„Leiter Hilfsorganisationen“ – ein Erfolgsmodell


Münster (DRK) – Als in der Silvesternacht 1999 ein ausgedehnter Dachstuhlbrand für einen Großeinsatz in Münster sorgte, schlug die Geburtsstunde des neuen „Leiter Hilfsorganisationen-Dienstes“ (Leiter HiOrg). Heute – rund zehn Jahre später – fällt ein Rückblick sehr positiv aus.

„Ich war froh, als Ingo Schild, der diensthabende Leiter HiOrg, an der Einsatzstelle eintraf und ich ihm den Einsatzabschnitt Betreuung übergeben konnte“, erinnert sich Benno Fritzen, Leiter der Berufsfeuerwehr Münster. Denn wenn in Münster eine größere Zahl von Menschen im Rahmen eines Einsatzes zu betreuen sind, arbeiten Feuerwehr und die vier Hilfsorganisationen (ASB, DRK, Johanniter und Malteser) stets zusammen. Um die Abläufe aber effizienter zu gestalten, wurde vor zehnn Jahren zwischen den Hilfsorganisationen und der Berufsfeuerwehr vereinbart, dass Führungskräfte benennt werden, die als „Leiter HiOrg“ den Einsatzleiter der Feuerwehr unterstützen.

„Früher hatte der Einsatzleiter der Feuerwehr bei einer größeren Schadenslage bis zu vier Ansprechpartner, einer pro Hilfsorganisation“, erinnert sich Frank T. Achterholt vom DRK. „Das war recht umständlich.“

Seit 1999 ist das dank des „Leiter HiOrg“ anders. Er wird bei Bedarf sofort von der Feuerwehr alarmiert und fungiert als Bindeglied zwischen dem Einsatzleiter der Feuerwehr und den bis zu fünf Einsatzeinheiten der
Hilfsorganisationen. Aufgrund seiner rettungsdienstlichen Qualifikation, der Ausbildung zum Organisatorischen Leiter Rettungsdienst (OrgL) und Verbandsführer kann er sowohl den Leitenden Notarzt als auch den OrgL der Berufsfeuerwehr bei deren Arbeit unterstützen. In vielen Fällen übernimmt er die
Leitung eines eigenen Einsatzabschnitts, häufig dort, wo die Helfer der Hilfsorganisation zum Einsatz kommen. Gekennzeichnet ist der Leiter HiOrg mit einer weißen Funktionsweste, die den Schriftzug „Feuerwehr Münster – Leiter HiOrg“ trägt.

„Die meisten Einsatzanlässe dienen der Betreuung von unverletzten Betroffenen, anlässlich von Evakuierungsmaßnahmen bei Bombenfunden aus dem Zweiten Weltkrieg oder Wohnungsbränden, aber auch die Einrichtung eines Behandlungsplatzes nach einem Busunglück auf der Autobahn mit vielen Verletzten gehört zum Aufgabenkatalog. Die Einsätze in Münster, aber auch überörtlich, wie z.B. im Rahmen der Fußball-WM, dem Weltjugendtag und beim Schneechaos haben gezeigt, dass dieses Münsteraner Führungssystem  sehr gut funktioniert“, so die Bilanz von Benno Fritzen nach zehn Jahren praktischer Erfahrung.

Praktischer Nebeneffekt ist die aus dem Leiter-HiOrg-Dienst erwachsene „konsensvolle Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen“, zeigt sich Christian Leupold von den Johannitern erfreut, denn seit Beginn teilen sich acht Führungskräfte aus allen vier Hilfsorganisationen diesen Dienst. Sie leisten ihn im Wechsel ehrenamtlich und unentgeltlich zuverlässig an 365 Tagen im Jahr, rund um die Uhr.

„Dass ein Malteser eine Betreuungsgruppe der Samariter leitet, ist mittlerweile Alltagsgeschäft und auch eine Form von vertrauensbildender Maßnahme unter den Helfern aller HiOrg und der Feuerwehr“, zeigt sich auch Frank T. Achterholt überzeugt. Geht es nach Benno Fritzen und den Leiter HiOrg, könnte dieses gute Konzept ein Exportschlager werden für ganz Nordrhein-Westfalen oder sogar auf Bundesebene“.

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