4800 Euro Strafe für Narkoseparty


Augsburg (rd.de) – Im Streit um die bizarren Narkosepartys, in denen Rettungsassistenten Freiwilligen Propofol verabreichten, akzeptierte ein Rettungsassistent seine Geldstrafe nicht und saß auf der Anklagebank. Das Amtsgericht Augsburg bestätigte die Geldstrafe in Höhe von 4800 Euro. Das Verfahren geht nun in die Berufung.

Fünf Rettungsassistenten und zwei Rettungssanitäterinnen gehörten zum harten Kern der so genannten „Narkosepartys“. In Privatwohnungen hatten sie zwischen 1998 und 2002 an freiwilligen „Teilnehmern“ die Wirkungen von Propofol erkundet. Das bizarre Ritual wurde per Videoaufnahme dokumentiert. Für Notfälle wurde Sauerstoff und ein Defibrillator vorgehalten.

Ein heute 33-jähriger Rettungsassistent akzeptierte seine Geldstrafe nicht und setzte sich auf die Anklagebank. Das Amtsgericht bestätigte die Geldstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung. Der Verteidiger hatte hingegen einen Freispruch gefordert.

Das Strafmaß für gefährliche Körperverletzung liegt bei sechs Monaten bis zehn Jahren. Der 33-Jährige kündigte an, in Berufung zu gehen.

Obwohl der Sachverhalt der Körperverletzung nicht bestritten wird, prüft Walter Rubach, Rechtsanwalt des Rettungsassistenten, die schriftliche Urteilsbegründung. In der Berufungsinstanz verdichtet sich das Verfahren auf den Aspekt, ob eine gefährliche Körperverletzung bei Einwilligung des „Teilnehmers“ straffällig wird oder nicht. Ärzte und Rettungsassistenten begehen bei ihrer Arbeit Körperverletzungen, die wegen der Einwilligung des Patienten straffrei bleiben. „Es stellt sich also die Frage“, so Rechtsanwalt Rubach, „ob die Einwilligung sich eine Spritze setzen zu lassen, vom Rechtssystem gedeckt ist.“

2 Responses to “4800 Euro Strafe für Narkoseparty”

  1. Matthias on Mai 5th, 2010 16:43

    Ich hoffe doch sehr, dass die Kollegen nicht mehr im Besitz Ihrer Berufserlaubnisurkunden sind?

    Wie kommt man bitte auf die Idee, seine Wohnung zu einem Krankenhaus aufzurüsten?

    Am Anfang der Ausbildung mußte man ja nachweisen, dass man „geistig und körperlich“ in der Lage ist, den Beruf auszuüben.

    Das mit dem „geistig“ hat sich ja wohl erledigt… .

  2. Held on Mai 5th, 2010 22:58

    Ob er die Beruferlaubnis noch hat kann ich nicht sagen. Was ich Weiß ist, das diese Leute Nicht mehr angestellt sind. Das war nämlich zufälligerweise auf der Wache auf der Ich selbst Ehrenamtlich fahre. Die Typen allerdings kenne ich persönlich nicht.

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