für die Organisation des Rettungsdienstes und der Feuerwehr“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg am Donnerstag aus Anlass des 8. Stuttgarter Intensivkongresses. Innenminister Reinhold Gall (SPD) hatte am 25. Januar 2012 in Stuttgart die Eckpunkte der Polizeireform vorgestellt, wonach es in Baden-Württemberg künftig nur noch 12 regionale anstatt 41 Leitstellen geben soll.

„Bei der Rettung von Menschenleben zählt jede Sekunde. Deshalb ist es wichtig, dass wir möglichst viele Ressourcen in eine leistungsstarke und qualitative Versorgung der Menschen und nicht in einen ineffektiven Verwaltungsapparat stecken. Acht integrierte Leitstellen wären für die Organisation des Rettungsdienstes landesweit die richtige Größenordnung“, betont Hermann.

Durch eine Bündelung und Verknüpfung von Leitstellen könnte das Personal effektiver eingesetzt werden und die neuen Leitstellen wären ökonomischer. „Allein die Kosten für die geplante Einführung des Digitalfunks würden sich auf rund 30 Mio. Euro belaufen, wenn wir die aktuellen Strukturen beibehalten. Dieser Investitionsaufwand könnte gedrittelt und besser in die Versorgung investiert werden. Wir müssen uns also wirklich fragen, ob wir solche Summen in eine Struktur investieren, die absolut nicht zukunftsfähig ist“, so Hermann.

Eine Bündelung der Leitstellen würde laut AOK Baden-Württemberg aber auch deutliche Vorteile in den Notfall-Situationen bringen. Durch mehr Personal in der anrufaufnehmenden Leitstelle könnten die Einsätze auch bei stärkerem Einsatzaufkommen schneller vermittelt und dadurch die Eintreffzeiten verkürzt werden. Hinzu komme, dass die Disponenten landesweiten Zugriff auf alle freien Kapazitäten hätten und so weitere Zeit für Anfahrtswege und Wartezeiten eingespart werden könne. Durch die Vernetzung der Leitstellen untereinander wäre weiterhin ein geordneter Ablauf im unwahrscheinlichen Fall eines technischen Ausfalls einer Leitstelle besser als heute gesichert.

„Ich appelliere an die Landesregierung, die Erkenntnisse aus der Polizeireform auch auf den Rettungsdienst zu übertragen und die Ergebnisse der von uns bereits 2006 vorgelegten Studie zur Leitstellenstruktur in Baden-Württemberg unmittelbar aufzunehmen“, so Hermann.

20 Responses to “AOK fordert weniger Rettungsleitstellen”

  1. Peter on Februar 3rd, 2012 10:48

    genau… schaut euch in brandenburg und sachsen um, da sieht man, wie man das ganze ins chaos stürzen kann…..

