Wie Blinde Erste Hilfe lernen


Foto: DBSV/andreasfriese.deFrankfurt/Main (pr) – Jeder Sehende lernt spätestens, wenn er seinen Führerschein macht, die Grundlagen der „Ersten Hilfe“ kennen. Im Ernstfall richtig und schnell zu reagieren, heißt Leben retten. Aber können auch Blinde und Sehbehinderte im Notfall eine Erstversorgung leisten, ohne die Verletzungen eines Opfers zu sehen? Natürlich können auch sie mehr tun, als den Notarzt zu rufen. Wie dies geht, können Interessierte jetzt in einem „Erste-Hilfe-Kurs“ der Frankfurter Stiftung für Blinde und Sehbehinderte lernen.

„Ursprünglich war geplant, nur einen einzelnen ‚Erste-Hilfe-Kurs‘ anzubieten. Die Nachfrage war aber so groß, dass es inzwischen eine Warteliste gibt und die Stiftung in diesem Jahr gleich mehrere Kurse anbieten kann“, berichtet Franz-Josef Esch, Vorstand der Frankfurter Stiftung für Blinde und Sehbehinderte.

Im Kurs werden die Teilnehmer in der stabilen Seitenlage, Herz-Lungen-Wiederbelebung, Blutstillung und dem Umgang mit speziellen, häufig auftretenden Notsituationen wie Schlaganfall, Herzinfarkt oder Vergiftungen geschult. Der bisher einzige „Erste-Hilfe-Kurses“ für Blinde und Sehbehinderte im Frankfurter Raum schließt mit einem Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme ab.

Geleitet wird der Kurs von Helmuth Schmitt. Der erfahrene Rettungsassistent ist seit 30 Jahren Ausbilder im Sanitätswesen und verfügt über viel Erfahrung bei der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen. „Wir freuen uns, dass wir den Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland als Kooperationspartner gewinnen konnten“, ergänzt Esch. „Dank dessen Unterstützung kann den Kursteilnehmern ein ‚Erste-Hilfe-Lehrwerk‘ in blinden- und sehbehinderten gerechter Form angeboten werden.“

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