Vibrationen in Rettungshubschraubern untersucht


Aachen (PresseBox) – Rettungshubschrauber werden als Notarzt-Zubringer, aber auch zum Transport von Patienten eingesetzt. Wie kürzlich in einer Studie festgestellt wurde, können die während des Fluges auftretenden Schwingungen negative Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben. Das betrifft die Crew, aber vor allem den Patienten.

Isabelle Minderjahn vom Fachbereich Luft- und Raumfahrttechnik der FH Aachen hat im Rahmen ihrer Bachelorarbeit den Einfluss von Vibrationen in verschiedenen Luftfahrzeugen auf den menschlichen Gesundheitszustand untersucht. „Besonders mit unserer Stemme haben wir aussagekräftige Ergebnisse erzielt“, sagt die 25-Jährige, die mittlerweile für Eurocopter Deutschland arbeitet.

Bei der Stemme handelt es sich um ein hochschuleigenes Segelflugzeug, das über einen Motor verfügt, der bei Bedarf zugeschaltet werden kann. „Dies ermöglichte uns Messungen mit und ohne Motor, sodass wir viel über den Einfluss von Vibrationen des Antriebs auf die erfahrenen Vibrationen des Piloten lernen konnten.“ Bei Helikoptern spiele diese Art von Vibrationen durch den Hauptrotor die wichtigste Rolle.

Hohes Belastungspotenzial für den Patienten
 
„Schon ein 5- bis 10-minütiger Rettungsflug birgt ein recht hohes Belastungspotenzial für den Patienten“, erklärt der betreuende Professor, Dr. Frank Janser. „Diese Zeit reicht aus, um den Körper ganz schön in Unordnung zu bringen.“ Welche konkreten Auswirkungen die Schwingungen haben, lasse sich nicht beurteilen, ohne zu wissen, welche inneren Verletzungen der Patient vorher schon hatte, so der Experte.

Prof. Janser hofft nun, ein Konsortium zusammenstellen zu können, das sich dem Thema Schwingungen im Rettungsflugbetrieb widmet: „Die Forschungslandschaft in diesem Bereich ist sehr dünn, daher bieten sich hier sicherlich auch spannende Promotionsthemen an.“

(25.11.2013; Symbolfoto: DRF Luftrettung)

5 Responses to “Vibrationen in Rettungshubschraubern untersucht”

  1. Benny on November 25th, 2013 09:28

    sehr interessant. Das passt zu einer laufenden Promotion, die die Effizienz der Luftrettung gegenüber der Bodenrettung untersucht. Es könnte möglich sein, dass es zu viele Einsätze mit dem RTH gibt, die unterhalb der Indikationsschwelle liegen und damit die Gesamtkosten unnötig in die Höhe getrieben werden, ohne einen signifikanten Nutzen bei Patienten zu erzeugen.

  2. Marcel Eichner via Facebook on November 25th, 2013 10:22

    Da bekomme ich ja nen Lachanfall. Die sollten mal lieber die Schwingungen in einem RTW untersuchen, die sind nicht nur für den Patienten schädlich.

  3. Peter Beck via Facebook on November 25th, 2013 10:40

    Die Vibrationen sind doch nützlich… Beste Therapie gegen Lumboischialgie 🙂

  4. Matthias Wenzel via Facebook on November 25th, 2013 10:51

    Zum Thema Schwingungen im RTW gabs schon was in der vorletzten Rettungsdienst

  5. Al Grewen via Facebook on November 25th, 2013 11:17

    In bodengebunden Rettungsmitteln wirkende Kräfte sind relativ gut erforscht. Die Kräfte, die in Hubschraubern auf Patienten wirken nicht. Vor dem Hintergrund der Indikation eines RTH für Wirbelnsäulentraumata ist diese Untersuchung also grundsätzlich ersteinmal nicht uninteressant. Wenn dieses teure Transportmittel nämlich zusätzliche, bisher unbekannte Transporttraumata verursacht, ist u.U. ein Paradigmenwechsel angesagt.

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