  2. Thomas Schuster on Februar 3rd, 2012 12:20

    na, wenn Sie damit nur nicht falsch liegen? Sparen um jeden Preis?
    34 Leitstellen auf 8 zu redurzieren ist eher ein heroisches Ziel. Sicher bedeuten größere Strukturen mehr Effizienz und Effektivität im System. Allerdings geht es hier hauptsächlich um Gefahrenabwehr im nichtpolizeilichen Bereich. Hier können Fehlentscheidungen fatale Folgen haben. Erfahrungen zeigen, dass bei Zusammenlegungen größerer Bereiche Strukturwissen und -bindung verloren gehen. Dies kann auch mit bester eingesetzter Technik nicht ersetzt werden. Hier schaue man sich nur die bereits bestehenden „Großleitstellen“ an. Sie werden teurer, es wird mehr Personal benötigt. Das sparen an Technik ist eher maginal. Die erforderlichen Qualifikationen führen leicht zu Überforderungen des Personals, sollte z.B. auch Katastrophenschutz und Feuerwehr als Aufgabe in die Leitstellen verlastet werden. Strukturierte Notrufabfrag, Telefonreanimation, Vermittlung ärztlichen Bereitschaftdienstes, Apothekennotdienste, Telefonseelsorge, Alarmierungen des Rettungsdienstes, Brand- und Katastrophenschutzes, fernmeldemäßige Führung der Einheiten und Einrichtungen, sonstige Auskünftersuchen u.v.m., dies rund um die Uhr, deren Sicherstellung bereits heute schon eine große Herausforderung darstellt. Jeder Mitarbeiter, jede Mitarbeiterin in einer Leitstelle arbeitet daher in einem besonders für ihn gefahrenträchtigen Bereich. Er kann sich selbst nur bedingt vor Angriffen schützen. Täglich werden angebliche Verfehlungen gemeldet und führen zumindest zu internen Ermittlungen und frustierten Kolleginnen und Kollegen.
    Daher, eine Zusammenlegung von Leitstellenstrukturen, ja! Aber nur dort wo sie tatsächlich erforderlich sind. Auf eine mittlere Größe sollte geachtet werden. Ein zu großer Motor ist nicht unbedingt effektiver, ein zu kleiner nicht effizient genug, der mittlere dürfte unter dem Strich das Beste sein. Hinzu käme die Vernetzung der Leitstellen voranzutreiben, um Ausfällen von technischen als auch personellen Recourcen kompensieren zu können. Eine maßvolle Reduzierung z.B. von 38 auf 16 Leitstellen würde im Bundesland Baden-Württemberg ausreichen.

  3. Oliver Heinz on Februar 4th, 2012 12:36

    Man braucht sicher nicht an jedem Baum eine RLSt, aber derartig grosse Regionalleitstellen fueren eben auch zu grossen Nachteilen: So ist es schon ein wichtiger Faktor, dass die Disponenten die lokalen Gegebenheiten ihres Einsatzbereiches kennen… Anfahrtsmoeglichkeiten/ Probleme… besondere Rettungsmittel, besondere Einsatzarten (Wasser-/ Bergrettung).
    Das Wissen, dass bei einem Brand in der Nebenstrasse 12 vielleicht das Altersheim in der rueckwaertigen Seitenstrasse 12 gefaehrdet ist oder die Tankstelle an der Querstrasse 2 nur 150m weg ist, wird ein Disponent in der Zentralleitstelle ebensowenig nicht haben haben. Dass der zum medizinischen Notfall alarmierte RTH am Landesteg Marienschlucht nicht landen kann, der RTW nicht hinfahren kann und die letzten 10 Jahre dort immer die Kombination aus NAW und DLRG-Boot zum Einsatz gekommen ist, erfaehrt der Disponent dann wohl eher von den alarmierten Kraeften – das alles im Einsatzleitrechner hinterlegt zu haben, wird kaum funktionieren

  4. auanichhaun on Februar 4th, 2012 18:28

    @Peter: Was ist denn in Brandenburg bzw. Sachsen?

  5. Ingo on Februar 4th, 2012 21:09

    Hallöchen!
    Warum nicht erst mal bei den Krankenkassen anfangen?
    Hier könnte man doch noch mehr sparen, oder?
    Dieser scheiß Sparzwang geht mir langsam auf den Sack.

  6. Peter on Februar 6th, 2012 10:28

    Sachsen und Brandenburg haben dies schon durchgesetzt und große Regionalleitstellen errichtet…
    Die Probleme dort sind immens… Die Übersichtlichkeit und Ortskenntnis ist verloren gegangen. Einfachste Auskünfte für zum Beispiel Kassenärztlichen Dienst sind schwer bis unmöglich zu bekommen. Ein Notruf kann schon einmal längere Zeit unbeantwortet bleiben, weil einfach zu wenig Personal vorhanden ist, um das abzuarbeiten.

    Das wichtigste aber an der Sache ist: Die Krankenkasse an sich spart eigentlich überhaupt kein Geld, denn das sehen viele nicht, die Krankenkassen zahlen Einsatzpauschalen.

