TV-Tipp: Wenn Einsätze die Seele quälen


Hamburg (ARD) – Im Rahmen der ARD-Themenwoche „Ist doch Ehrensache! – Wie Menschen sich für die Gesellschaft engagieren“, strahlt das Erste am kommenden Mittwoch, 13. Mai 2009, um 20.15 Uhr die Dokumentation „Auch Helfer brauchen Hilfe – Wenn Einsätze die Seele quälen“ aus.

Wenn ein Unglück passiert, rennen fast alle weg. Nur Einsatzkräfte des Rettungsdienstes, der Feuerwehr und Polizisten eilen zum Geschehen – ein Unfall, ein Feuer, ein Großschadensereignis.

In solchen Lagen zu helfen, dazu haben sich in Deutschland mehrere Millionen Männer und Frauen freiwillig oder durch ihren Beruf verpflichtet: bei der Feuerwehr oder Hilfsorganisationen. Was sie bei ihren Einsätzen erleben und zu sehen bekommen, ist oft der Grund dafür, warum sie später selbst Hilfe brauchen: verstümmelte Körper, menschliches Leid, mit dem Tod ringende Menschen.

Auch erfahrene Helfer haben Probleme, solche Grenzsituationen zu verarbeiten. Der Film erzählt die Erlebnisse und Geschichten traumatisierter Helfer und dringt behutsam in bislang wenig bis gar nicht bekannte Bereiche der menschlichen Seele vor.

Immer wieder kommt es nach so einem belastenden Einsatz bei Mitarbeitern von Feuerwehren, Rettungsdienst, THW, Polizei oder anderen Einrichtungen zu krankhaften Veränderungen des Körpers oder der Seele. Oft zeigen sich die Symptome erst nach einiger Zeit, manchmal erst nach Jahren. Meist passiert es, wenn durch den Arbeitsalltag das innere Fass zum Überlaufen kommt. Dann brauchen die Helfer selbst Hilfe.

Sie kämpfen mit Symptomen wie Schlaflosigkeit, Apathie, Zittern, Angst und Rückzug. Das so genannte „posttraumatische Belastungssyndrom“ liegt schwer auf ihrer Seele. Kein seltenes Phänomen. Eine Untersuchung der Universität Trier hat nachgewiesen, dass in Rheinland Pfalz rund 75 Prozent der Berufsfeuerwehrleute heute einzelne Symptome einer Stressbelastung zeigen.

Um Traumata schon von vornherein zu verhindern, wird in Deutschland inzwischen immer häufiger versucht, durch begleitende Maßnahmen und eine frühzeitige Intervention die belastende Stresssituation für den betroffenen Helfer erträglicher und handhabbarer zu machen. Während eines belastenden Einsatzes achten speziell geschulte PSU-Teams (psychosoziale Unterstützung) auf Reaktionen der eingesetzten Helfer.

Wird jemand auffällig, muss nach Rücksprache mit dem Einsatzleiter der belastete Mitarbeiter betreut werden. PSU ersetzt keine Therapie von psychischen Störungen. Die „Helfer für Helfer“ arbeiten eng mit Medizinern, Theologen, Psychologen und Peers der Feuerwehr und des Rettungsdienstes zusammen.

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