Verkehrsopfer: Motorradfahrer überdurchschnittlich oft betroffen


MotorradunfallBerlin (DGU) – In Deutschland versorgen Unfallchirurgen im Durchschnitt jährlich über 25.000 verunfallte Motorradfahrer und Beifahrer. Vor allem in den Monaten April und Mai kommt es zu einem starken Anstieg des Unfallaufkommens. „Die Verletzungen sind oft sehr schwerwiegend, da bei Fahrer und Beifahrer ein Aufprallschutz durch Blech, wie etwa beim Auto, fehlt“, so Professor Dr. Bertil Bouillon, der als Direktor und Unfallchirurg an der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Sporttraumatologie am Klinikum Köln-Merheim tätig ist.

Laut den Auswertungen des Trauma-Registers der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) ereignen sich die meisten Motorradunfälle mit lebensgefährlichen Verletzungen samstags und sonntags zwischen 15 und 20 Uhr. Vor allem betroffen ist dabei der Brustbereich (60 – 69 Prozent), beispielsweise mit Verletzungen der Lunge, gefolgt von Verletzungen an den Armen (50 – 59 Prozent), den Beinen (40 – 49 Prozent) und dem Kopf (30 – 39 Prozent).

Unfallchirurgen raten Motorradfahrern neben dem Fahren mit angepasster Geschwindigkeit und einem Motorradcheck nach der Stehzeit im Winter, immer eine komplette Schutzkleidung zu tragen. Darunter zählen neben dem Helm auch Motorradjacke und -hose, Handschuhe und Stiefel.

Motorradfahrer haben unter allen Verkehrsteilnehmern das größte Risiko, tödlich verletzt zu werden. Laut statistischem Bundesamt verunglückten 2012 insgesamt 27.947 Motorradfahrer bei Verkehrsunfällen, darunter 9.158 Schwerverletzte, 18.203 Leichtverletzte sowie 586 Menschen, die an den Unfallfolgen starben. Damit war von den 3.600 im Straßenverkehr Getöteten jeder sechste Fahrer oder Mitfahrer auf einem Motorrad.

(07.04.2014; Symbolfoto: Polizei)

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