    Leitstelle A zum Beispiel hat im Jahr 30.000 Einsätze und bekommt pro Einsatz 10 Euro von der Kasse. Leitstelle B hat 20.000 Einsätze und Leitstelle C 60.000 Einsätze. Somit finanziert die Krankenkasse LS A mit 300k, LS B mit 200k und LS C mit 600k pro Jahr.
    Werden die Leitstellen zusammengefasst, ändert sich für die Krankenkasse rein gar nichts…. Denn nun hat die RLS D 110.000 Einsätze abzuarbeiten, bekommt 1,1 Mio von der Krankenkasse beigesteuert. Die Krankenkasse spart hier gar nichts..

    Einzig die Landkreise könnten Geld sparen, nämlich Personalkosten. ABER!!! Auch hier lauert der Teufel im Detail.
    LK A schließt seine LS, muss aber seine Technik weiter vorhalten, um im Katastrophenfall diese besetzen zu können. Ebenso gilt es für LK B.

    LK C, übernimmt einen Teil des Personals von LS A und B. Der Rest muss anderweitig unterkommen. Die Technik kostet also weiter Geld. Desweiteren übernimmt der LK C nun Aufgaben für die LK A und B und ebendiese müssen nun eine Servicepauschale an den LK C zahlen. Weiterhin müssen sich die LKe A und B an Modernisierungskosten für die neue RLS D beteiligen.

    Nun rechnet selbst, wieviel Geld man spart, wenn man viele Leitstellen schließt, um effektiver arbeiten zu können. Die Ortskenntnis, die Übersicht geht definitiv verloren, das sieht man an den schon umgesetzten Beispielen.

  7. Peter on Februar 6th, 2012 11:33
  8. locco on Februar 6th, 2012 14:18

    Die lokalen Erkenntnisse könnten auch in einem Katalog gesammelt werden. Bei eingabe des Einsatzortes, könnte dann ein Pop-Up-Fenster auf den Leitstellenmonitor geöffnet werden in dem wichtige Informationen enthalten sind. Die Info’s könnten als eine Art „Open-Source-Projekt“ geführt werden. So könnten die lokalen Einsatzkräfte Informationen Global bearbeiten, wenn sich etwas ändert. Leitstellen zu stark zu dezimieren ist sicherlich nicht unbedingt der richtige Weg. Aber ich denke, dass die Einsatzkräfte über die örtlichen Gegebenheiten ganz gut bescheid wissen.

  9. Thomas Schuster on Februar 6th, 2012 16:30

    Hier muss ich widersprechen. In den Rettungsdienstbereichen die ich kenne, wechselt mittlerweile stetig das Einsatzpersonal. Neueinstellungen kommen meist aus einer völlig anderen Region. Die Fluktationen sind enorm, Flexibilität wird heut zu Tage vorausgesetzt. Also von „auskennen“ gar örtlicher Gegebenheiten kann keine Rede sein. Die meisten fahren nach Navigation und das auch bis in Baustellen hinein. Nicht selten versagen diese automatisierten Systeme eben systembedingt und lotsen fehlerhaft. Was dies für einen Hilfesuchenden bedeuten kann, nun ja, dies mag sich jeder selbst vorstellen. Die derzeit zur Verfügung stehenden Techniken, bishin der Nutzung von Global Position Systems (GPS) sind noch nicht ausgereift. Auch das zur Verfüng stehende digitalisierte Kartenmaterial ist oft fehlerhaft und muss durch die Leitstellen, wenn sie es denn auch können, selbst aufbereitet werden. Abgesehen bei verbeamteten Berufsfeuerwehren und den damit einhergehenden festen Personalstand ist m.E. zu bezweifeln, dass Strukturwissen und -bindung in Leitstellen vernachlässigt werden kann. Vielleicht einmal, sollten alle Techniken einwandfrei funktionieren, in einigen Jahrzehnten. Experimente sind daher zu unterlassen. Der hilfesuchende Mensch wird’s danken.

  10. locco on Februar 6th, 2012 19:22

    Diese Idee lebt auch von den Menschen die daran arbeiten. Wenn nicht jede Behörde sein eigenes Ding machen würde, wäre die Vernetzung dieser möglich und damit die Information über örtliche Gegebenheiten (wie Baustellen, Zugangsstellen bei größeren Geländen, etc.) sehr viel effektiver. Nicht zuletzt müssen natürlich die Mitarbeiter, unabhängig vom Kenntnisstand über die Örtlichkeiten, an solchen Projekten mitarbeiten.
    Nur soviel:
    „Alle sagten: „Das geht nicht.“ Dann kam einer, der das nicht wusste und hat es gemacht!“ (Zitat, Herkunft unbekannt)
    Denkt mal drüber nach.

