Übung: 170 Verletzte auf Autotransporter


Großübung auf einem Autofrachter (Foto: Havariekommando)Hamburg (pm) – Ein MANV auf der Elbe forderte Einsatzkräfte aus Hamburg und Schleswig-Holstein im Rahmen einer spektakulären Großübung.

„Die heutige Übung hat für das Havariekommando eine große Bedeutung: Die Besatzungen der Schiffe und Hubschrauber, Feuerwehrleute, Notärzte, Rettungsassistenten und auch die Mitarbeiter des Havariekommandos selbst können ihre erworbenen Kompetenzen in der Praxis überprüfen“, erklärte der Leiter des Havariekommandos, Hans Werner Monsees am vergangenen Samstag.

Für die Übung wird angenommen, dass die MV „Fidelio“ auf dem Rückweg von einer Werfterprobungsfahrt nach Hamburg ist. An Bord befinden sich viele Personen, die mit der Erprobung und mit „Restarbeiten“ beschäftigt sind. Während der Fahrt kommt es zu einer Verpuffung, bei der rund 170 Personen verletzt werden.

Verletztendarsteller wurden von Schminkteams entsprechend geschminkt und auf dem Schiff verteilt. Außerdem sind die Einsatzkräfte mit psychisch auffälligen Personen konfrontiert worden, die Verhaltensmuster wie Hilfsbereitschaft, Panik oder Apathie an den Tag legten.

Per Hubschrauber und Schiff wurden eine Brandbekämpfungseinheit und drei Verletztenversorgungsteams an Bord gebracht. Ihre Aufgabe war es, den Brand zu löschen und die Verletzten angemessen zu versorgen.

Für solche Aufgaben setzt das Havariekommando ausschließlich Einsatzkräfte ein, die speziell für die Aufgaben auf See vorbereitet wurden. „Unsere Einsatzkräfte durchlaufen zahlreiche Lehrgänge und Trainings bevor sie fit sind für den maritimen Einsatz,“ sagt Hans-Werner Monsees „Mit den einmal erworbenen Fähigkeiten geben wir uns jedoch nicht zufrieden, sondern überprüfen sie regelmäßig in Übungen, wie heute auf der Elbe,“ so Monsees weiter.

Den „Havaristen“ stellt das MV „Fidelio“, ein so genanntes LCTC (Large Car Truck Carrier) Schiff der Reederei Wallenius dar. „Wir haben keinen Moment gezögert, als wir gefragt wurden, ob wir uns an der Übung beteiligen wollen, denn Wallenius stellt bei allen seinen Tätigkeiten höchste Ansprüche in Bezug auf Qualität, Sicherheit und Umwelt“ sagt Peter Jodin, Safety Manager/DPA Wallenius Marine. „Diese ist eine besondere Übung, die uns unschätzbare Erkenntnisse und Erfahrungen über sehr komplexe Situationen vermittelt, die wir an den Rest unserer Flotte weitergeben werden, die wir aber hoffentlich niemals nützen müssen,“ fügt Jodin hinzu.

Nautische und medizinische Gründe verhinderten eine Weiterfahrt der „Fidelio“ nach Hamburg. Das Schiff macht in Wedel (Schleswig-Holstein) fest. Dort sorgten Rettungskräfte aus Schleswig-Holstein und Hamburg dafür, dass die „Verletzten“ zügig und sicher ärztlich weiter versorgt wurden.

Insgesamt 600 Einsatzkräfte waren an der Übung auf dem Schiff und an Land beteiligt.

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?