Unterstützung für PSNV-Teams


Freiburg (pr) – Mit dem Namen „Netzwerk PSNV“ hat sich in Freiburg ein neuer Verein gegründet, der bundesweit allen Einheiten, die psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) anbieten, unterstützen möchte. Die Unterstützung der ehrenamtlichen Dienste und Einsatzteams soll in finanzieller, personeller, fachlicher und logistischer Form erfolgen. 

Psychosoziale Notfallversorgung kann auch als Erste Hilfe für die Seele umschrieben werden. Wenn Menschen sich dem Schicksal ausgeliefert fühlen und durch plötzlich eintretende Not- und Unglücksfälle aus der Bahn ihres Lebens gerissen werden, leisten bundesweit Kriseninterventionsdienste und Notfallseelsorgeteams psychosoziale Akuthilfe.

Die Psychosoziale Notfallversorgung beinhaltet die Gesamtstruktur und die Maßnahmen der Prävention (z.B. Psychoedukation von Einsatzkräften), der kurzfristigen Versorgung (z.B. Krisenintervention bei Angehörigen, Begleitung von Einsatzkräften) und der mittel- sowie langfristigen Versorgung (z.B. psychologische Screenings, bedarfsorientierte Therapie-Angebote) im Kontext von belastenden Notfällen bzw. Einsatzsituationen.
 
Das „Netzwerk PSNV“ setzt sich für die Sicherstellung einer flächendeckend koordinierten und bedarfsorientierten Psychosozialen Notfallversorgung von Menschen ein. Ansatzpunkt hierfür sind für das „Netzwerk“ vorrangig die bereits bestehenden ehrenamtlichen Dienste und Einsatzteams.

Das „Netzwerk PSNV“ unterstützt und fördert diese finanziell, personell, fachlich und logistisch sowie durch Ausbildung, Beratung und Coaching. Der Verein bietet zudem eine bedarfsorientierte, nachsorgende psychosoziale Begleitung und Beratung von Betroffenen und belasteten Einsatzkräften. Er setzt sich zudem für den gezielten Ausbau der Einsatzkräftefürsorge ein. Darüber hinaus werden die interdisziplinäre Vernetzung und Forschung gefördert.

Vereinsvorsitzender ist Michael Steil, Theologe und Systemischer Berater. Er ist Bundeskoordinator für Psychosoziale Notfallversorgung des Deutschen Roten Kreuzes.

Vorstandskollege Dr. Michael Krapf, ehemaliger Ärztlicher Leiter des Freiburger Luftrettungszentrums, heute als Leitender Anästhesist in einem Schweizer Klinikum tätig, weiß als Notarzt zu schätzen, wenn jemand bei den Angehörigen bleibt, nachdem die Rettungskräfte abrücken müssen. Gleichzeitig kennt er den Bedarf an psychosozialer Unterstützung bei den Einsatzkräften, die oftmals unter großem Druck arbeiten.

Schriftführer ist Martin Jost, Rettungssanitäter und Student am Freiburger Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, der seit zwei Jahren mit Herzblut als Einsatzkraft in der Psychosozialen Notfallversorgung tätig ist.

Weitere Infos: flyer-psnv

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