Verunsicherung bei der Sauerstoffgabe nach Reanimation


Beatmung mit Oxylator (Foto: Kreis Warendorf)Ulm (GRC) – Der Hinweis auf mögliche Schäden durch Hyperoxämie in den aktuellen ERC-Leitlinien zur Reanimation hat vielerorts Verunsicherungen über die Sauerstoffgabe im Rettungsdienst ausgelöst. Der Deutsche Rat für Wiederbelebung präzisiert seine Empfehlungen.

Die Ergebnisse einiger tierexperimenteller Untersuchungen weisen darauf hin, dass Hyperoxämie im Gewebe oxydativen Stress verursacht und postischämisch Neurone schädigt. In einer tierexperimentellen Studie konnte gezeigt werden, dass mit der Regulierung der Sauerstoffgabe über die pulsoxymetrisch gemessene Sauerstoffsättigung mit einer Ziel-SaO2 von 94 – 96 % in der ersten Stunde nach Return of Spontaneous Circulation (ROSC) ein besseres neurologisches Outcome erreicht wird als bei kontinuierlicher Beatmung mit 100%-igem Sauerstoff. Eine aktuelle klinische Registerauswertung mit mehr als 6.000 Patienten unterstützt diese Tierversuchsergebnisse.

Die Daten zeigen, dass eine Hyperoxämie nach Kreislaufstillstand mit einem schlechteren Outcome einhergeht als unter Normoxämie oder Hypoxämie. Wenn also die SaO2 durch Pulsoxymetrie bestimmbar ist, sollte eine Sättigung zwischen 94 und 98 % angestrebt werden.

Den ganzen Kommetar kann man hier herunterladen:
http://www.grc-org.de/leitlinien05/doc_download/60-zur-frage-der-behandlung-von-patienten-mit-sauerstoff-im-rettungsdienst

One Response to “Verunsicherung bei der Sauerstoffgabe nach Reanimation”

  1. Dr.med. Stachow, Florentin on April 14th, 2011 16:52

    Die „Tier“ (!) -experimentellen Daten beziehen sich auf die Phase NACH der Reanimation. Während der Reanimation soll weiterhin Sauerstoff gegeben werden.
    Mit freundlichen Grüßen,
    F. Stachow, Internist

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