Zu wenig AEDs in Deutschland


Deutschland braucht mehr AEDs (Foto: Defibtech)Berlin (pm/rd.de) – Die Initiative „Herzstößchen“ gegen den plötzlichen Herztod ruft Banken, Apotheken und Gemeinden zur Installation von Frühdefibrillatoren auf. Deutschland habe bei der Bereitstellung von Frühdefibrillatoren an öffentlich zugänglichen Orten noch erheblichen Nachholbedarf.

Viele Millionen Feuerlöscher sorgen dafür, dass es im Jahr in Deutschland nur ca. 500 Tote durch Feuer oder Rauch gibt. Für jährlich geschätzte 100.000 – 200.000 Menschen, die dem plötzlichen Herztod erliegen, wird kaum Vorsorge betrieben.

Positive Schlagzeilen wie: „Durch Einsatz eines Laien-Defibrillators wurde ein Mensch gerettet – Das lebensrettende Gerät befand sich im frei zugänglichen Eingangsbereich der Sparkasse Detmold“, sind in Deutschland leider noch zu selten. So genannte Laien-Defibrillatoren, AEDs, erlauben den „Neustart“ des Herzens in den ersten wichtigen Minuten nach dem eingetretenen Notfall. Häufig ist ein entsprechend ausgestatteter Rettungswagen nicht schnell genug verfügbar. Jede Minute zählt und im Falle des Mannes aus dem Lipper Land war es die Verfügbarkeit eines solchen Gerätes in der Sparkasse Detmold, die ihm das Leben rettete.

Das Beispiel aus dem Lipper Land zeigt, wie vorbildlich Lebensretter an verschiedenen Standorten wie in Bürgerbüros, in der Lippischen Landesbrandversicherung, im Marktkauf, in der Westtor-Apotheke und der Volksbank sind.

In vielen europäischen Ländern wie Frankreich, Niederlande u.a. sind diese Geräte bereits weit verbreitet. In Deutschland besteht noch extremer Nachholbedarf.

HerzstoesschenDie Initiative „Herzstößchen“ der Medical Marketing Berlin sucht Partner, um die Initiative regional zu betreuen und dabei zu unterstützen, möglichst viele der Lebensretter an öffentlichen Standorten wie Bahnhöfen, Stadien, Ämtern oder auch in Unternehmen, Restaurants, Hotels und SB-Bereichen der Banken zu platzieren.

„Ein großes Potenzial bieten die 24-Stunden zugänglichen SB-Bereiche der Bankfilialen“, glaubt Andy Rösch, Geschäftsführer der Medical Marketing in Berlin und Leiter der Initiative „Herzstößchen“. Für den SB-Bereich der Bank spricht der Stromanschluss und der Witterungsschutz ebenso, wie die günstige geografische Streuung.

Besonders auch der ländliche Bereich muss bestückt werden, denn dort sind die Wege für den Notarztwagen meist deutlich zu lang. „Für uns Notärzte ist es frustrierend vielen Patienten nicht mehr adäquat helfen zu können, da häufig mehr als 10 Minuten bis zum Eintreffen ärztlicher Hilfe vergehen und somit die Überlebenschancen drastisch reduziert sind. Die Überlebenschancen würden sich signifikant erhöhen, wenn AEDs, so wie von uns Notärzten immer wieder gefordert, flächendeckend verfügbar wären.“ sagt Prof. Dr. Markus Rothenburger, Herzchirurg, Intensivmediziner und Notarzt aus Sachsenkam bei München.

Mehr Information: www.herzstoesschen.de

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