Von der Wesermarsch in den Hindukusch


Berne (rd.de) – Eine besondere Schülerklientel hat sich die erst im September dieses Jahres gegründete Rettungsassistentenschule der Johanniter in Berne bei Bremen ausgesucht: 20 angehende Sanitätssoldaten werden hier zu Rettungsassistenten ausgebildet. Heute stellten die Johanniter diesen nicht alltäglichen Ausbildungslehrgang der Öffentlichkeit vor.

„Wo ist Schwanewede?“, fragten sich die Verantwortlichen der Johanniter-Akademie, nachdem sie eine Ausschreibung der Bundeswehr für die Ausbildung angehender Sanitätssoldaten gewonnen hatten. Ein Blick auf die Landkarte machte ihnen deutlich, dass der Ort nördlich von Bremen nicht gerade in einem der „Stammgebiete“ der Hilfsorganisation liegt. Als mögliche Standorte kamen daher in erster Linie Oldenburg und Berne mit dem OV Stedingen infrage.

Das Rennen machte schließlich Berne, ein kleiner Ort, gleich an der Weser „hinterm Deich“, wo es noch etwas familiär-ländlich zugeht. Genau die richtige Atmosphäre, um die 20 Soldatinnen und Soldaten ein Jahr lang mit der notfallmedizinischen Theorie zu konfrontieren.

Dass man mit diesen Schülern eine besondere Verpflichtung eingegangen ist, wissen die Johanniter. Die Sanitätssoldaten werden nach ihrer Ausbildung unter anderem in internationalen Krisenregionen eingesetzt, müssen also unter extrem gefährlichen Situationen rettungsdienstlich tätig werden und gleichzeitig auf den Eigenschutz achten. Ein Krankenhaus ist da nur selten gleich „um die Ecke“.

Aus diesem Grund wird die RA-Ausbildung denn auch etwas anders ablaufen, als dass der zivile Rettungsassistent kennt. Schwerpunkte der Ausbildung werden auf der Traumaversorgung liegen, wobei man sich hier stark am ITLS-Standard orientieren möchte. Auch die Versorgung von Schuss- und Stichverletzungen dürfte einen deutlich größeren Raum als in der zivilen Ausbildung einnehmen. Spezielle Dozenten, die die Bundeswehr zur Verfügung stellen wird, sollen die Vermittlung dieser militärischen Kursinhalte sicherstellen.

Die Dozenten und Kursleiter der Johanniter profitieren wiederum von diesen Erfahrungen, um auch in den zivilen Rettungsdienstausbildungen die neusten Erkenntnisse zu den Themen Schuss- und Stichverletzungen sowie Eigenschutz vermitteln zu können.

Die Kooperation zwischen den Johannitern und der Bundeswehr besteht schon seit Ende der 80er Jahre. Zuletzt bildete die Organisation im Bundeswehrkrankenhaus Bad Zwischenahn Rettungsassistenten für die Bundeswehr aus. Künftig wird dies nun in der neuen, staatlich anerkannten Rettungsdienstschule der Johanniter-Akademie in Berne geschehen.

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