  11. Thomas Schuster on Februar 7th, 2012 12:23

    Wir gehören, so glaube ich, zu denen die schon oft darüber nachgedacht haben. Auch gehören wir zu denen, die in alle Richtungen an Veränderungen teilgenommen haben. Aber ich zumindest kann nicht die Welt retten. Wir werden aber nicht müde uns an den unterschiedlichen Foren zu beteiligen, um Ideen zu bekommen und eigene Anstöße weiterzugeben.
    Von daher stimme ich dem Zitat in geänderter Fassung ungbestritten zu:
    Alle sagten: „Das geht“, Es kam einer der hatte kein Geld. Somit gab es keine Projekte mehr.

  12. Peter Schmidt on Februar 8th, 2012 14:31

    Um Kosten zu sparen wäre eine Krankentransportleitstelle für ganz Baden-Württemberg interessant. Die Landkreise sollen Ihre integrierten Leitstellen für Feuerwehr und Rettungsdienst behalten. Die integrierten Leitstellen nehmen alle Anrufe in Ihrem Landkreis wie bisher entgegen und Alarmieren Ihre eigenen Rettungsmittel und Feuerwehren. Einsätze für den Krankentransport werden weiter Erfaßt und an die Landesweite Krankentransportleitstelle weiter gegeben. Die Landesweite Krankentransportleitstelle disponiert dann die Krankentransportwagen ( Hier können RS eingesetzt werden , weniger Personalkosten.). Warum sollen die Landkreise immer noch alle Anrufe entgegen nehmen ? Sie können zwischen Notfall und Krankentransport entscheiden ( Rettungsassistenten mit Einsatzerfahrung in Ihrem Gebiet) ) und kennen sich in Ihrem Landkreis aus. Krankentransorte können sich auch zu Notfällen entwickeln hier hat der Disponent dann die Möglichkeit zu reagieren und ggfs einen RTW oder Notarzt zu entsenden.
    Die Landesweite Krankentransportleitstelle disponiert die Krankentransportwagen und vermeidet dadurch Leerfahrten. Hohe Kosteneinsparungen für die Krankenkassen. Krankentransportwagen werden optimaler ausgelastet. Ein Beispiel für die bessere Koordination ist die schon vorhandene ZKS Zentrale Koordinierungsstelle der Deutschen Rettungsflugwacht für Intensiv-RTW Verlegungen. Seit einigen Jahren geben die integrierten Leitstellen Intensiv-RTW Verlegungen an die ZKS weiter. Vorteil Rettungsmittel bleiben im Landkreis für Notfälle frei. Durch bessere Planung sind die Kosten für Intensiv-RTW Transporte niedriger.
    Die Krankentransportleitstelle für Baden-Württemberg sollte dann von allen Hilfsorganisationen und privaten Krankentransport Unternehmen gemeinsam betrieben werden. (kooperationsvertrag ähnlich der integr. Leitstellen.
    Eine komplette Trennung von Krankentransport lehne ich ab. Eventuelle Notfallpatienten gehen im Dschungel des freien Krankentransport hier unter. Durch die integrierte Leitstelle für jeden Landkreis können diese Notfallpatienten ausgefiltert werden. Aus Erfahrung wissen wir das Ärzte und Praxispersonal den Unterschied zwischen Krankentransport und Rettungswagen gar nicht kennen.
    8 Regionalleitstellen. Ich möchte nicht täglich 120 Kilometer und mehr zur Arbeit fahren. Die Gebiete sind einfach zu Groß. Ortskenntnisse nicht vorhanden. Ja es gibt das Navi. Aber kann das Navi mich auch ins alte Rathaus bringen oder ins alte Theater? Nein bestimmt nicht.
    Fazit:
    integrierte Leitstellen in jedem Landkreis und eine Landesweite Krankentransportleitstelle optimale Betreuung der Notfälle durch Fachpersonal und Einsparungen an Kosten bei Leerfahrten und bessere Planung der Krankentransportwagen. Keine Regionalen Leitstellen zu weite Arbeitswege des Personal null Ortskenntnisse.

