Unwetter: Ravensburger Feuerwehr im Dauereinsatz


Kreis Ravensburg (FF) – Ab 16:00 Uhr zog eine Unwetterfront aus westlicher Richtung durch den Landkreis Ravensburg. Bis 19.00 Uhr gingen 350 Anrufe bei der Feuerwehr ein. Ein entgleister Zug sorgte für einen Großeinsatz.

Starkregen, Hagel, orkanartige Windböen sowie viele Blitzeinschläge: Bis 19:00 Uhr wurden 350 Anrufe von der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle des Landkreises Ravensburg entgegengenommen. Diese bezogen sich in den ersten drei Stunden auf 250 Einsätze im gesamten Landkreis. Neben den typischen Folgen einer Unwetterlage – Bäume auf Gebäude, Straßen und Fahrzeuge, vollgelaufene Keller, überflutete Straßen, abgedeckten Dächern sowie herabhängenden Stromleitungen – wurden zeitgleich zwei Großeinsätze abgearbeitet.

Zug entgleist

Dramatisch ging es auf der Bahnstrecke Aulendorf Richtung Ravensburg zu. Auf freier Strecke war ein aus vier Waggons bestehender Interregio der Deutschen Bahn AG mit einem umstürzenden Baum kollidiert. Das schwere Holzteil bohrte sich durch den Triebwagenkopf. Er sprang im vorderen Teil aus den Gleisen. Der Zugführer zog sich schwere Verletzungen zu, fünf Fahrgäste wurden leichter verletzt. Insgesamt befanden sich 150 Personen im Zug. Ein Ersatzzug transportierte sie zum nahegelegnen Bahnhof Niederbiegen. Ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet. Ausgelaufener Dieselkraftstoff wurde gebunden, aufgenommen und entsorgt. Zur Unterstützung der Feuerwehr Baienfurt waren Einsatzkräfte des Gefahrgutzugs der Feuerwehr Ravensburg mit dem Saugwagen vor Ort. Neben den Feuerwehren am Einsatz beteiligt Kreisbrandmeister Oliver Surbeck, Kriminaldirektor Hiller, Notfallmanager der Deutschen Bahn AG, Einsatzkräfte der DRK-Rettungswachen Altshausen, Ravensburg und Bad Waldsee mit Notärzten sowie Angehörige der Schnelleinsatzgruppen (SEG) der DRK-Bereitschaften Aulendorf und Ravensburg. Zur fachlichen Beratung ebenfalls vor Ort Mitarbeiter des Umweltamtes des Landratsamtes Ravensburg.

Blitz setzte Gebäude in Brand

Im Ortsteil Siglisberg (Gemeinde Amtzell) kam es nahezu zeitgleich vermutlich durch Blitzschlag zum Vollbrand eines Ökonomiegebäudes. Durch gezielte Löschmaßnahmen der örtlichen Wehr mit Unterstützung der ebenfalls alarmierten Feuerwehr Wangen konnte eine Brandausbreitung auf ein in unmittelbarer Nähe stehendes Wohnhaus verhindert werden. Die Höhe des entstandenen Sachschadens ist nicht bekannt. Ebenfalls vor Ort Kreisbrandmeister Oliver Surbeck, die Helfer vor Ort-Gruppe Amtzell sowie Angehörige der Schnelleinsatzgruppe (SEG) der DRK-Bereitschaft Wangen. Verletzt wurde niemand.

Alle Hände voll zu tun hatten die Mitarbeiter der EnBW. In großen Teilen des Landkreises kam es zu witterungsbedingten, stundenlangen Stromausfällen sowie zu einem völligen Zusammenbruch des Festnetzes und des Handynetzes.

Etwa 1200 Kräfte im Einsatz

Kreisbrandmeister Oliver Surbeck: „Die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle des Landkreises Ravensburg hat innerhalb kurzer Zeit ihren Personaleinsatz von regulär zwei auf acht Disponenten erhöht. Nach ersten Schätzungen waren in der Ersteinsatzphase ca. 1.200 ehrenamtliche Einsatzkräfte an der Abarbeitung der Schadenslagen beteiligt. In einigen Fällen erfolgte eine Unterstützung durch die örtliche Bauhöfe“. Im Laufe des Abends wurden die ersten Kräfte des Technischen Hilfswerks (THW) – Ortsverband Weingarten – zur Aufrechterhaltung der Stromversorgung im Bereich der Gemeinde Horgenzell eingesetzt.

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