Übung: 20 Kinder im Waldgebiet vermisst


Essen (ots) – Auf einer Nachtwanderung ist eine Gruppe Jugendlicher von einem plötzlich
aufziehenden Unwetter überrascht worden. Feuerwehr und Rettungshunde suchen 20 vermisste Kinder.

Etwa 20 Kinder haben sich im Wald verlaufen, sind von herabstürzenden Ästen verletzt oder unter
umgestürzten Bäumen eingeklemmt. Andere sind im Dunkel gestürzt und haben sich dabei Prellungen und Verstauchungen zugezogen.

Das war heute am Samstagmorgen, den 28.03.2008, Ausgangslage einer Übung mit 130 beteiligten Kräften freiwilliger Feuerwehreinheiten aus Essen, einer „Gasteinheit“ der Freiwilligen Feuerwehr Hagen und mehreren Rettungshundestaffeln des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) aus Essen, Hattingen und Wesel. Essens Feuerwehr-Pressesprecher Mike Filzen war mit im Wald.

Der Startpunkt war das Gelände des ehemaligen „Kutel“ (Kuh-Hotel für bis zu 2000 Kühe) am Overhamms Hof. „Eine solche Lage haben wir in Essen gottlob noch nicht erlebt. Trotzdem ist es sinnvoll, das Zusammenspiel von Einheiten mit unterschiedlicher Ausbildung unter Einsatz verschiedener Einsatzmittel zu trainieren“, sagte Rolf Brochhagen, Löschgruppenführer der Freiwilligen Feuerwehr Byfang und als einer der Organisatoren verantwortlich für den Übungsablauf, beim morgendlichen Briefing. Bereits Anfang des Jahres hatten Verantwortliche der Freiwilligen Feuerwehren die Übungslage ausgearbeitet.

Die Rettungseinheiten, eine Kombination aus Feuerwehrleuten und Rettungshundeteams, wurden auf verschiedene Sektoren aufgeteilt. Wie bestellt, regnete es in Strömen. Die Feuerwehrfahrzeuge, begaben sich dennoch auf die Waldwege.

Ich schloss mich einer Rettungshundestaffel an. Zunächst bestimmte die Hundeführerin mit ihren Helfern, wo es langging. Unter Berücksichtigung der Windrichtung und anderer Kriterien flitzte Rocky, ein deutscher Schäferhund, schließlich los. Es galt, alle Vermissten so schnell wie möglich zu finden.

Hundeführerin Gesine Fleischmann versuchte, Sichtkontakt mit Rocky zu halten, aber der Hund war eindeutig schneller. Also pfiff sie ihn gelegentlich zurück und gab eine neue Suchrichtung vor. Nach einigen Minuten gab „Rocky“ Laut. Zwei junge Mädchen, offenbar unterkühlt und verletzt, hatte er im Dickicht ausgemacht und „zeigte“ sie freudig bellend an. Jetzt waren die Feuerwehrmänner an der Reihe. Rettungssanitäter versorgten die Wunden, hüllten die Mädchen in Rettungsdecken und betreuten sie bis zum Abtransport, der aus dem unwegsamen Gelände zu Fuß mit Sanitätstragen erfolgen musste.

Keine leichte Arbeit, quer durch den Wald auf rutschigem Untergrund. Währenddessen wurde Rocky, mit Wasser und einer Leckerei belohnt „Quark mit Leberwurst vermischt, darauf ist er ganz wild“, klärte mich Gesina Fleischmann auf. So gestärkt machte sich Rocky wieder auf, um die nächsten Opfer zu suchen und zu finden.

Immer wieder hörte ich aus anderen, weiter entfernten Sektoren Hundegebell, ein Zeichen dafür, dass auch die anderen Teams erfolgreich waren. Um elf Uhr waren alle 20 Vermissten gefunden, aber noch nicht abtransportiert. Wegen des immer schlechter werdenden Wetters entschloss sich die Übungsleitung, den Einsatz abzubrechen.

Im beheizten Küchenzelt servierten Helfer des ASB eine frische, warme Mahlzeit aus der Feldküche, bevor alle Beteiligten nass, aber zufrieden und um eine gute Erfahrung reicher, nach Hause fuhren. (MF)

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?