30-Meter-Sturz am Hochstaufen-Jägersteig überlebt


Bad Reichenhall (BRK) – Ein 76-jähriger Bergsteiger ist am Donnerstag (11.09.2014) gegen 11.30 Uhr am Hochstaufen-Jägersteig rund 30 Meter tief über Schrofengelände abgestürzt.

Der Mann war am Vormittag zusammen mit einer größeren Gruppe von der Padinger Alm aus über den Buchmahdsattel und den Jagersteig aufgestiegen, als er gegen 11.30 Uhr in rund 1.450 Metern vom Weg aus etwa 30 Meter tief abstürzte und an einem Felsvorsprung zwischen Latschen im Steilhang hängen blieb. Einer Wanderin war aufgefallen, dass der Mann plötzlich nicht mehr da war. Sie entdeckte den Verunfallten und kraxelte zu ihm hinab. Der Rest der Wandergruppe hatte vom Unfall nichts mitbekommen und war weiter aufgestiegen.

Der Hochgebirgsjägerzug des Gebirgsjägerbataillons 231 übte gerade in der Nähe der Unfallstelle und wurde ebenfalls auf den Notfall aufmerksam. Sieben Soldaten übernahmen die Erstversorgung, setzten gegen 11.40 Uhr bei der Leitstelle in Traunstein einen Notruf ab und brachten den zunächst Bewusstlosen zum Steig hinauf. Die alarmierten Bergwachten Bad Reichenhall, Freilassing und Teisendorf-Anger bereiteten wegen des dichten Nebels einen groß angelegten bodengebundenen Abtransport vor und stiegen von der Nordseite aus mit umfangreicher Ausrüstung in Richtung der Unfallstelle auf.

Aufgrund der Wolken und der wechselnden Sichtflugbedingungen mussten die Rettungskräfte mehrfach den Tallandeplatz von Karlstein nach Urwies und wieder zurück verlegen. Der Pilot von „Christoph 14“ schaffte es gegen 12.30 Uhr, den Notarzt und einen Bergwacht-Luftretter mit dem sieben Meter kurzen Rettungstau durch ein Wolkenloch zu fliegen und in der Nähe abzusetzen. Die beiden stiegen weiter auf, versorgten den 76-Jährigen und sicherten ihn in einem Rettungssitz, sodass er gegen 14.10 Uhr durch eine kurze Wolkenlücke zusammen mit dem Notarzt am 25 Meter langen Rettungstau ausgeflogen und zum Landeplatz in der Hochstaufen-Kaserne gebracht werden konnte. Dort wurde der Mann in einem Rettungswagen des BRK weiter versorgt und anschließend zum Klinikum Traunstein geflogen.

(15.09.2014)

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