  13. Achim on Februar 12th, 2012 11:04

    @Peter Schmidt

    Ein sehr interesannter Gedanke den Sie da vorbringen.
    Aber zu zwei Punkten möchte ich dies doch hinterfragen.
    1. Warum sollen auf einer Krankentransportleitstelle „nur“ RS arbeiten und nicht mindestens RA. Sollte viel mehr ähnlich wie in den Skandinavischen Ländern ein ausgebildter Notarzt im Zweifellsfall die Entscheidung treffen welches Rettungsmittel entsendet wird?
    2. Der Vergleich mit der Einrichtung der ZKS ist leider auch nur die halbe Wahrheit. Da auch diese Einrichtung öfters umgangen wird. Meistens wollen die abgebenden Kliniken nicht so lange auf den zentralen NAW warten. Oder ein „zukurz“ gekommener RD Bereich möchte sich hier noch etablieren.

    Ich habe natürlich volles Vertändnis das viele Leitstellen Kollegen sich, in anbetracht dieser Pläne, um Ihren Arbeitsplatz sorgen.
    Aber die Erfahrung lehrt: nichts wird so heiss gegessen wie es gekocht wird.

    Viele Grüße aus der Region Stuttgart

  14. Alexander Becht on Februar 15th, 2012 16:14

    Leitstellen-Reduzierung in Baden-Württemberg

    Höchste Zeit ist es, sich mit diesem Thema nicht nur zu befassen, sondern es zeitnah umzusetzen. 34 !!! Leitstellen in einem Bundesland (getreu dem Motto: „war so, ist so, bleibt so“….) ist völlig falsch und schon seit über 13 Jahren nicht mehr zeitgemäß.
    Längst haben das andere Bundesländer erkannt (auch in der Nachbarschaft von Baden-Württemberg) und haben – zusammen mit moderner (und vorhandener) , ergänzter und erweiterter Funk-u. Drahttechnologie – ihre teils über 30 Leitstellen auf 8, bzw. 5 reduziert – ohne Mangel, ohne Probleme und !! ohne Arbeitsplatzverluste (auch wenn der eine oder andere Mitarbeiter etwas mehr km zum neuen, modernen und zeitgemäßen Arbeitsplatz fahren muss.)

    „Nur-rettungsdienstliche“ Leitstellen sind out und unzeitgemäß und insuffizent und taktisch nicht mehr vertretbar.Kunden-orientierte Notrufzentralen für alle nichtpolizeilchen BOS-Angelegenheiten sind seit vielen Jahren das Gebot der Stunde; also gemeinsame (integrierte) Leitstellen für den Rettungsdienst, die Feuerwehr, KatS, etc.
    Hierdurch entfallen auch (unnötige und ebenso unkompetente ) Fragen, ob nur ein Rettungssanitäter oder gar ein Rettungsassistent auf einer Leitstelle tätig „sein darf “ !
    Grundvoraussetzung im Bereich der Ausbildung einer heutigen, modernen und einzig richtig geführten Integrierten Leitstelle ( ILS ) ist ausschließlich nur –

    – mehrjährige Erfahrung (nur !! als Rettungsassistent) im Rettungsdienst (mindestens 4-5 Jahre)

    – Ausbildung zum Gruppen- und !! Zugführer Feuerwehr
    – Ausbildung in Führungs-und Einsatzlehre und Menschenführung
    – Diverse Ausbildungen zur Funk-u. Drahttechnik

    Umgekehrt muss der Feuerwehrmann, der in der Integrierten Leitstelle Dienst verieht, natürlich neben seiner Feuerwehrausbildung auch über alle vorgenannten rettunsdienstlichen Ausbildungen (RettAss) verfügen. Dort, wo keine Berufsfeuerwehr in Nähe einer Leitstelle ist, versehen dann feuerwehrtechnische Bedienstete (Angestellte) diesen Dienst.

