Zahlstelle stoppt Rettungstransport


Carling (DRK Saar/rd.de) – Ein RTW der Wache Völklingen/Ludweiler (Saarland) wurde trotz Blaulicht und Martinshorn an einer französischen Autobahnzahlstelle zur Kasse gebeten.

Am Freitag den 9. Mai 2008 verunglückte ein 11-jähriges Mädchen auf einer Pfadfinder-Radtour in einem Waldstück zwischen dem französischen Grenzort Carling und Diesen. Durch den Sturz bohrte sich der Bremshebel in den Oberschenkel des Mädchens. Auf Grund der schweren Verletzung wurde neben der französischen Feuerwehr auch die nahegelegene Rettungswache Ludweiler und der Völklinger Notarzt alarmiert.

Die eintreffende französische Feuerwehr arbeitete hervorragend mit den deutschen Rettungskräften zusammen. Nachdem von den französischen Kollegen der Fahrradlenker mit Spezialwerkzeug durchtrennt wurde, konnte das Kind mit Rettungswagen und Notarzt zur Winterberg Klinik nach Saarbrücken transportiert werden.

In Absprache mit den französischen Einsatzkräften wählten die deutschen Retter eine Streckenführung über die französische Autobahn nach Saarbrücken. Dieser Weg war jedoch nicht ohne Tücken, da die fanzösische Autobahn-Zahlstation, trotz Alarmfahrt mit Blaulicht und Martinshorn, die Schranken geschlossen hielt und darauf bestand, dass der RTW mit der 11-jährigen Patientin an Bord zunächst die 1,60 Euro Autobahngebühr bezahlte.

Richtig ist, dass die deutschen Rettungskräfte in Frankreich keine Sonderrechte haben. Im Angesicht der jahrelangen intensiven bilateralen Bemühungen um eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen deutschen und französischen Rettungskräften, wirft die geschlossene Mautschranke dennoch Fragen auf.

(Foto oben: Zahlstelle; Mitte: Deutsche und französische Einsatzkräfte arbeiten Hand in Hand. Foto: DRK)

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