Wie hygienisch ist der Rettungsdienst?


Greifswald (rd.de) – Einem unappetitlichem Thema geht der Medizinstudent Raoul Groß im Rahmen seiner Promotion an den Schmutzkragen: Hygiene im Rettungsdienst. Sie als Rettungsdienst-Mitarbeiter bittet er dabei um Unterstützung.

Raoul Groß studiert im siebten Semester Medizin an der Universität Greifswald und arbeitet nun an seiner Promotion. Sein Thema „Die Hygiene im Rettungsdienst“ erarbeitet er am Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Universität Greifswald, unter der Leitung und Betreuung von Prof. Dr. med Axel Kramer – dem Präsidenten der deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene – in Kooperation mit Dr. Lutz Fischer, Ãrztlicher Leiter des Rettungsdienstes in Greifswald.

Für Groß, der viele Jahre ehrenamtlich im Kölner und Greifswalder Rettungsdienst gearbeitet hat, war dieses Thema nahe liegend, aber seine Recherchen ergaben, dass der Rettungsdienst in Deutschland noch nie einheitlich unter dem Aspekt der Hygiene wissenschaftlich untersucht wurde.

Im Rahmen seiner wissenschaftlichen Arbeit hat er nun zwei Fragebögen entworfen. Ein Fragebogen ist für Wachleiter bestimmt, während der zweite Fragen an das Einsatzpersonal der Wache stellt. Abgefragt werden die Verhaltensweisen bezüglich der Hygiene im Rettungsdienst.

Im Interesse einer Auswertung mit allgemein gültiger Aussagekraft ist Groß auf möglichst viele ausgefüllte Fragebögen angewiesen. Sein Versuch, per Post alle Rettungswachen in Deutschland mit dem Fragebogen zu erreichen, klingt ambitioniert. Deswegen bittet er zusätzlich alle Rettungsdienst-Mitarbeiter darum, den Fragebogen online unter www.bitteantworten.de/rettungsdienst auszufüllen.

Mikrobiologische Untersuchungen

Parallel zur Befragung werden mikrobiologische Untersuchungen im Rettungsdienst vorgenommen. Es wurden bereits 100 Abklatschproben von Dienstbekleidung genommen und zwar von der Hose im Oberschenkelbereich sowie vom Polohemd in Höhe der Brusttasche.

Für diese Abklatschproben wurden Versuchspersonen ausgewählt, die ihre Dienstbekleidung mehrere Schichten am Stück trugen. Dabei wurde jeden Tag eine Abklatschprobe entnommen und die Progredienz der Keimzahl und Species auf der Dienstbekleidung untersucht.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Universität Bonn werden weitere Abstrich- und Abklatschproben im Rettungsdienst Köln, Bonn und Ostvorpommern sowie Greifswald gesammelt. Diese Proben werden von Kontaktflächen und Gebrauchsmaterialien in den Fahrzeugen abgenommen.

Die Arbeit wird zahlreiche Fragen beantworten. Gibt es organisationsspezifische oder regionale Unterschiede in der Hygiene? Gibt es Unterschiede in hygienischen Fragen zwischen Frauen und Männern, altgedientem Einsatzpersonal oder Neulingen? Ist die „Dornröschenwache“ sauberer und gibt es einen Zusammenhang zwischen Keimbelastung und Einsatzfrequenz?

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