Vergleichswettkampf der Unfallrettung in Zirl


Wettkampf Unfallrettung Österreich (Foto: FF Zirl/Josef Gritsch)Zirl, Österreich (FF) – Am Samstag, den 26. Juni 2010, fand in Zirl der erste „Vergleichswettkampf Unfallrettung“ in Österreich statt. Ausgetragen wurde dieser Event vom „Technical Rescue Team“ der Freiwilligen Feuerwehr Zirl. Ein Team aus Mönchengladbach erzielte in der Gesamtwertung den zweiten Platz.

Insgesamt folgten der Einladung 14 Teams aus England, Luxemburg, Deutschland und Österreich. Neben dem amtierenden Vizeweltmeister und Doppelweltmeister Hampshire sowie dem deutschen Meister Mönchengladbach gingen zahlreiche neue Teams an den Start.

Beginn der Veranstaltung war für die Teams das Briefing am Freitag um 19 Uhr. Hier wurden die teilnehmenden Teams noch mal auf die Regeln und Gegebenheiten hingewiesen und vom Organisationsteam mögliche offene Fragen beantwortet. Da kurz vor der Austragung ein Team aus terminlichen Gründen abgesagt hatte, wurde an diesem Abend wurde auch noch ein Mixteam „Österreich“ zusammengestellt. Die Teams Haag am Hausruck, Inzing und Zirl 1 stellten jeweils zwei Mann und besetzten so die einzelnen Positionen.

Am eigentlichen Wettbewerbstag ging es bereits um 7 Uhr los. Im Laufe des Vormittags füllten sich die Zuschaubereiche nicht nur mit interessierten Besuchern und Feuerwehrfreunden sondern auch neugierige Feuerwehrkammaradinnen und Kameraden kamen, um sich zu informieren. Die Besucher stammten nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern auch aus Vorarlberg, Burgenland, Ober- und Niederösterreich. Selbst aus dem benachbarten Bayern waren Interessenten angereist. Viele nutzten die Pausen, um sich bei Schiedsrichtern und Organisationsteams den Ablauf genau erklären zu lassen. Dabei konnte man den Eindruck gewinnen, dass es in naher Zukunft der einen oder anderen Neugründung in Tirol und Österreich geben könnte.

Rasche und schonende Rettung

Ein Team bestehend aus sechs Personen wird vor eine schwierige Unfallsituation gestellt und muss den lebenden Patientendarsteller in der Zeit von 20 Minuten so rasch und schonend retten. Beobachtet wird die Mannschaft dabei von vier Schiedsrichtern die nach vorgegeben Standard Pluspunkte vergeben. Bewertet wird die Arbeit des Team Captain (Gruppenkommandant), dem Medic (inneren Retter) sowie die Arbeit der Safety (Sicherungstrupp) und Tools (Werkzeugführer). Nach Ablauf der 20 Minuten kommt es zu dem wichtigsten Teil dieser Veranstaltung – der Nachbesprechung. Hier erhalten die Teilnehmer unmittelbar nach ihrer Arbeit ein Feedback von den Schiedsrichtern. Die Schiedsrichter waren durchweg Personen mit sehr viel Erfahrung auf ihrem Gebiet. So konnten die Teams viel für sich und den Einsatz zu Hause mitnehmen.

Neben der Veranstaltung konnten sich die Besucher bei verschiedenen Köstlichkeiten der Küche stärken und bei den ausstellenden Firmen über Neuheiten in der technischen Unfallrettung erkundigen.

In der Mittagspause konnte das Trauma Team von Hampshire Fire an Rescue Service für eine Vorführung gewonnen werden. Für die Zuschauer war dies Grund genug das Mittagessen noch ein wenig hinten anzustellen. Ab 14 Uhr bot sich dann die Möglichkeit in einem kleinen Workshop die Richtlinien von PHTLS (Pre Hospital Trauma Life Support) durchzugehen und auch zu beüben.

Am Nachmittag wurde es dann richtig spannend: Der amtierende Vizeweltmeister und Doppelweltmeister Hampshire bewältigten ihr Szenario und zeigten den Zuschauern dabei den ein oder anderen alternativen Rettungsweg.

Um 19 Uhr sammelten sich die Teilnehmer im Gerätehaus der FF Zirl zu der Schlußveranstaltung. Nach der Begrüßung durch den Hausherrn, Kdt. Robert Kaufmann folgten die Grußworte des Zirler Bürgermeister DI (FH) Josef Kreiser, der sich von den Leistungen der verschiedenen Teams und der Veranstaltung begeistert zeigte.

Standards sichern Versorgungsqualität

Der Gesamtsieg des ersten österreichischen Vergleichswettkampf Unfallrettung ging nach Hampshire (UK), Platz zwei an Mönchengladbach (D) und Platz drei an das Team Mamer 1 (LUX).

In der Einzelwertung „Bester Medic“ ging Platz 1 an Hampshire, Platz 2 an Mamer 1 und Platz 3 an Sinntal (D).

In der Einzelwertung „Bester Team Captain“ ging der 1 Platz an Hampshire und Platz 2 an Mönchengladbach.

Eine Überraschung gab es bei Platz 3 der Einzelwertung „Bester Team Captain“. Hier konnte der Pokal für an den Captain des Teams Österreich vergeben werden. Insgesamt zeigte sich mit der guten achten Platzierung in der Gesamtwertung für das Mixteam, dass es völlig egal ist wo man her kommt, wenn man nur nach demselben Standard trainiert und ausbildet. Es sei noch mal erwähnt, die sechs Mitglieder haben noch nie gemeinsam trainiert und kannten sich zuvor nicht!

Abschließend wurde noch unter jedem teilnehmenden Team ein neuer „HAIX Fire Hero“ verlost werden. Der Dank geht da an die Firma Haix für die zu Bereitstellung der 14 Paar neuen HAIX Stiefeln.

In Deutschland ist der erste große Rettungsdienst-Wettkampf im kommenden Jahr geplant.

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