    Die Mitarbeiter der aufzulösenden Leitstellen, die dann in den neuen Integrierten Leitstellen Dienst versehen, werden – taktisch sinnvoll – primär ihren Dienst auf den Arbeitsplätzen, in denen primär ihr „alter“ (früherer) Zuständigkeitsbereich bearbeitet wird, versehen, bzw. eingesetzt. Somit werden auch frühere, lokale „Eigenarten und spezielle Belange“ der aufgelösten Leitstellen mit übernommen und sinnvoll eingesetzt.

    Nur wer vorstehende Hinweise (die keine Zukunfstvision beschreiben, sondern seit über einem Jahrzehnt !!! anderenorts mängelfrei praktiziert werden) richtig versteht und richtig interpretiert, ist auf seinem Arbeitsplatz im Bereich der Leitstelle, des Rettungsdienstes oder Feuerwehr und dem KatS tatsächlich auch auf dem richtigen Platz!

  15. Thomas Schuster on Februar 16th, 2012 15:57

    @ Alexander Becht

    Die Ausführungen sind mir etwas zu allgemein. Die Thematik Leitstellenzusammenlegung wird ja in allen Bundesländern stark diskutiert. Z.B. betreibt man in Hessen schon seit den 70er Jahren sogenannte Zentrale (integrierte) Leitstellen für den Brand- und Katastrophenschutz sowie Rettungsdienst. Die Thematik ist also nicht neu. Nur ist man den Weg bisher nicht gefolgt aus derzeit 26 Zentralen Leitstellen auf nur noch 5 zu reduzieren. Die Forderungen der Krankenkassen gehen auch in Hessen in diese Richtung.

    Aus Ihren Beschreibungen wie künftige „integrierte Großleitstellen“ aussehen könnten, kann ich keinen Benefit erkennen. Man muss sich erstmal darüber im Klaren werden, welche Qualität erwarte wird. Darf der Notruf nur zweimal bis zum Abnehmen klingeln oder reichen Wartezeiten bis 90 Sekunden aus. Erledige ich die Disposition innerhalb 60 Sekunden oder reicht ein längerer Zeitraum. Mache ich die Notrufabfrage zum eigenen Qualitätskriterium z.B. durch Einführung einer strukturierten Notrufabfrage incl. Telefonreanimation und sonstiger „Ersten Hilfe“ oder wird dies lapidar nach eigenem Ermessen getan. Wird nicht nur der Blaulichtarzt durch das Personal in Leitstellen vermittelt, sondern auch der ärztliche Bereitschaftsdienst (als Servicezentrale).
    Bei den vielen Qualitätsfragen wird auch deutlich, dass hohe Anforderungen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu stellen sind. Rettungsassistent/innen, mindest Gruppenführer der Feuerwehren, spezifische Lehrgänger für Einsatzbearbeiter, Mindestausbildungen im Katastrophenschutz z.B. Stabsarbeit etc., Umgang mit Computern und den unterschiedlichsten Programmen, Fremdsprachenkenntnisse, Gesprächsführung, Stressbewätigung, regelmäßige jährliche Fortbildungen u.v.m. und dies unter Berücksichtigung einer möglichen Überforderung. Betrachtet man zudem die jetzigen Einkommensverhätnisse, sucht man heute schon händeringend geeignetes Personal. Was ist zudem mit Redundanzen. Habe ich nur noch fünf Leitstellen – wer ersetzt sich ggf. gegenseitig. Eine Vernetzung der Leitstellen ist daher unumgänglich, aber wo existiert diese schon ernsthaft. Und nun komme man bitte nicht mit der Argumentation „alles ist sicher“. Das erleben wir in der Computerwelt tagtäglich nicht. Man sollte überlegt an Strukturbereinigungen herangehen. Berücksichtigt müssen auch die Abarbeitung von Großschadensereignissen bishin den Planungen für den Katastrophenfall. Es muss händelbar bleiben. Ohne Zweifel die Aufgaben Brand- und Katastrohenschutz sowie Rettungsdienst konzentrieren, aber nicht zu große Regionen schaffen. Ich kenne einige sog. „Großleitstellen“ die organisatorisch nicht nach Qualitätskriterien aufgestellt wurden und nur funktionieren – nach dem Motto „geiz macht geil“ und dies alles ohne Mängel, ohne Probleme, ohne Arbeitsplatzverluste – lediglich etwas mehr km fahren zum neuen, modernen und zeitgemäßen Arbeitsplatz. Wenn dies doch nur so leicht wäre !

