Was tun beim Eisunfall?


Warendorf (rd.de) – Ein 68-jähriger Mann brach am Donnerstagvormittag in Warendorf bei Münster (NRW) im Eis ein, als er versuchte, einen Hund aus der Ems zu retten. Das Tier war auf den zugefrorenen Fluss gelaufen und eingebrochen. Anlass, noch mal auf Möglichkeiten und Gefahren der Rettung nach einem Eisunfall hinzuweisen.

Der zufällig vorbeikommende Mann sah, was passiert war, und wollte den Hund retten. Er legte sich auf eine Leiter und schob sich mit dieser auf das Eis. Als dieses nachgab, brach der verhinderte Tierretter ein. Er und der Hund wurden von einem weiteren Passanten aus den Fluten gerettet. Mit einer leichten Unterkühlung kam der 68-Jährige in ein Krankenhaus.

Der aktuelle Fall macht deutlich, wie gefährlich es derzeit ist, zugefrorene Gewässer zu betreten. Die Eis-decke ist zum Teil brüchig und durch Gasbläschen, Risse oder Zuflüsse unterschiedlich dick. Die Eisdecke muss bei stehenden Gewässern mindestens 15 cm und bei fließenden Gewässern 18 Zentimeter dick sein.

Bei verunglückten Menschen lassen durch die starke Unterkühlung Reaktionsvermögen und Kräfte schnell nach, Gliedmaßen werden steif. Dicke Winterkleidung zieht sie zudem rasch nach unten. Da kommt es auf jede Sekunde an, informiert die Feuerwehr Mönchengladbach auf ihrer Homepage.

Im Notfall sind umgehend Feuerwehr und Rettungsdienst über den Notruf 112 zu verständigen. Genaue Ortsangaben sind sehr wichtig für die Anfahrt der Rettungskräfte. Wer blindlings aufs Eis rennt, um zu helfen, bringt sich selbst in Gefahr. Deshalb sollten lange Gegenstände als Hilfsmittel eingesetzt werden, die vom Land aus zum Verunglückten geschoben werden können – eine Leiter, Bretter, ein Schlitten, langer Ast oder auch ein Boot bzw. Schlitten sind in dieser Situation optimal.

Verdächtiges Knistern und Knacken muss jeden veranlassen, sich sofort flach auf die Eisdecke zu legen und vorsichtig in Bauchlage das rettende Ufer zu erreichen.

Wichtig ist es, die Eisfläche nie allein zu betreten. Wer direkt helfen will, sollte darauf achten, dass sein Gewicht auf dem Eis gleichmäßig verteilt ist. Retter sollten sich dem Verletzten daher nur liegend nähern.

Wer durch die Eisdecke durchgebrochen ist, teilt die DLRG Esslingen mit, muss versuchen, sich in Bauch- oder Rückenlage auf die feste Einschicht zu schieben. Jede zusätzliche Bewegung ist zu vermeiden, um die gegen Kälte isolierende Luftschicht in der Kleidung sowie zwischen ihr und dem Körper zu erhalten. Vorsichtig versuchen, mit den Füßen die gegenüberliegende Eiskante zu erreichen, um sich wieder aufs Eis zu drücken.

Gelingt es, das Unfallopfer aus dem eiskalten Wasser an Land zu bringen, sollte vor Ort die nasse Kleidung aus- und trockene, wärmende übergezogen werden. Wichtig: Der Verletzte sollte langsam erwärmt werden, sonst droht ein Schock!

Weitere Hinweise zur Rettung nach Eisunfällen sowie neue Techniken für professionelle Helfer finden Sie auch in der aktuellen Ausgabe des Rettungs-Magazins (1/2009).

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