Trauma-Versorgung: Blutverlust besser einschätzen


Witten/Herdecke (idw) – Blutverlust und der daraus resultierende hypovolämische Schock ist neben der Schädel-Hirn-Verletzung die häufigste Todesursache schwerverletzter Patienten. Eine womöglich bessere Methode, den Blutverlust nach schweren Verletzungen zu schätzen, hat Dr. Manuel Mutschler entwickelt. Mutschler ist Arzt am Institut für Forschung in der Operativen Medizin (IFOM) der Universität Witten/Herdecke. Seine Studie wurde jetzt in der Zeitschrift „critical care“ veröffentlicht. 

Bisher schätzen die Ärzte der Notaufnahme das Ausmaß des Blutverlustes nach einer Klassifikation des „Advanced Trauma Life Support“ (ATLS). Darin werden unter anderem Herzschlag, Blutdruck und der Bewusstseinszustand berücksichtigt. „Meine Methode bezieht einen Laborwert ein, der Aufschluss über die Durchblutung der Gewebe gibt und somit eine bessere Abschätzung des Blutverlustes liefern kann“, erklärt Manuel Mutschler seinen Ansatz.

Er hat dazu die Daten von rund 16.000 Notfall-Patienten aus dem Trauma-Register der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) analysiert: „Ich habe die Patienten nach meiner Methode quasi noch mal eingeschätzt. Mit der neuen Methode konnte ich sehr viel genauer vorhersagen, ob ein Patient Blutkonserven benötigt und in akuter Lebensgefahr ist“, schildert Mutschler die Vorteile seiner Methode.

(Foto: ADAC)

2 Responses to “Trauma-Versorgung: Blutverlust besser einschätzen”

  1. DB on April 2nd, 2013 13:06

    So schön die Studie vielleicht ist, viel steht ja nicht geschrieben, so nutzlos ist sie draußen vor Ort, denn da haben wir alle kein Labor dabei. Und wenn ich recht weiß, wird im Krankenhaus schon lange auf Laborwerte zurückgegriffen um den Blutbedarf zu berechnen. Wo ist also die Neuigkeit der Studie?

  2. der Münchner on April 2nd, 2013 15:19

    das Ganze geht ja mit einem BGA Gerät. Portable Geräte gibt es schon seit Jahren. Könnte mir vorstellen, das zukünftig eins auf die Fahrzeuge (Anfangs NAW/NEF) kommt. Können ja auch andere interessante Parameter abgelesen werden. Die obere Studie wäre nur ein weiterer Anwendungsfall für solche Geräte.

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