    Denke man doch an die vielen Hilfesuchenden. Dies ist das Clientel um das es entscheidend geht.

  16. Jörn on November 13th, 2013 14:28

    Es gibt Erfreuliches aus dem Ländle zu berichten. Denn am 5. Dezember soll die neue ILS Ludwigsburg in Betrieb gehen.

    In den zuständigen Kreistagsausschüssen des Landkreises Ludwigsburg regte sich nun aber Widerstand gegen die Anwendung der so genannten 50:50-Regelung, nach der beide Parteien (Krankenkassen und Landkreis) jeweils 50 Prozent der laufenden Betriebskosten der künftigen Integrierten Leitstelle übernehmen (müssen), obwohl das rettungsdienstliche Aufkommen um ein Vielfaches höher ist als das der Feuerwehr. Die paritätische Kostenteilung führt so nämlich zu einer Quersubventionierung der Sozialversicherung zu Lasten des Landkreises. Der benachbarte Rems-Murr-Kreis führt diesbezüglich momentan einen Musterprozess, dessen Ausgang indes völlig offen ist.

    http://www.lkz.de/lokales/stadt-kreis-ludwigsburg_artikel,-Kreis-muss-Krankenkassen-quersubventionieren-_arid,177316.html vom 09.11.2013

    http://www.swp.de/bietigheim/lokales/ludwigsburg/art1188801,2299629 vom 12.11.2013

    Unverständlich bleibt für mich, warum sich die Ludwigsburger Kreisräte (erst) jetzt darüber aufregen. Schließlich war dieses Konstrukt, das seinerzeit von den zuständigen Beamten im Innen – und Sozialministerium ausbaldowert worden war, doch längst bekannt.

    Herbstliche Grüße aus dem Südwesten

  17. Torben St. on November 14th, 2013 17:50

    Jetzt wird mir auch klar, warum sich die AOK so vehement für die Reduzierung von Leitstellen eingesetzt hat; sie wollte damit ihre Kosten drücken – zulasten der Landkreise!! Denn offensichtlich reduzieren sich die jährlichen Betriebskosten trotz Zusammenlegung von zwei Leitstellen in einer nicht..

  18. Jörn on Januar 6th, 2014 00:06

    Die nach eigenen Angaben modernste Leitstelle Baden-Württembergs wurde am 5. Dezember 2013 feierlich in Betrieb genommen. Jetzt folgt ein rund dreimonatiger Probebetrieb, so dass im Februar 2014 der Regelbetrieb aufgenommen werden kann. Dann soll auch eine gGmbH als Betreiber der GEMEINSAMEN Leitstelle von DRK und Feuerwehr stehen.

    Vgl. http://www.lkz.de/lokales/stadt-kreis-ludwigsburg_artikel,-Integrierte-Leitstelle-ist-die-modernste-im-ganzen-Land-_arid,186542.html vom 07.12.2013 und http://www.swp.de/bietigheim/lokales/ludwigsburg/art1188801,2378807 vom 30.12.2013

    Winterliche Grüße aus dem Südwesten in den Südwesten

  19. Achim on Januar 6th, 2014 12:16

    @Jörn

    die Leitstellen scheinen allerdings in der Praxis noch nicht gänzlich zusammengeführt worden zu sein. Die 112 läuft immer noch bei der Feuerwehr auf.

  20. Jörn on Januar 6th, 2014 15:47

    @Achim: Die neue ILS/GLS befindet sich ja auch in den Räumlichkeiten der FEUERWEHR… 😉

    Winterliche Grüße aus dem Südwesten in den Südwesten

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