7537 neue Lebensretter für Mecklenburg-Vorpommern


Alle Siebtklässler in Mecklenburg-Vorpommern werden in der Herz-Lungen-Wiederbelebung geschult. (Foto: Björn-Steiger-Stiftung)

Schwerin (BSS) – Bereits zum dritten Mal werden in dieser Woche im Rahmen einer landesweiten Aktion in Mecklenburg-Vorpommern Schüler und Schülerinnen zu Lebensrettern ausgebildet. Der Lehrgang für alle Siebtklässler an 188 Schulen des Landes ist Bestandteil des Projekts „Retten macht Schule“ der Björn-Steiger-Stiftung.

Ziel der Spenden finanzierten Initiative ist es, im Kampf gegen den plötzlichen Herztod mehr Menschenleben zu retten. Während der Aktionswoche, die bis Freitag läuft, lernen die zwölfjährigen Schülerinnen und Schüler, einen Herz-Kreislauf-Stillstand zu erkennen, einen Notruf abzusetzen und eine Wiederbelebung durchzuführen.

Insgesamt nehmen 7537 Schülerinnen und Schüler aus 188 Schulen an der Aktionswoche teil. Bereits in den beiden Vorjahren wurden 23.000 Siebtklässler und 300 Lehrer zu potentiellen Lebensrettern ausgebildet. Kultusminister Mathias Brodkorb steht hinter der Aktion: „Mecklenburg-Vorpommern ist das erste Bundesland, das die Aktionswoche „Retten macht Schule“ flächendeckend durchführt. Bereits zum dritten Mal in Folge lernen unsere Siebtklässler die Herz-Lungen-Wiederbelebung und werden so zu potentiellen Lebensrettern ausgebildet. Ich bedanke mich bei den Initiatoren des Projektes für das Engagement. Danken möchte ich aber vor allem den Lehrerinnen und Lehrern, denn erst durch sie wird möglich, dass besonders viele Jugendliche zu Lebensrettern ausgebildet werden.“

Die die HELIOS Kliniken in Schwerin und Drägerwerk AG & Co. KGaA in Lübeck übernehmen erneut die vollständige Finanzierung des Projekts: „Die Effizienz und die Nachhaltigkeit der Aktion beeindrucken mich sehr“, sagt Franzel Simon, Klinikgeschäftsführer der HELIOS Kliniken Schwerin und Regionalgeschäftsführer der HELIOS Region Nord-Ost. „Da wir in unseren Kliniken täglich mit der Problematik konfrontiert werden, ist es im wahrsten Sinne des Wortes Herzenssache für uns, das Projekt zu unterstützen.“

Die Björn Steiger Stiftung stellt hierfür speziell entwickelte Übungspuppen zur Verfügung. Die Schüler können diese Puppen mit nach Hause nehmen, um mit der Familie ebenfalls die Wiederbelebungsmaßnahmen zu trainieren.

Die Kampagne wurde in den letzten Jahren wissenschaftlich von Dr. Gernot Rücker und seinem Team von der Universitätsmedizin Rostock begleitet. Danach sind die Wiederbelebungskurse ab der siebten Klasse sinnvoll und die Handgriffe für die Schüler problemlos erlernbar. Nach Angaben des Anästhesie-Oberarztes sinken die Überlebenschancen im Fall eines Herz-Kreislaufstillstandes ohne Wiederbelebungsmaßnahmen um zehn Prozent pro Minute. Selbst nach vorsichtiger Schätzung könnten laut Rücker jährlich 5.000 Menschen zusätzlich durch rechtzeitige Wiederbelebung gerettet werden. Jedes Jahr sterben ca. 100.000 Menschen in Deutschland am plötzlichen Herztod.

„Ich freue mich, dass Mecklenburg-Vorpommern unsere Initiative aufgegriffen hat und die Notfallausbildung als erstes Bundesland in Deutschland für alle Siebtklässler flächendeckend umsetzt“, erklärt Pierre-Enric Steiger, Präsident der Björn Steiger Stiftung und empfiehlt anderen Bundesländern das Projekt zur Nachahmung.

One Response to “7537 neue Lebensretter für Mecklenburg-Vorpommern”

  1. Chris on Dezember 28th, 2012 21:53

    Klasse Sache, Beide Daumen hoch, obwohl sich mir die frage stellt ob ein 7 Klässler die Kraft aufbringt jemanden zu reanimieren…

    allerdings ist dabei der psychologische aspekt super getroffen, in dem sich ein kind an eine bewusstlose Person traut um ihr/ ihm zu helfen und schonmal den Notruf absetzt und dadurch älteren Ersthelfern die Angst genommen wird, “ etwas falsches zu tun “ wie es öfter in den berichten zu lesen ist…

    also weiter machen und viel erfolg bei der Umsetzung dies Bundesweit publik zu tun.

    PS: gruss an dieser Stelle an das Personal der Rettungsstelle Helios Schwerin :o)

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