Zwischenbilanz der Seenotretter: 1058 Menschen gerettet


Seenotkreuter T. Essberger: Letzte Fahrt geht nach Sinsheim. (Foto: DGzRS)Bremen (pm) – 1058 Menschen haben die Besatzungen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger in den ersten zehn Monaten des Jahres 2010 aus Seenot gerettet und aus Gefahrensituationen befreit. Von den 61 Seenotkreuzern und Seenotrettungsbooten in Nord- und Ostsee wurden in dieser Zeit 1891 Einsätze gefahren. 

Der im Vergleich zu früheren Jahren erneut untypische Wetterverlauf hat sich auch 2010 fortgesetzt. Die Abfolge der Jahreszeiten hat sich im Schnitt um ein Quartal voraus verschoben.

Nach dem extrem langen Winter 2009/2010 gab es zurückhaltend frühlingshafte Schönwetterperioden. Der Sommer wurde im Anschluss an eine mehrwöchige Hochtemperaturlage  bis in den September mit eher herbstlichem Charakter wahrgenommen. Insbesondere in der Ostsee wurde von den Seenotrettern mehr Wind aus östlichen Richtungen verzeichnet. Kräftige und kurze Starkwind- und Sturmperioden wurden weniger häufig registriert.

Bei zahlreichen Einsätzen konnten die Seenotretter frühzeitig eingreifen und Schäden im Vorfeld begrenzen.

In Nord- und Ostsee wurden zwischen dem 1. Januar und dem 31. Oktober 2010 genau 104 Menschen aus Seenot gerettet und  954 Personen aus drohenden Gefahrensituationen befreit, Hinzu kommen 404 erkrankte oder verletzte Menschen die von Seeschiffen, Inseln oder Halligen zum Festland transportiert wurden

Der bekannte Schauspieler Uwe Friedrichsen ist für 2011 „Bootschafter“ der DGzRS. Schon lange Jahre steht der in Hamburg geborene Friedrichsen mit den Seenotrettern in enger Verbindung.

Neue Schiffe

Mit großen Schritten gehen die Konstrukteure der DGzRS in diesen Wochen an die Kiellegung eines neuen 36-m-Seenotkreuzers, der von der Werft Fr. Fassmer in Berne-Motzen gebaut wird und Mitte 2012 in der Ostsee in Dienst gestellt werden soll. Im Bau ist ebenfalls ein dritter Seenotkreuzer der neuen und inzwischen sehr bewährten 20-m-Klasse.

Durch Umstationierungen ist die Ablösung der dann 36 Jahre alten John T. Essberger (siehe Foto) bereits im kommenden Jahr möglich. Dieser 44 Meter lange Seenotkreuzer nahm 1975 von der Station Großenbrode seinen Dienst im Ostseerevier rund um Fehmarn auf. Ihren letzten Liegeplatz erhält die das Schiff im Technik-Museum in Speyer. Die Überführung auf eigenem Kiel ist für das Frühjahr 2011 vorgesehen.

Spender zurückhaltend

Auf einen weiterhin zurückhaltenden Verlauf bei den Sammlungserlösen in den ersten zehn Monaten des Jahres 2010 blickt die DGzRS bei den Spendeneinnahmen. Große Hoffnung wird auf die nächsten Monate gelegt, um an das Vorjahresergebnis anschließen zu können.

Bis in den Dezember hinein sind rund 3500 Plakate an publikumsintensiven Plätzen in 40 Städten ausgehängt – mietfrei für die Seenotretter. Die Stellflächen hat  die awk Außenwerbung GmbH der DGzRS kostenlos zur Verfügung gestellt.

Das großformatige Bild zeigt einen Seenotkreuzer in schwerer See. Der Titel „Ihre Spende macht uns Mut“ weist darauf hin, dass sich die Seenotretter ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen finanzieren und auf die Unterstützung der breiten Bevölkerung angewiesen sind.

Das Spendensiegel vom Deutschen Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI) in Berlin ist der DGzRS für das Jahr 2010 verliehen und für das Jahr 2011 erneut beantragt worden. Mit dieser Auszeichnung findet die Arbeit auf See und an Land Anerkennung. Der sinnvolle Einsatz der Spenden für einen modernen Rettungsdienst und für die professionelle Schulung des Personals wird durch die Erteilung des Spendensiegels gewürdigt.

61 Seenotrettungsboote und Seenotkreuzer werden in Nord- und Ostsee, zwischen Borkum und Ueckermünde eingesetzt. 185 fest angestellte und rund 800 ehrenamtlich tätige Seenotretter sind auf 54 Stationen auf den Inseln und entlang der Küsten ständig einsatzbereit.

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