Zehn Jahre DRF-Luftretter in Nürnberg


Nürnberg (DRF) – Seit zehn Jahren starten die Luftretter der Deutschen Rettungsflugwacht (DRF) vom Flughafen Nürnberg aus zu ihren Einsätzen. Gestern lud das DRF-Luftrettungszentrum Nürnberg bei schönem Wetter zu einem feierlichen Empfang ein. Unter anderem fand gemeinsam mit der HDM Luftrettung gGmbH, Partner im TEAM DRF, die am Flughafen Nürnberg einen Intensivtransporthubschrauber stationiert hat, ein Sommerfest für geladene Gäste statt. „Christoph 27“ war an seinem großen Tag fast pausenlos unterwegs und leistete fünf Einsätze.

Vor zehn Jahren nahm die DRF den Dienst am Luftrettungszentrum in Nürnberg auf. Im TEAM DRF ist „Christoph 27“ als einziger Hubschrauber mit einer Rettungswinde ausgestattet. Die Station ist zudem seit vielen Jahren mit rund 1.700 Einsätzen jährlich die einsatzstärkste bei der DRF und ihren Partnern im TEAM DRF.

In den letzten zehn Jahren, in denen „Christoph 27“ am Flughafen stationiert ist, hat sich viel getan in der Notfallrettung. Bayern ist das erste Bundesland, in dem alle Leitstellen an das Flight-Following-System der DRF „Rescue Track“ angeschlossen sind. Alle 26 Leitstellen in Bayern können die Hubschrauber der DRF und ihrer Partner im TEAM DRF auf ihren Bildschirmen verfolgen und sie damit noch besser einsetzen. Die Mitarbeiter der Leitstellen sehen so jederzeit die Position und den Einsatzstatus der Hubschrauber in einem Umkreis von 150 Kilometern um ihren Standort.

Der große Vorteil besteht darin, dass die angeschlossenen Rettungsleitstellen die Rettungshubschrauber noch besser disponieren können, da sie immer wissen, wo der Hubschrauber gerade ist. Patienten erhalten so noch schneller Hilfe und Leerflüge werden vermieden. Das bringt in Zeiten knapper Kassen willkommene Kosteneinsparungen.

Die Vorteile für die Notfallrettung unterstreicht Marc Gistrichovsky, Leiter der Rettungsleitstelle Nürnberg: „Wir setzen ,Rescue Track’ seit fast einem Jahr ein und haben die Vorteile sehr zu schätzen gelernt. Bisher war es so, dass die beiden Nürnberger Hubschrauber nicht erreichbar waren, sobald sie den Funkbereich unserer Leitstelle verlassen hatten. Jetzt können wir jederzeit sehen, wo sie sind und Kontakt aufnehmen. Ist einer von ihnen beispielsweise auf dem Rückflug, aber noch nicht in unserem Funkbereich, können wir ihn trotzdem schon zu einem neuen Einsatz alarmieren.“

Ein weiterer Vorteil besteht laut Christian Schulze, DRF-Projektleiter Rescue Track, darin, dass nicht nur die Heimatleitstelle sehen kann, wo der Hubschrauber ist, sondern auch angrenzende Leitstellen – wenn sie an das System angeschlossen sind.

Das Flight Following-System ist an das Navigationssystem des Hubschraubers angebunden und sendet Daten via Satellit an einen Server. Die Daten werden an die Leitstellen entweder über eine passwortge-schützte Homepage mit individuellem Zugang weitergegeben oder direkt in das Einsatzleitsystem der Leitstelle eingespeist.

Die DRF betreibt zwei Rettungshubschrauber in Bayern. An der Main-Klinik in Ochsenfurt ist „Christoph 18“ stationiert, am Flughafen Nürnberg „Christoph 27“. Die Hubschrauber sind jeweils mit einem Piloten, einem Notarzt und einem Rettungsassistenten besetzt und 365 Tage im Jahr einsatzbereit. Sie werden als schnelle Notarztzubringer in der Notfallrettung eingesetzt und für den schonenden Transport von Intensivpatienten zwischen Kliniken. Zudem sind in Bayern drei Intensivtransporthubschrauber der HDM Luftrettung gGmbH, Partner im TEAM DRF, 24 Stunden täglich einsatzbereit: „Christoph Nürnberg“ am Flughafen Nürnberg, „Christoph München“ am Klinikum Großhadern und „Christoph Regensburg“ am Klinikum der Universität Regensburg. „Christoph Nürnberg“ und „Christoph München“ werden hauptsächlich zu dringenden Patiententransporten zwischen Kliniken alarmiert. „Christoph Regensburg“ wird im Dual-Use-Verfahren als Rettungs- und Intensivtransporthubschrauber eingesetzt.

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