Welt-Diabetes Tag 2008


Bonn (rd.de) – Der Welt Diabetestag steht in diesem Jahr unter den Thema „Diabetes bei Kindern und Jugendlichen“. Bundesweit geht man von 6 Millionen Diabetikern aus. Da die Dunkelziffer hoch ist, wird vermutet, dass jeder 10. Bundesbürger betroffen sein könnte.

Nach Schätzungen sind in Deutschland alleine etwa 25.000 Kinder an der chronischen Stoffwechselstörung Diabetes erkrankt, Tendenz steigend. „Mittlerweile ist Diabetes die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kinder- und Jugendalter“, erklärt Dr. med. Elisabeth Siegmund-Schultze von der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) anlässlich des Weltdiabetestags.

  • Kinder und Jugendliche, sofern erkrankt, sind meist Typ-1-Diabetiker. Für sie ist eine Versorgung mit Insulin von Beginn an lebensnotwendig.
  • Allerdings können junge Menschen auch an Diabetes Typ 2 erkranken. Meist tritt diese Form jedoch ab dem 40. Lebensjahr auf. Davon sind 90 Prozent aller Diabetiker betroffen. Die Krankheit lässt sich oftmals mit Diät und Arzneimitteln in den Griff bekommen.

Diabetes bei Kindern in Betracht ziehen

Das kann auch als Ermutigung an das Rettungsdienstpersonal verstanden werden, bei Kindern und Jugendlichen, die über Schlappheit, Hungergefühl bei gleichzeitiger körperlicher Unruhe und eventueller Tachykardie, die Möglichkeit einer einsetzenden Hypoglykämie konsequenter in Betracht zu ziehen. Dabei birgt ein unentdeckter Diabetes im Kindes- und Jugendalter erhebliche Risiken: Nicht diagnostizierte oder unzureichend behandelte Diabetes kann zu Hyperglykämie, diabetischer Ketoazidose (DKA) und Koma führen. Darüber hinaus kann es schädigend auf Kognition und Verhalten wirken.

„In Anbetracht der möglichen schädlichen Auswirkungen aufgrund von unzureichender Glukosekontrolle für das sich entwickelnde Gehirn ist es besonders wichtig, dass Diabetes bei Kindern und Jugendlichen richtig kontrolliert wird. Bei Personen, die entweder mit Typ-1- oder mit Typ-2-Diabetes mellitus erkrankt sind, lassen sich eine Anzahl an mässigen funktionalen und strukturalen Veränderungen im Zentralnervensystem feststellen. Diese Veränderungen treten relativ früh im Verlauf der Krankheit auf und sie scheinen im Laufe der Zeit nicht zuzunehmen“, so Dr. Christopher Ryan (Pittsburgh, USA) im einflussreichen, von ESP Bioscience herausgegebenen, Online-Diabetes-Journal „Diabetic Hypoglycaemia“ (http://www.hypodiab.com).

Eine frühe Diagnose der Diabetes bei Kindern und Jugendlichen ist deshalb wichtig, damit eine angemessene Kontrolle der Krankheit in einem frühen Stadium eingeführt werden kann, berichtet das Londoner Online-Diabetes-Journal weiter. Jeder, der mit der Betreuung oder Pflege von Kindern betraut ist, sollte in der Lage sein, die ersten Warnzeichen von Diabetes zu erkennen: übermässiger Durst, häufiges Wasserlassen, Gewichtsverlust und Müdigkeit. Weiterhin können Kinder spezifische Symptome aufweisen, wie: Mangel an Aufmerksamkeit und Konzentration, Kopfschmerzen und wiederkehrende Übelkeit sowie Bauchschmerzen.

Zucker-Hotspot: Thüringen und Sachsen-Anhalt

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) zum Welt-Diabetestag am 14. November mitteilt, ist die Zahl der an Diabetes mellitus Gestorbenen im Vergleich aller Bundesländer anteilig in Thüringen und Sachsen-Anhalt am höchsten. In diesen beiden Bundesländern verstarben an dieser Volkskrankheit im Jahr 2007 61 beziehungsweise 60 Menschen je 100 000 Einwohner. Bayern und Hamburg hingegen hatten anteilig die niedrigste Sterblichkeit an Diabetes mellitus. Hier lag die Zahl der an dieser Krankheit Gestorbenen bei knapp 15 beziehungsweise 16 je 100 000 Einwohner. Deutschlandweit starben im Jahr 2007 insgesamt 21 871 Menschen (8 748 Männer und 13 123 Frauen) an Diabetes mellitus.

Auf Fehler bei der Blutzucker-Selbstmessung weist der Bundesapothekerverband hin.

Auf Fehler bei der Blutzucker-Selbstmessung weist der Bundesapothekerverband hin.

Blutzucker-Selbstmessungen fehlerhaft

Ein weiterer Fingerzeig für den Rettungsdienst sind Untersuchungen über Fehler bei der Blutzucker-Selbstmessung. Die seien, so die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, bei
vielen Patienten an der Tagesordnung. Dieses Problem betrifft auch langjährige Diabetiker: „Im Lauf der Zeit können sich Fehler einschleichen, die die Blutzucker-Messung ungenau machen. Hier
können wir Apotheker mit einer Art Nachschulung eingreifen“, so Magdalene Linz, Präsidentin der Bundesapothekerkammer. Die häufigsten Fehler waren falsches Reinigen der Hände, das Herauspressen des Bluttropfens aus der Fingerkuppe und Bedienungsfehler der Messgeräte.

Für den Rettungsdienst bedeutet dies, die Eigenangaben der betroffenen Patienten zur Sicherheit nochmals zu überprüfen, wenn die Symptome die zur Rettungsalarmierung führten, so zwingend auf die bekannte Stoffwechselkrankheit hindeuten.

Weiteres Informationsmaterial und aktuelle Studien rund um Diabetes:
http://www.diabetikerbund.de/
http://www.diabsite.de/
http://www.diabetes-deutschland.de

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